Reit-WM in Aachen
Studie betont Wohl der Pferde – Kritik von Peta
Aktualisiert am 24.08.2026 – 14:22 UhrLesedauer: 3 Min.
Reiter Steve Guerdat: Am Sonntag gewann er das Einzel-Finale bei der Reit-WM. (Quelle: Kerstin Kokoska via imago-images)
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Eine Studie zieht eine positive Zwischenbilanz zum Wohl der Pferde bei der Reit-WM. Die Tierschutzorganisation Peta sieht das Ergebnis dagegen kritisch.
Die Reit-Weltmeisterschaft in Aachen ist vorbei. Am Sonntag endete das Turnier vor 40.000 Zuschauern in der Soers mit einem Sieg des Schweizers Steve Guerdat mit seinem Pferd Dynamix beim Einzel-Finale.
Eine Studie des Scientist Circle zieht eine positive Zwischenbilanz. Die Auswertungen von 2025 und 2026 würden zwar noch laufen, man könne aber bereits jetzt sagen, dass es den Pferden in Aachen gut gehe, erklärte Dirk Winter, Dekan des Studiengangs Pferdewirtschaft der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, der „Aachener Zeitung“.
- Bis zu 35 Grad: Peta fordert Absage wegen Hitzegefahr für Pferde
Kritik an der Reit-WM kam dagegen von der Tierschutzorganisation Peta. Gerten, Sporen oder scharfe Gebisse würden eingesetzt, um die Pferde zu Höchstleistungen zu zwingen, hieß es. Viele Pferde erlitten dadurch langfristige gesundheitliche Schäden an Sehnen, Muskeln oder am Skelett. Oft kämen psychische Belastungen hinzu, etwa durch stressreiche Transporte und wechselnde Unterkünfte bei internationalen Wettbewerben.
Studie sagt: Pferden in Aachen ging es gut
Seit drei Jahren erforscht der Scientist Circle, wie es den Pferden bei internationalen Turnieren wie dem CHIO und der Reit-WM geht. Mehr als 35 Turnierpferde seien dafür bislang untersucht worden, so Winter.
In der Studie wurde das Bewegungs-, Futter-, Trink- und Liegeverhalten der Pferde analysiert. Dafür wurden die Boxen von ausgewählten Pferden im Heimatstall und auf dem Turniergelände mit Kameras ausgestattet. Mithilfe einer KI-Software wurde beobachtet, wie sich die Pferde vor, während und nach dem Turnier in der Box verhalten.
Laut Studie: Keine Auffälligkeiten bei Pferden
Daneben wurden Faktoren wie Ammoniak- und Staubgehalt sowie Lichtintensität, Geräuschpegel und Temperatur in den Stallungen analysiert. Dabei hätten sich keine Auffälligkeiten ergeben, sagte Winter.
Neben der Herzfrequenz wurde bei den Pferden zudem der Cortisolspiegel im Kot regelmäßig untersucht – das Hormon wird bei physischem und psychischem Stress ausgeschüttet. An Wettkampftagen seien die Cortisolwerte angestiegen. Das sei aber „wenig überraschend“, erklärte der Professor. Punktueller Stress und Anspannung seien ohnehin wichtig für die Leistungsfähigkeit der Pferde. An den restlichen Tagen hätten die Werte auf einem unauffälligen Niveau gelegen.
Obwohl die Idee für die Studie von Birgit Rosenberg stammt, Vorstandsmitglied beim Aachen Laurensberger-Rennverein (ALRV), dem Veranstalter der Reit-WM, sei der ALRV nicht finanziell am Forschungsprojekt beteiligt gewesen, betonte Winter. Die Untersuchungen seien somit unabhängig.

