Nach den Ausschreitungen beim Südwest-Derby zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern hat der ehemalige DFB-Präsident Reinhard Grindel hohe Bußgelder gefordert. »Es geht nur mit harten Geldstrafen durch die DFB-Gerichtsbarkeit, die den Vereinen wirklich wehtun und dafür sorgen, dass sie an den Eingängen besser kontrollieren«, sagte Grindel. »Auch in den Vereinen, in denen die Ultras offensichtlich die Präsidien bestimmen, müssen sich deren Führungskräfte konsequent von Gewalt und Pyrotechnik distanzieren.«

Vorstände dürften nicht den Eindruck erwecken, mit Ultragruppierungen zusammenzuarbeiten, sagte Grindel weiter. Diese dürften nicht akzeptieren, dass »lebensgefährdende
Pyrotechnik« ins Stadion gelange.

Das DFB-Pokalspiel in Mannheim war nach einem Platzsturm und dem Einsatz von Pyrotechnik unmittelbar nach dem Ende der regulären Spielzeit lange unterbrochen worden. Kaiserslautern gewann letztendlich mit 1:0 nach Verlängerung.

Wenn Fußballvereine nicht »stärker gegen Ultras« vorgingen, dürfe sich niemand wundern, dass den »Innenministern die Argumente
ausgehen
, die zusätzlichen Polizeikosten für Hochsicherheitsspiele nicht auf
die Klubs umzulegen«. In Bremen sei das bereits mehrmals passiert.

Beteiligung an Kosten durch Krawalle

Bremen hatte 2014 beschlossen, dass sich die Veranstalter von Profifußballspielen an den Kosten für das Polizeiaufkommen bei sogenannten Hochrisikospielen beteiligen müssen. Die Gebühr wird bei allen Großveranstaltungen fällig, die
gewinnorientiert sind, mehr als 5.000 Teilnehmer haben und bei denen es
erfahrungsgemäß zu Gewalt kommen kann. Die Deutsche Fußball Liga hatte dagegen beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde eingelegt. Diese war aber zurückgewiesen worden.

Der erste Kostenbescheid von 2015 für ein Spiel zwischen Werder Bremen
und dem Hamburger SV hatte zunächst 425.000 Euro betragen. Später hatten sich die Forderungen jedoch durch andere Partien auf mehr als drei Millionen Euro
erhöht.

Mehr zum Thema

Fußball

Z+ (abopflichtiger Inhalt);

DFB-Pokal:
Wie ein Pokalspiel eskalierte

DFB-Pokal:
Klein gegen groß, okay. Aber so klein?

Niclas Füllkrug:
Ach, diese Lücke!