
Ontarios Premierminister Doug Ford bringt im Handelsstreit mit den USA unter anderem einen Stopp der Stromexporte ins Spiel.
David Kawai/Bloomberg/Getty Images
Ontarios Premierminister Doug Ford sagt, Kanada sei bereit, den Handelskrieg mit den USA weiter zu verschärfen.
Strom, kritische Mineralien und Treibstoffe könnten Ford zufolge als Druckmittel dienen.
Trump droht ab 2027 mit Zöllen von 50 Prozent, während Kanada Gegenzölle vorbereitet.
Die Kanadier meinen es ernst.
Doug Ford, Premierminister von Ontario, der bevölkerungsreichsten Provinz Kanadas, sagt, Kanada sei bereit, im eskalierenden Handelskrieg mit den USA deutlich weiterzugehen, als US-Präsident Donald Trump glaube.
„Wir können den USA massiven Schmerz zufügen“, sagte Ford am Montag bei einer hitzigen Pressekonferenz. „Präsident Trump unterschätzt uns. Und genau das ist der größte Fehler: seinen Gegner zu unterschätzen.“
Sollte sich der Handelskrieg weiter zuspitzen, stehe „alles zur Debatte“, sagte Ford – darunter Strom, kritische Mineralien und Treibstoffe. Die Premierminister der zehn kanadischen Provinzen müssten zusammenarbeiten, um Druck auf die USA auszuüben.
„Alle müssen Teil des Teams Kanada sein und gegen sie alle Register ziehen“, sagte er.
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Ontario könnte den USA den Strom abdrehen
Nachdem die Gespräche zwischen den beiden nordamerikanischen Verbündeten gescheitert waren, trat Trumps jüngste Zollrunde gegen Kanada am Samstag in Kraft. Die Zölle betreffen zahlreiche kanadische Waren – von Alkohol und Hockeyausrüstung bis hin zu Papier und Baumaterialien.
Kanada versorgt die USA über grenzüberschreitende Leitungen mit Strom. Im Jahr 2025 exportierte das Land nach Angaben der kanadischen Regierung Elektrizität im Wert von 3,3 Milliarden US-Dollar (rund 2,8 Milliarden Euro) in die USA.
Mehr als 20 US-Bundesstaaten beziehen Strom aus Kanada. New York, Michigan, Washington, Minnesota und North Dakota gehörten laut kanadischen Ausfuhrdaten vom Juni zu den größten Abnehmern. New York und Michigan importierten den meisten Strom aus Ontario.
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press sagte Ford am Montag, er könne die Stromexporte aus Ontario in die USA vollständig einstellen.
„Hier oben ist die Stimmung am Siedepunkt. Alle sind bereit für einen Wirtschaftskrieg“, sagte er. „Sie wissen, dass sie Opfer bringen müssen.“
Auch Öl, Nickel und Uran könnten zu Druckmitteln werden
Während der Pressekonferenz nannte Ford weitere kanadische Produkte, die von den USA importiert werden und im Handelsstreit als Druckmittel dienen könnten. Dazu gehören Öl, Nickel, Uran und Kali.
„Er will den Kanadiern Schmerzen zufügen? Wir werden jedes mögliche Druckmittel nutzen, um den Amerikanern Schmerzen zuzufügen“, sagte Ford.
Ford bekräftigte außerdem eine Aussage aus einem Radiointerview vom Montag, in dem er gesagt hatte, Trump könne ihn „am Arsch lecken“.
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Trump droht mit Zöllen von 50 Prozent
Auch Trump verschärfte seine Rhetorik und seine Drohungen im Handelskrieg. Der Präsident erklärte am Montag, dass die Zölle auf Autos, Lastwagen, Autoteile und Stahl ab dem 1. Januar 2027 auf 50 Prozent steigen würden.
Trump griff Ford zudem persönlich an.
„Viel ‚Getöse‘ von Doug Ford, dem Premierminister der kanadischen Provinz Ontario, der jedoch besser als der weniger charismatische, weniger intelligente und insgesamt wenig beeindruckende Bruder des verstorbenen, großartigen Rob Ford bekannt ist“, schrieb Trump auf Truth Social.
Das Weiße Haus reagierte nicht auf eine Anfrage von BUSINESS INSIDER (BI).
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Kanada bereitet Gegenzölle vor
Das Verhältnis zwischen den USA und Kanada ist seit Anfang 2025 angespannt. Damals verhängte Trump weitreichende Zölle auf Waren aus Kanada und Mexiko.
Die Kanadier reagierten, indem sie einige US-Produkte boykottierten und Reisen in die USA vermieden. Die jüngsten Zölle haben die Forderungen nach einem Boykott amerikanischer Waren erneut verstärkt.
Kanada dürfte eigene Vergeltungszölle gegen die USA ankündigen. Der kanadische Premierminister Mark Carney hat erklärt, das Land werde die US-Zölle ab dem 8. September „Dollar für Dollar“ erwidern.