Der SÜDKURIER befragt Menschen, die unter uns leben. Jedoch stammen sie oder ihre Vorfahren aus einem anderen Land. Gibt es für diese Menschen hier einen Ort, an dem sie sich „wie daheim“ fühlen. Als Susan Omondi dieser Zeitung ein Interview gegeben hat, durfte sie sich den Ort aussuchen. Sie beantwortet bei einem Spaziergang über den Hohentwiel die Fragen.
Der Hontes hat was von Homa Bay
„Der Hohentwiel ist mein Lieblingsort, weil er mir ein Gefühl von Heimat gibt. Wenn ich dort oben bin, komme ich wieder zu mir“, erklärt sie. Sie liebe den Blick über Singen, gleichzeitig sei der Aufstieg unkompliziert – sie könne einfach losgehen, und trotzdem fühle sich jeder Besuch etwas anders an. „Zudem erinnert mich der Hohentwiel an Homa Bay in Kenia, wo ich aufgewachsen bin. Dort gibt es ebenfalls einen Hügel, der für mich immer dieses Gefühl von Heimat hatte“, blickt sie zurück. Wenn sie heute von einer Reise zurück nach Singen kommt, sehe sie den Hohentwiel schon Kilometer vorher. Und sobald sie ihn erblicke, denke sie: Ich bin daheim. Der Hohentwiel ist da, also ist alles gut. „Genau dieses Gefühl hatte ich früher mit dem Hügel in Homa Bay – und ich habe es bis heute, wenn ich meine Mutter dort besuche“, fasst sie zusammen. Vielleicht bedeutet der Hohentwiel deshalb so viel für sie: Er verbinde ihre beiden Heimaten.
Sie liebt Vielfalt nicht nur in der Natur
Susan Omondi hat in Konstanz studiert. Seit fast 30 Jahren lebt sie in Deutschland. Kenia ist kein homogenes Land. Die fast 58 Millionen Einwohner unterteilen sich in 47 halbautonome Gebietskörperschaften, sogenannte Counties. Die Fläche des Landes ist 1,62 Mal so groß wie Deutschland. Unter anderem hat sich Omondi als Autorin mit dem Thema Fremdsein beschäftigt. Ihr Buch hat auf Amazon 43 Bewertungen bekommen – davon geben 95 Prozent der Leser mit fünf Sternen die Bestnote. Das Buch von Susan Omondi: „Ich, Du, Wir & Vielfalt“ – 47 magische Wege, wie Einheimische und Nichteinheimische einander begegnen.