
AUDIO: Kühne und die Hamburger Kultur: Wie bedeutend ist sein finanzielles Engagement? (1 Min)
Stand: 25.08.2026 11:19 Uhr
Trotz Umsiedelung in die Schweiz blieb Klaus-Michael Kühne seiner Heimatstadt Hamburg immer verbunden. Dort finanzierte er viele Projekte und engagierte sich für die Kultur, etwa für die Elbphilharmonie und zuletzt für den Neubau einer Oper.
Das Harbour Front Literaturfestival, die Elbphilharmonie, die neu geplante Oper in Hamburg: Alles Projekte, die Kühne initiiert oder unterstützt hat. Die neue Oper – ein großer Wunsch des Milliardärs und Opernfans – ist allerdings aktuell noch in der Planungsphase. Ändert der Tod des Ideengebers und Mäzens etwas an der Umsetzung?
Nein: „Das hat keine Auswirkungen, da der Vertrag zum Neubau der Oper mit der Kühne-Stiftung geschlossen wurde und unverändert weiter gilt“, sagte ein Sprecher der Kulturbehörde der Hansestadt. Dem Vertrag über den Neubau der Oper hatte die Hamburger Bürgerschaft zugestimmt – er sieht vor, dass die Kühne-Stiftung den Bau des Opernhauses finanziert und die Stadt dafür ein Grundstück am Baakenhöft unentgeltlich zur Verfügung stellt und erschließt.

Manager, Hotelbesitzer, Mäzen, Sportbegeisterter: Klaus-Michael Kühne hat sich in seiner Geburtsstadt Hamburg auf ganz unterschiedliche Weise verwirklicht.
Kühne-Stiftung übernimmt Großteil der Bau-Kosten
Kühne hatte angekündigt, dafür bis zu 340 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die Stadt beteiligt sich mit 147,5 Millionen Euro für standortspezifische Mehrkosten, zum Beispiel für Gründung und Flutschutz.
Alle weiteren Kosten und Risiken trägt nach Angaben der Stadt die Stiftung. Hinzu kommen rund 104 Millionen Euro für die Herrichtung des Grundstücks, die Promenade und die Ufereinfassung. Mit dem Bau der neuen Oper könnte Anfang 2030 begonnen werden. Die Fertigstellung wäre 2034 möglich. Der Neubau in der Hafencity ist geplant, weil die Sanierung der alten Oper an der Dammtorstraße Kostenschätzungen zufolge mehr als eine Milliarde Euro kosten würde.

Alles Wichtige zu den Hintergründen, Planungen und Positionen der Gegner und Befürworter der neuen Oper, die auf dem Baakenhöft entstehen soll.
Wichtiger Mäzen für Kultur in Hamburg
Kühne hatte sich aber auch an anderen Stellen für die Kultur seiner Heimatstadt engagiert: Mindestens fünf Millionen Euro steuerte er zum Bau der Elbphilharmonie bei. Auch das Harbour Front Literaturfestival hatte der Milliardär mit aus der Taufe gehoben. Mehrere 100.000 Euro waren über die Jahre dort hineingeflossen. Außerdem finanzierte er Leseförderungsprojekte in der ganzen Stadt.
Lange war der Debütpreis für den besten ersten Roman des Harbour Front Literaturfestivals nach Kühne benannt. Wegen Streitigkeiten um die Nazi-Vergangenheit des Familienunternehmens von Kühne wurde der Preis schließlich umbenannt.
Mit Kühne verliere Hamburg einen großzügigen Stifter und Partner, erklärte Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Hansestadt. Auch Kultursenator Carsten Brosda äußerte sich zum Tod des Mäzens: „Klaus-Michael Kühne war eine außergewöhnliche Unternehmerpersönlichkeit und ein großer Mäzen, der mit viel Leidenschaft – und damit in hanseatischer Tradition – die Kultur in Hamburg immer wieder großzügig unterstützt hat. Er hat dazu beigetragen, dass Hamburg heute international als eine Kulturstadt wahrgenommen wird.“

Die Planung für die neue Hamburger Oper von Unternehmer Klaus-Michael Kühne läuft. Weniger Tempo dagegen hat die Aufarbeitung der Rolle von Kühne+Nagel während der Nazi-Zeit.

Bürgermeister Peter Tschentscher spricht von einem „Glücksfall und einer Chance“ und erwartet ein „Opernhaus von Weltrang“.