Kanye West plant Stadionkonzerte in Russland – doch die Gazprom Arena weigert sich. Dazu kommen Berichte über ein gewünschtes Treffen mit Putin.

Kanye West will im Oktober zwei Konzerte in St. Petersburg spielen. Rund um die Auftritte gibt es inzwischen allerdings widersprüchliche Angaben. Auch über ein mögliches Treffen des Rappers mit Wladimir Putin wird gesprochen.

Die Termine

Konkret sind für den 10. und 11. Oktober 2026 zwei Shows von Ye in der Gazprom Arena angekündigt. Der russische Veranstalter Say Agency hatte die Termine Mitte August öffentlich gemacht. Die Nachfrage scheint beträchtlich zu sein: Nach Angaben der Veranstaltenden wurden inzwischen mehr als 100.000 Karten verkauft. Die Gazprom Arena fasst bei Events rund 80.000 Menschen. Ticketpreise wurden je nach Kategorie zwischen 9.000 und 160.000 Rubel aufgerufen. Ob die beiden Gigs tatsächlich wie angekündigt stattfinden können, ist seit dem 24. August allerdings unklar.

Gazprom Arena widerspricht Veranstalter

Die Gazprom Arena erklärte laut „Tagesanzeiger“, dass bislang kein Mietvertrag für die beiden Konzerte unterzeichnet worden sei. Aus Sicht der Stadionbetreiber könnten die Auftritte deshalb dort derzeit nicht stattfinden. Bemerkenswert ist, dass die Arena selbst die Shows zuvor über ihre eigenen Kanäle angekündigt hatte.

Say Agency stellt die Lage anders dar: Agenturchefin Anna Subcheva erklärte, die Arena habe ihrem Unternehmen bereits Unterlagen und einen Mietvertrag geschickt. Die Frist zur Unterzeichnung laufe demnach bis zum 27. August. Die Konzerte seien aus Sicht des Veranstalters weiterhin geplant.

Damit ist der Status der beiden Termine derzeit offen. Eine endgültige Absage liegt nach Angaben der Veranstalter bislang nicht vor.

Kanye West soll sich Treffen mit Wladimir Putin wünschen

Schon vor dem Streit um die Spielstätte sorgte ein anderer Teil der Russland-Pläne für Aufmerksamkeit. Subcheva erklärte gegenüber der russischen Nachrichtenagentur „RIA Novosti“, West wünsche sich seit längerer Zeit ein persönliches Treffen mit dem russischen Präsidenten.

Der Rapper habe in der Vergangenheit Sympathie für Wladimir Putin erkennen lassen, sagte die Veranstalterin. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte ein Treffen allerdings nicht und reagierte auf eine entsprechende Frage von Journalist:innen ausweichend.

Eine russische Abgeordnete hatte zuvor ebenfalls erklärt, eine Begegnung sei theoretisch möglich, falls Putins Terminkalender dies zulasse.

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Ye bald big in Russland?

Ein Auftritt des 49-Jährigen hätte auch wegen des Veranstaltungsortes politische Bedeutung. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 treten viele große westliche Musiker:innen nicht mehr in Russland auf. West wäre mit zwei geplanten Stadionkonzerten einer der prominentesten US-Künstler, die seitdem im Land spielt.

Der Musiker selbst steht seit Jahren wegen antisemitischer Äußerungen und seiner wiederholten Bezugnahmen auf Adolf Hitler in der Kritik. Mehrere geplante Shows in Europa kamen zuletzt nicht zustande, auch ein für 2026 diskutierter Auftritt in Basel wurde nicht realisiert.

Russland ist für Ye dabei kein völlig neues Ziel. Bereits 2024 reiste er nach Moskau und besuchte dort unter anderem den russischen Designer Gosha Rubchinskiy. Schon damals kursierten Meldungen über einen möglichen Stadiongig, aber ein entsprechender Auftritt fand am Ende nicht statt. Ob sich diese Geschichte nun in St. Petersburg wiederholt, dürfte sich frühestens mit der Klärung des Vertragsstreits um die Gazprom Arena zeigen.

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