Sichtungen in ganz Hessen

Gottesanbeterin breitet sich rasant aus

25.08.2026 – 15:02 UhrLesedauer: 2 Min.

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Eine Gottesanbeterin (Archivbild): Das große Insekt ist zunehmend in Hessen zu finden. (Quelle: Patrick Pleul/dpa/dpa-bilder)

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Die Gottesanbeterin ist längst keine exotische Ausnahme mehr. Besonders im Rhein-Main-Gebiet häufen sich derzeit die Meldungen. Experten erklären das Phänomen.

Wer derzeit in Frankfurt und Umgebung eine Gottesanbeterin entdeckt, ist damit nicht allein. Seit Mitte August wurden beim Portal „naturgucker“ des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) zahlreiche Tiere in Frankfurt und direkter Umgebung gemeldet. Ein Blick auf ganz Hessen zeigt: Die Art ist inzwischen in immer mehr Gebieten zu finden.

Berthold Langenhorst vom Nabu Hessen sagte der Frankfurter t-online-Redaktion: „Die wärmeliebende Mantis breitet sich seit einigen Jahren entlang der Rheinschiene nach Norden aus.“ Besonders häufig sei sie bislang im Hessischen Ried, im Rhein-Main-Gebiet und im Rheingau zu finden. Besonders viele Meldungen stammen aus dem Großraum Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und von der Bergstraße.

Gottesanbeterin erreicht Mittel- und Nordhessen

Auch im Taunus gibt es zahlreiche Sichtungen. Langenhorst sagte dazu: „Die Fangschrecke ist mittlerweile auch schon im Bergland zu finden.“ Meldungen kommen etwa aus Königstein, Glashütten und Schmitten im Taunus sowie aus zahlreichen Orten im Odenwald und Westerwald.

Bemerkenswerter ist auch, wie weit die Gottesanbeterin inzwischen nach Norden vorgedrungen ist. „Mittlerweile ist sie auch über die Wetterau bis Mittelhessen, ins Lahngebiet, gelangt, in diesem Jahr in größerer Zahl“, sagte Langenhorst. „Ein Exemplar hat mich vorletzte Woche sogar in der Wohnung in Wetzlar besucht.“

Gottesanbeterinnen sind zwar nicht giftig. Trotzdem sollten Sie mit dem Tier vorsichtig umgehen.Vergrößern des BildesGottesanbeterinnen erreichen eine stolze Größe (Archivbild): Findet man sie im Haus, sollte man sie vorsichtig nach draußen bringen. (Quelle: Wirestock/getty-images-bilder)

In den Meldedaten finden sich tatsächlich zahlreiche Beobachtungen rund um Gießen, Wetzlar und Herborn. Dazu kommen weiter nördlich Funde unter anderem bei Marburg und Stadtallendorf. Auch aus Fulda und Nordhessen gibt es Meldungen.

Gottesanbeterin breitet sich mit Klimaerwärmung aus

Laut dem Experte vom Nabu ist die Entwicklung eine Folge der Klimaerwärmung. „Die Mittelmeerart gehört zu den Klimagewinnern und wird künftig wahrscheinlich ganz Hessen besiedeln“, sagt Langenhorst.

Bundesweit ist 2026 ohnehin ein außergewöhnliches Gottesanbeterinnen-Jahr. Seit Anfang Juli gingen nach Angaben des Nabu bundesweit mehr als 20.000 Beobachtungen ein – doppelt so viele wie im gesamten vergangenen Jahr. Die Hitze habe die Entwicklung der Tiere in diesem Jahr um zwei bis drei Wochen beschleunigt.

Was tun bei einer Gottesanbeterin in der Wohnung?

Angst muss vor den auffälligen Tieren laut Langenhorst niemand haben. „Die Fangschrecke ist für den Menschen ungefährlich. Wenn sie sich einmal ins Haus verirrt, kann man sie einfach wieder heraussetzen.