Ein Raum zum Rückzug
Das Schlafzimmer schlägt einen leiseren Ton an. Glänzende Paneele, ein mit Samt bezogenes Kopfteil, Spiegel und Messingdetails schaffen einen beinahe kokonartigen Rückzugsort. Auch die kleine Arbeitsnische ist Teil der Architektur: Ein Einbau mit integriertem Stauraum fügt sich nahtlos in den Raum ein. Selbst die Türen folgen diesem Prinzip. Gegenüber dem Fenster gelegen, lassen sie sich vollständig in Wandnischen versenken. Sind sie geöffnet, verschwindet ihre Präsenz und mit ihr eine weitere Grenze zwischen den Räumen.
Die Wirkung der Einrichtung liegt nicht in einzelnen Solitären, sondern in den Beziehungen zwischen Möbeln und Objekten. Portale, Nischen und Gesimse sind mit sanften Radien versehen; abgerundete Kanten geben der Architektur eine fast plastische Qualität. Die Fenster werden von raumhohen Profilen gerahmt, die den Blick nach oben lenken und die Räume optisch zusammenhalten.
Für Tea Tolordava ist ein Interior ohnehin mehr als die Summe seiner Möbel. Architektur, Kunst, Kultur und die Eindrücke zahlreicher Reisen prägen ihren Blick. Ein Raum soll, so ihre Haltung, nicht bloß gut aussehen, sondern die Wahrnehmung verändern und die Stimmung seiner Bewohner beeinflussen. Je länger man sich darin aufhält, desto mehr Details treten hervor. Und desto stärker verändert sich der Blick auf das, was einen umgibt.

Die Stühle und die Stehleuchte sind Vintage-Funde.
Eugene Shishkin, Styling: Yana Makarova