An der Spitze der hiesigen Kreisstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat sich ein Wechsel vollzogen. Der langjährige Kostenpflichtiger Inhalt Vorsitzende Arno Theilmeier ist Ende Juni in den Ruhestand gegangen. Mitte August wurde nun sein Nachfolger gewählt, ebenso wie der Vertreter. Einstimmig votiert wurde für den Internisten Mathias Jorde als Vorsitzenden der KNVO Mönchengladbach sowie den Kardiologen und Internisten Klemens Bolzenius als sein Stellvertreter.

Jorde studierte an der RWTH Aachen Humanmedizin. 1996 promovierte er und erhielt seine Approbation als Arzt. Seit 2001 ist er Facharzt für innere Medizin und arbeitet als niedergelassener Hausarzt. Gemeinsam mit Robert Herbrand leitet er eine Praxis in Windberg. Mitglied des Vorstandes der Kreisstelle der KV wurde Jorde dann 2010, später – vor acht Jahren – übernahm er den stellvertretenden Vorsitz. In dieser Position erlebte er auch die Corona-Pandemie, während er das Impfzentrum Mönchengladbach leitete.

Krankenkassenreform und Hausärztemangel

Mit seiner neuen Aufgabe sei Jorde demnach bereits vertraut und blicke ihr positiv entgegen. Er sagt: „Das wird eine spannende Zeit.“ Denn gesundheitspolitisch ist momentan einiges los. Erst vor wenigen Wochen verabschiedete die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) die Krankenkassenreform. Demnach werden künftig die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung an die Einnahmen gekoppelt. Damit soll gesichert werden, dass die Kassenbeiträge stabil bleiben und nicht weiter steigen. Seitens der Ärzte und Krankenhäuser stößt das Vorhaben Kostenpflichtiger Inhalt auf Kritik. Sie fürchten, die medizinische Versorgung in Deutschland werde sich verschlechtern.

Hinzu kommt der Hausärztemangel, der auch Mönchengladbach betrifft. Jorde sagt, aktuell gebe es fünf offene Hausarztstellen in Mönchengladbach. Zudem seien acht Prozent der niedergelassenen Hausärzte über 68 Jahre alt und weitere 40 Prozent über 64. Fast jeder Zweite ist demnach kurz vor dem Ruhestand. Daran will Jorde in Zukunft anknüpfen. Sein Ziel: Er will „Gladbach für junge Ärzte noch einmal interessanter machen, gerade im hausärztlichen Bereich“.