Alle Jahre wieder, fast wie im Weihnachtslied, bittet der Bürgerverein Uellendahl seine Mitglieder, seine Freunde und Helfer in den Mirker Hain „um das Amt Grünflächen und Forsten der Stadt Wuppertal bei der Erhaltung und Pflege des Mirker Hains durch ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen“, wie es in dem Informationsblatt der von Vorstandsmitglied Manfred Blum geleiteten „Parkhilfe Mirker Hain“ heißt.
Diese anspruchsvolle, aber sicherlich befriedigende Arbeit findet seit 14 Jahren regelmäßig an zwei Wochenenden vom 21. August bis zum 23. August und von Freitag, 28. August, bis Sonntag, 30. August, statt, wobei für das kommende Wochenende noch jede helfende Hand willkommen ist. Um 15 Uhr hatte sich am vergangenen Freitag schon ein tatendurstiger Trupp von zehn Bürgerinnen und Bürgern am „Basislager“ südlich des kleinen Inselteiches zusammengefunden, um mit dem nötigen, vom Bürgerverein gestellten Rüstzeug (Arbeitshandschuhen, Harken, Greifern zur Abfallbeseitigung und Spaten) allem zu Leibe zu rücken, was die Spaziergänger im schon vom nahenden Herbst gezeichneten Naherholungsgebiet stören könnte. „Sechs der Helferinnen und Helfer waren Serientäter, die anderen sind neu dazugekommen“, verriet Manfred Blum und war sich sicher, dass am Samstag um 10 Uhr eine erheblich größere Schar nach passendem Werkzeug fragen würde. Was sich dann auch mit 34 helfenden Händen (von 17 fleißigen Bürgerinnen und Bürgern) bewahrheitete.
Das Aufgabengebiet im Mirker Hain ist vielfältig: Das reicht vom Freilegen der Randsteinpflasterung bis zur Säuberung der Schlucht, wo sich viel Holz und Unrat angesammelt haben. „Dafür ist es schon notwendig, dass sich die geübten Helferinnen und Helfer per Seil absichern, um effektiv tätig werden zu können“, sagt Vorstandsmitglied Arno von der Beeck. „Die Schlucht gehen wir aber erst am kommenden Wochenende an“, verkündete Manfred Blum und hofft dabei vom 28. bis zum 30. August auf geübte „Alpinisten“.
Die Teiche sind das Sorgenkind im Mirker Hain
Ein weiteres „Sorgenkind“ der Parkhilfe sind die Teiche, die zum Teil zugewachsen sind und zu „verlanden“ drohen. „Heilung“ von der Wasserpest ist eine der erforderlichen Herausforderungen. Dabei tat sich Felix Ache als „Heilgehilfe“ hervor, der die Wasserpest und andere Wasserpflanzen aus dem Inselteich entfernte. Eine Tätigkeit, die man ihm nach getaner Arbeit auch anhand der „Erdanhaftungen“ im Gesicht und an seiner Kleidung ansah. Nicht anders war es am ziemlich zugewachsenen Achterteich, der aber nach der engagierten Arbeit wieder seinen Namen als „Teich“ verdiente, wenngleich die Speisung durch Wasser auch durch die gelegentlichen, teils heftigen Schauer noch zu wünschen übrig ließ. Dem wirkte man bestmöglich entgegen, indem die Zuläufe weit freigemacht wurden, damit die nach wie vor schlammigen Teiche wieder als Wasserspeicher zu erkennen sind.
In einer Senke unterhalb des Achterteiches gab es für die naturliebenden Helferinnen und Helfer eine unerwartete Begegnung mit der Natur in Gestalt von zahlreichen Fröschen, die es sich auf der Wiese gemütlich gemacht hatten. „Da mussten wir natürlich besonders vorsichtig gehen.“ Diejenigen, die seit Jahren beim Großreinemachen im Mirker Hain dabei sind, bringen ihre Erfahrungen auf den unterschiedlichsten Gebieten ein, so wie Anna und Victor Werescharev, die sich vor allem um die Wegeingrenzungen kümmern und sie von Gras und Gegenständen befreien, sodass das Wasser ungestört in geordneten Bahnen abfließen kann. „Wenn es über die Wege läuft, spülen sich Rinnen aus, und im Winter kann es bei Frost zu Glatteis kommen“, erfahren wir. Eine wirksame Hilfe beim Befreien der Wege ist die „Wegkratzbürste“, die auch zum Equipment im Bauwagen, dem Basislager gehört.
Routinier beim Entsorgen des Grünschnitts, des Reisigs oder anderer Gegenstände ist „Baggerführer“ Horst Piepe, der gleich am Freitag schon in Aktion trat und gleich ordentlich zu tun hatte, den bereitstehenden AWG-Container mit Gehölz und eingesammelten Abfällen zu füllen.
Wer arbeitet, soll oder muss bekanntlich auch essen und trinken, und da tritt der Bauwagen, das Basislager, auch als Speisekammer in Erscheinung. Von Ingrid Reisewitz-Swertz und Doris Blum-Avizio liebevoll arrangiert, gab es belegte Brötchen, Kaffee und Kuchen, selbst hergestellte, delikate Salate, mittels denen man sich stärken und mit frischen Kräften wieder den optischen Störungen im Mirker Hain wirkungsvoll begegnen kann.
„Mit dem Ergebnis der Arbeiten am ersten Abschnitt sind wir zufrieden“, so Manfred Blum und kündigte an: „Am kommenden Wochenende von Freitag bis Sonntag bekommt der Mirker Hain dann seinen letzten Schliff.“