Der Pokal-Traum beim TSV Landsberg geht weiter: Mit 3:1 setzte sich die Mannschaft von Trainer René Schröder verdient gegen Schwaben Augsburg im Achtelfinale durch. Auch wenn es über weite Strecken kein hochklassiges Spiel war, entscheidend war das Ergebnis. Und die Gewissheit, dass Landsberg auch gegen einen Fußball-Regionalligisten gewinnen kann. Und es dürfte allen Sicherheit für das große Spiel am Sonntag geben, dann sind die Landsberger beim TSV 1860 München zu Gast.

Bislang schaffte es der TSV Landsberg noch nie bis ins Pokal-Viertelfinale, aber „wir haben ja auch noch nie Regionalliga gespielt“, sagte TSV-Abteilungsleiter Werner Seemüller nach Abpfiff mit einem Schmunzeln. So schön der Pokal-Sieg auch war: „Jetzt hat die Mannschaft gesehen, dass sie auch gegen einen Liga-Konkurrenten gewinnen kann.“ Das müsse nur jetzt auch in der Punktrunde wiederholt werden. Allerdings gehört zur Wahrheit auch, dass die Schwaben nicht in Bestbesetzung angetreten sind.

Auch viele Fans der Augsburger sind angereist

Auf der Tribüne – angegeben waren gut 300 zahlende Zuschauer angegeben, doch es waren deutlich mehr – hatten die Fans der Schwabenritter stimmlich ein Übergewicht, auf dem Platz sah es anders aus. Dort konnten sich zunächst weder die Augsburger noch die Landsberger in ihren neuen – schicken – Trikots einen Vorteil erspielen. Erstmals am Ball war Landsbergs letzter Neuzugang Leon Bucher, der bei seinem ersten Ballkontakt gleich mit einem Foul gestoppt wurde. Seine Qualitäten waren zu sehen, aber es fehlte verständlicherweise noch in der Abstimmung mit den Mitspielern.

Viele Fehlpässe, Zweikämpfe und Missverständnisse auf beiden Seiten prägten die erste halbe Stunde, dann fiel die Landsberger Führung: Nach einer Ecke von Timo Spennesberger stand Creighton Braun genau richtig und zog ab: 1:0. Dieses Tor tat der Partie gut, denn jetzt nahm sie mehr Fahrt auf. Augsburg bestimmte immer mehr die Partie, doch Maurice Merkl im Landsberger Tor bekam kaum Gelegenheit sich auszuzeichnen, zu ungenau und harmlos waren die Abschlüsse der Gäste. Das änderte sich erst in den letzten Minuten vor der Pause und prompt fiel in der 46. Minute mit einem abgefälschten Freistoß, bei dem Merkl keine Chance hatte, der Ausgleich, danach ging es in die Pause.

Die Wechsel beim TSV Landsberg zahlen sich aus

Zur zweiten Halbzeit brachte Schröder Kircicek und Yilmaz, die gleich für viel Wirbel sorgten. Landsberg setzt sich in der Hälfte der Gäste fest. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann das Tor fallen würde, doch wieder wurden einige hochkarätige Chancen vergeben. Dann zog Benedikt Kuhn in der 56. Minute aus rund 30 Metern einfach mal ab und versenkte unhaltbar. Die erneute Führung der Landsberger war hochverdient. Die Heimelf machte weiter Druck, da half es den „Schwabenrittern“ auch nicht, dass sie immer wieder Unterstützung von der Tribüne erhielten. In der 67. Minute war Leon Bucher durch, wurde kurz vor dem Strafraum gefällt – damit Rot für den Augsburger und Freistoß für Landsberg. Der brachte zwar nichts ein, doch in Überzahl sollte nun eigentlich die Entscheidung fallen.

Es kam anders: Mit einem Mann weniger wurden die Augsburger plötzlich wieder gefährlich und einige Male brannte es in der TSV-Abwehr, dabei konnte sich aber auch der inzwischen eingewechselte Kapitän Maximilian Holdenrieder auszeichnen. Es blieb spannend bis zum Schluss, denn erst in der Nachspielzeit fiel das 3:1. Zuvor hatte Kircicek, das leere Tor vor sich, nur die Latte getroffen, dann sorgte Halit Yilmaz mit einem satten Schuss dafür, dass der Pokal-Traum beim TSV Landsberg weiterlebt.