Rathaus plant DVB-Kahlschlag

„Irrsinn“: Parteien und Verbände reagieren drastisch

Aktualisiert am 25.08.2026 – 15:50 UhrLesedauer: 2 Min.

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Eine Straßenbahn in der DVB-Werkstatt (Symbolbild): Laut einem Rathauspapier sollen sollen elf Straßenbahnen aus dem Fahrplan verschwinden. (Quelle: IMAGO/Sylvio Dittrich)

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Die Stadtverwaltung will den Etat der Verkehrsbetriebe zusammenstreichen. Kritiker mahnen: Die Kürzungen könnten Dresden am Ende mehr kosten, als sie einbrächten.

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) sollen im kommenden Jahr rund zehn Prozent ihres Angebots streichen. Damit will die Stadt 8,3 Millionen Euro einsparen. Das geht aus einer internen Verwaltungsvorlage der Stadt hervor. Zuerst hatte die „Sächsische Zeitung“ darüber berichtet. Ende November soll der Stadtrat darüber entscheiden.

Seit Bekanntwerden des Rathauspapiers melden sich Politiker und Verbände zu Wort – und rechnen dem Rathaus vor, dass die Einsparungen auf Dauer teuer werden könnten.

Was konkret gestrichen werden soll

Laut „Sächsischer Zeitung“ sollen elf Straßenbahnen und 23 Busse aus dem Fahrplan verschwinden und nicht mehr in der Stadt unterwegs sein. Rund 100 Stellen fielen weg. Die DVB würden dadurch 9,4 Millionen Fahrgäste im Jahr verlieren – rund 30.000 am Tag.

Die Einschnitte träfen einen Großteil des Netzes: Die Linie 8 soll etwa am Postplatz enden, statt wie bisher bis in die Südvorstadt zu fahren. Linie 13 soll hingegen bereits in Mickten wenden, statt weiter bis Kaditz zu fahren. Bei den Linien 10 und 12 würden sich die Abstände zwischen den Fahrten verlängern. Des Weiteren würden mehrere Buslinien nur noch alle 30 Minuten verkehren.

„Schulden für später“?

Der ökologische Verkehrsclub VCD, hält die geplante Ersparnis für trügerisch. Dafür führt der Verkehrsclub mehrere Gründe an: Aufgeschobene Reparaturen an Fahrzeugen und Gleisen müssten später teurer nachgeholt werden. Das Geld, das die DVB in die Ausbildung von Nachwuchskräften gesteckt haben, sei verloren – und falle in einigen Jahren erneut an. Dresden verliere im Wettbewerb um Fachkräfte an Boden. Großveranstaltungen litten, wenn Zusatzangebote wegfielen.

Vor allem würde ein ausgedünnter Takt Fahrgäste kosten und der DVB so auch weniger Geld aus dem Deutschlandticket-Topf bekommen. Der Verband warnt daher vor einem „Teufelskreis aus Nachfragerückgang und Kürzungen“.

Die Linke bereitet den Bürgerentscheid vor

Am deutlichsten positioniert sich die Linke. Die Stadträte André Schollbach, Tilo Kießling und Jens Matthis stellen einen Antrag für den Stadtparteitag am 29. August. Der Stadtverband soll die Kürzungen darin ablehnen. „Diesem Irrsinn muss Einhalt geboten werden“, erklären die drei am Dienstag.

Die drei Stadträte stehen auch hinter dem Bürgerbegehren „Dresdner Nahverkehr erhalten“, für das mehr als 40.000 Unterschriften zusammenkamen. Bis über dessen Zulassung endgültig entschieden ist, soll der Stadtrat nach dem Willen der Linken keine weiteren Kürzungen beschließen.