
AUDIO: Asiatische Hornisse breitet sich in Deutschland aus (3 Min)
Invasive Art
Stand: 26.08.2026 03:00 Uhr
Die Asiatische Hornisse breitet sich immer weiter aus und ist eine Gefahr für Bienen. Vor knapp zwei Wochen wurde sie erstmals in Sachsen nachgewiesen: im Leipziger Stadtteil Grünau. Nun konnte das Nest gefunden und entfernt werden. Ist die Gefahr für heimische Insekten damit gebannt?

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Fritz Höfler ist Imker und Bienenpädagoge. Asiatische Hornissen, sagt er, seien fliegende Wölfe. „Die jagen im Rudel“. Höfler zufolge jagen mehrere Asiatische Hornissen vor einem Bienenvolk, können rückwärts fliegen „wie ein Hubschrauber“ und schnappen sich die Arbeiterinnen, die ausfliegen. Neben anderen Wildbestäubern jagen asiatische Hornissen am liebsten Honigbienen.
Nest in Leipzig gefunden und entfernt
In Leipzig-Grünau lebende Insekten können erstmal aufatmen. Philipp Schwertfeger und sein Team von der „Velutina Army“ konnten in dieser Woche ein Nest der Asiatischen Hornisse entfernen – beziehunsgweise der „Velutina“, wenn man Latein spricht.
Die Velutina sei ein gesamtgesellschaftliches Problem, sagt Schwertfeger. „Wir Imker sind aber die ersten, die das sehen. Die Velutinas gehen auf Proteinfang, holen sich Insekten. Und wenn die sich einmal auf einen Bienenstock eingeflogen haben, dann kommen die immer wieder.“
Video:
Asiatische Hornisse in Sachsen gesichtet (1 Min)
Hornissen können ganze Bienenvölker schwächen
Was erstmal nicht nach viel klingt, hat weitreichende Folgen, weiß auch Bienenpädagoge Höfler: „Wenn das Bienenvolk registriert, ‚Mensch, da ist ein Fressfeind vor der Tür‘, dann fliegt es nicht mehr aus.“ Die Tiere stellen dann ihre Sammelaktivität ein, die Eiweißfütterung der Brut kommt zum Erliegen. Letztendlich kann daran ein gesamtes Volk zugrunde gehen.
Aus Frankreich gibt es Schätzungen, dass Bienenvölker durch die Asiatische Hornisse um bis zu 30 Prozent reduziert wurden.
Asiatische Hornisse nicht einzige Bedrohung für Bienen
Corinna Hölzel vom BUND äußert gegenüber MDR AKTUELL, dass man bei solchen Zahlen immer den Zustand der Bienenvölker bedenken müsse. Schließlich sei die Asiatische Hornisse nicht die einzige Bedrohung für die Tiere.
Neben der Varroamilbe sind es vor allem der Verlust von Lebensraum, die Versieglung in Städten, fehlende Blühflächen, die Klimakrise und der Einsatz von Pestiziden, die die Biene unter Dauerstress setzen. Da kommt die invasive Velutina jetzt noch oben drauf.

Ist sie schon in Mitteldeutschland?
Die Asiatische Hornisse jagt Honigbienen und bedroht ganze Völker. Der Nabu ruft Bürgerinnen und Bürger bundesweit auf, mitzumachen und Sichtungen online zu melden.
Für Menschen keine besondere Gefahr
In Leipzig-Grünau konnte die Gefahr fürs Erste gebannt werden. Wer selber ein Nest entdeckt, sollte diese Arbeit immer den Profis überlassen. Für Menschen ist ein Stich der Asiatischen Hornisse zwar schmerzhaft, aber nicht gefährlicher als ein Bienenstich – solange man nicht allergisch ist.
Wirklich zu stoppen sei die Asiatische Hornisse nicht mehr, sagt Fritz Höfler. „Die ist nicht zu stoppen, definitiv. Man wird mit ihr zurechtkommen müssen.“ Gleichwohl sei die Zukunft der Biene nicht aussichtslos: „Es gibt auch Meinungen, und das ist auch meine, dass man nicht primär diese Hornisse bekämpfen muss.“
Mehr Blühflächen sollen Insekten helfen
Eine Lösung könnte stattdessen ein besserer Schutz der Bienen sein: verkleinerte Fluglöcher, Blattwerk vor den Eingängen und eine weitläufige Aufstellung der Bienenstöcke. „Man sollte die Bienenvölker als Imker so führen und aufstellen, dass ihre natürliche Verteidigung möglichst gut funktioniert.“ Man brauche starke, verteidigungsfähige Völker. Dann könnten auch Asiatische Hornissen einem solchen Volk nicht mehr allzu viel anhaben.
Imker Höfler weiß, was jeder Einzelne für die Insekten tun kann: „Wir müssen blühende Kulturen in die Landschaft bringen. Nicht nur in die Landwirtschaft, sondern auch in die Kleingärten, auf die Balkone.“