Bielefeld-Stieghorst. Wohnungsbau oder Militär? Auf schnelle Klarheit zur Zukunft der ehemaligen Britenkasernen Rochdale und Catterick drängt jetzt die Bielefelder Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in einem offenen Brief an das Bundesverteidigungsministerium. Die Naturschützer verweisen darin auch auf den Ratsbeschluss vom November 2025: Darin war die Bielefelder Verwaltung aufgefordert, „den konstruktiven Dialog mit den zuständigen Stellen der Bundesverwaltung fortzuführen und zu intensivieren.“

Im Oktober 2025 war bekannt geworden, dass der Bund eine Nutzung der ehemaligen Kasernenflächen an Detmolder Straße (Catterick) und Oldentruper Straße (Rochdale) durch die Bundeswehr erwägt und prüfen lässt. Die bereits angelaufenen Planungen zu großen Wohnungsbauprojekten auf den Geländen liegen seitdem auf Eis.

Der BUND betont nun, dass die Stadt gezwungen wäre, neue Wohngebiete auch in die freie Landschaft hinein zu planen, sollten die genannten Flächenoptionen im Siedlungsbereich verloren gehen.

Demo vor Bielefelder Kaserne: Eine Minute Protest für jeden potenziellen Bewohner

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Negative Folgen auch für Klima- und Naturschutz in Bielefeld

„Dies würde den Zielen einer nachhaltigen und flächensparenden Siedlungsentwicklung, mit der der Außenbereich möglichst geschont wird, entgegenstehen, sich damit negativ auf Klimaschutz, Naturschutz und Landwirtschaft auswirken und Erschließungskosten in die Höhe treiben“, heißt es in dem offenen Brief.

Während die Rochdale-Kaserne unter anderem aufgrund ihrer Lage im dicht besiedelten Stadtgebiet aus Sicht der Naturschützer ganz dem Wohnungsbau vorbehalten bleiben sollte, hält der BUND bei der Catterick-Fläche „ein Nebeneinander von militärischer und ziviler Nutzung für vorstellbar“.

Mit dem Ratsbeschluss vom November hatte Oberbürgermeisterin Christiana Bauer (CDU) ein klares Mandat für verstärkte Verhandlungen mit den zuständigen Bundesstellen erhalten, um rasch eine tragfähige Lösung für die Kasernenzukunft zu finden. Bisher ohne Ergebnis. Während 40 andere Standorte für eine Nutzung durch die Bundeswehr ausschieden, gingen die Bielefelder Kasernen vor den Sommerferien in die nächste Prüfungsrunde:
Bundeswehr prüft weiter: Welcher Standort in Bielefeld ist fürs Militär geeignet?
Betroffen sind von der Prüfung neben den früheren Kasernengeländen auch ein Gelände des britischen Truppenversorgers Naafi, der Ex-Standort der britischen Militärpolizei und das ehemalige britische Sportplatzgelände am Jagdweg.

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