Kein Land ist im Frauenbasketball so erfolgreich wie die USA. Vor zwei Jahren gewann das Team in einem nervenaufreibenden Finale gegen die Französinnen Olympisches Gold, und das zum zehnten Mal. Weltmeister wurde das Land bereits elfmal in der Geschichte.

Vor knapp zwei Wochen gab Team-Managerin Sue Bird den offiziellen Kader der US-Basketballerinnen für die diesjährige Weltmeisterschaft in Berlin bekannt. „Das ist eine unglaublich talentierte Gruppe, die sich die Chance verdient hat, in Berlin anzutreten. Ich kann es kaum erwarten zu sehen, was dieses Team gemeinsam erreichen wird“, sagte Bird. Eines fällt dabei auf: Eine Gruppe junger Nachwuchstalente mischt den bisher erfolgreichen Kader neu auf. Kann das Team davon profitieren?

Erfahrung und Führungsqualität bringen bei der diesjährigen WM vor allem Spielerinnen wie A‘ja Wilson, Breanna Stewart und Chelsea Gray mit. Von ihnen können die anderen Spielerinnen einiges lernen.

Die Spiele der USA bei der WM in Berlin

  • 4. September, 14.15 Uhr, Max Schmeling Halle: gegen China
  • 6. September, 20.45 Uhr, Arena in Friedrichshain: gegen Italien
  • 7. September, 20.45 Uhr, Arena in Friedrichshain: gegen Tschechien

Die bereits viermal ernannte MVP-Spielerin Wilson gewann zweimal Gold bei den Olympischen Spielen und wurde 2018 mit Team USA Weltmeisterin. Für viele Experten ist sie die beste Basketballerin der Welt.

Die 33-jährige Gray ist besonders bekannt für ihre genialen Pässe und ihren spektakulären Dreierwurf, Young dagegen für ihre physische Fertigkeit und ihr vielseitiges Scoring. Vielseitigkeit gehört ebenso zu den Stärken von Breanna Stewart: Die Mitspielerin der deutschen Nationalspielerinnen Leonie Fiebich und Satou Sabally bei den New York Liberty ist im Angriff kaum ausrechenbar und zudem eine herausragende Verteidigerin.

PARIS, FRANCE - AUGUST 11: Chelsea Gray of United States L and Jackie Young of United States R celebrate their victory of the gold medal and pose with the USA flag during the Women s Gold Medal Game, Game 52, France vs United States of America on day sixteen of the Olympic Games, Olympische Spiele, Olympia, OS Paris 2024 at Arena Bercy on August 11, 2024 in Paris, France. Paris Bercy Arena France *** PARIS, FRANCE AUGUST 11 Chelsea Gray of United States L and Jackie Young of United States R celebrate their victory of the gold medal and pose with the USA flag during the Women s Gold Medal Game, Game 52, France vs United States of America on day sixteen of the Olympic Games Paris 2024 at Arena Bercy on August 11, 2024 in Paris, France Paris Bercy Arena France Copyright: xJustPictures.ch/DanielaxPorcellix jp-en-EuSpIm-20240811-_DP26239 Chelsea Gray (links) und Jackie Young (rechts) nach ihrem Sieg gegen Frankreich im Finale der Olympischen Spiele.

© IMAGO/justpictures.ch/IMAGO/Daniela Porcelli

Von den großen Stars der Liga fehlt einzig Dreierspezialistin Sabrina Ionescu, die bei den Olympischen Spielen noch für große Highlights gesorgt hatte.

Die nächste Generation übernimmt

Die erfahrenen Spielerinnen haben ihr Können in den vergangenen Jahren immer wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Doch die neue Basketball-Generation ist längst bereit, in ihre Fußstapfen zu treten. Mit ihnen wächst nicht nur das sportliche Potenzial, sondern auch die Größe der Anhängerschaft.

Besonders die sozialen Medien tragen dazu bei, dass die Nachwuchsspielerinnen zunehmend Aufmerksamkeit erhalten und sich große, junge Fangemeinden um sie herum bilden. Die Basketballstars werden bereits seit ihrer College-Zeit medial verfolgt und sind beim Eintritt in die WNBA längst keine unbekannten Gesichter mehr.

Die prominentesten Beispiele hierfür sind Caitlin Clark und Paige Bueckers. Clark spielt seit 2024 für die Indiana Fever und erreichte im Juli mit 45 Punkten und 10 Assists ein Karrierehoch sowie einen Franchise-Rekord. Medien sprechen immer wieder von einem „Caitlin Clark Effekt“. Damit wird der Aufschwung bezeichnet, den der Frauenbasketball aktuell erlebt. Bereits während ihrer College-Karriere stellte sie mit ihrer Mannschaft, den Iowa Hawkeyes, Zuschauerrekorde auf – auch in der WNBA sind seit ihrem Eintritt die Einschaltquoten erheblich gestiegen.

DALLAS, TEXAS - AUGUST 20: Paige Bueckers #5 of the Dallas Wings drives to the basket against Caitlin Clark #22 of the Indiana Fever during the second half at American Airlines Center on August 20, 2026 in Dallas, Texas. NOTE TO USER: User expressly acknowledges and agrees that, by downloading and or using this photograph, User is consenting to the terms and conditions of the GettyImages License Agreement.   Stacy Revere/Getty Images/AFP (Photo by Stacy Revere / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP) Zuletzt trafen die Indiana Fever mit Caitlin Clark (links) am 20. August auf das Team von Paige Bueckers (rechts), den Dallas Wings.

© Getty Images via AFP/Stacy Revere

Wer Caitlin Clark kennt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch schon auf Angel Reese gestoßen. Die Rivalität der beiden Spielerinnen sorgt seit Jahren für große Aufmerksamkeit und wird insbesondere durch Fans in den sozialen Medien weiter befeuert. Die Insidespielerin der Atlanta Dream überzeugt auf dem Spielfeld vor allem durch ihre Stärke im Rebounding. Abseits des Spielfeldes steht sie ebenfalls im Fokus: Mit ihrer ausgeprägten Social-Media-Präsenz erreicht sie ein Millionenpublikum, allein auf Instagram folgen ihr 5,2 Millionen Menschen. Dabei polarisiert sie mit ihrem selbstbewussten Auftreten und sorgt regelmäßig für Diskussionen.

Paige Bueckers und Caitlin Clark kennen sich bereits von den Turnieren des U-19-Frauenteams der USA, mit dem sie zusammen im Jahr 2019 die Goldmedaille holten. Bueckers ist ebenfalls absoluter Publikumsfavorit und erhielt den Spitznamen „Paige Buckets“. Im Jahr 2025 wurde sie an erster Stelle in die WNBA zu den Dallas Wings gedraftet und erhielt in ihrer ersten Saison die Auszeichnung „Rookie of the Year“.

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Clarks Teamkollegin Aliyah Boston hingegen ist bekannt für ihre hohe Trefferquote im Low-Post-Bereich und ihre erstklassigen Rebounds. Die Fever haben dieses Jahr Bostons Vertrag um vier Jahre verlängert, und zwar in Höhe von 6,3 Millionen Dollar. Damit hat ihr Vertrag den höchsten Gesamtwert in der Geschichte der WNBA.

An Tiefe und Können mangelt es dem Team jedenfalls nicht. Die einzige Herausforderung wird sein, nach kurzer Trainingszeit richtig zueinander zu finden. Die WNBA-Saison ist weiterhin im vollen Gange und die meisten Spielerinnen werden erst Ende August nach Berlin reisen können, knapp eine Woche vor Turnierbeginn. Viele von ihnen kennen sich bereits einige Jahre, aber bisher voranging als Gegnerinnen. Gelingt es ihnen, ihre Fähigkeiten erfolgreich zu vereinen? Vor dieser Herausforderung steht das Team unter Trainerin Kara Lawson bei der Basketball-WM in Berlin. Denn alles andere als die Goldmedaille wäre eine Enttäuschung für die USA.