Vom Marienplatz aus schicken die Münchner Olympia-Befürworter am Mittwochmittag ein deutliches Signal ins Land: „Für Deutschlands echte Olympia-Chance!“, steht auf einem zehn mal zwanzig Meter großen, hellblauen Banner, das rund 60 Helfer vor dem Rathaus entrollen und dann in die Höhe halten. Die Adressaten der Werbe-Botschaft: die Sportfunktionäre und Verbandsvertreter, die in einem Monat darüber entscheiden, mit welcher Stadt sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) demnächst beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) um Olympische und Paralympische Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 bewirbt.

Außer München stehen noch Berlin und das Rhein-Ruhr-Gebiet mit Köln im Zentrum zur Auswahl, wenn die Fachverbände des DOSB am 26. September in Baden-Baden zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zusammenkommen, um den nationalen Kandidaten zu küren. „Wir wollen zum Ausdruck bringen, dass München international die besten Chancen hätte“, erklärt Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) die symbolische Aktion, mit der die bayerische Landeshauptstadt in den Endspurt der nationalen Bewerbungsphase startet.

„Für Deutschlands echte Olympia-Chance!“ stand auf einem zehn mal zwanzig Meter großen hellblauen Banner, das rund 60 Helfer vor dem Rathaus entrollten.„Für Deutschlands echte Olympia-Chance!“ stand auf einem zehn mal zwanzig Meter großen hellblauen Banner, das rund 60 Helfer vor dem Rathaus entrollten. Foto: Catherina Hess

Die Aktion sei „eigentlich klein gedacht“ gewesen, räumt Krause ein; umso mehr freue ihn die große Aufmerksamkeit, die den Countdown zur finalen Entscheidung letztlich begleitete. Nebst zahlreichen Medienvertretern beobachten auch etliche Passanten das Geschehen auf dem Marienplatz an einem „in doppelter Hinsicht historischen Datum“, wie Krause anmerkt: Exakt auf den Tag genau 54 Jahre nach der Eröffnungsfeier der Spiele von 1972 und genau einen Monat vor der Entscheidung wird der Countdown zur finalen Entscheidung eingeleitet.

Das neue Münchner Kindl Sina Hochreiter steckt dazu eine Tafel mit der Zahl 31 – den verbleibenden Tagen bis zur Kür in Baden-Baden – in eine Halterung am drei Meter großen Dackel, der nun in den nächsten Wochen vor dem Rathaus steht und für die Olympia-Ambitionen der Stadt wirbt. Der Riesendackel ist natürlich eine Reminiszenz an Waldi, das Maskottchen von 1972. Täglich sollen nun hellblaue Täfelchen mit absteigenden Zahlen an verschiedenen Orten der Stadt fotografiert und über Social-Media-Kanäle verbreitet werden.

Für eine neuerliche Austragung von Olympischen Spielen in München werben auf dem Marienplatz auch Vertreter des Bündnisses „Pro Olympia“ wie Wolfram Hatz, der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. „Wir haben das schon einmal gemacht“, erinnert Hatz, „wir können das.“ Zudem macht sich der ehemalige Schlagmann des Deutschland-Achters Hannes Ocik für Olympia in München stark. „Wir brauchen das, um neue Impulse für den deutschen Sport zu setzen“, sagt der dreimalige Weltmeister und zweimalige Olympia-Zweite.

Für den Fall, dass München sich erst als nationaler Kandidat durchsetzt und dann in zehn, vierzehn oder achtzehn Jahren erneut Olympische Spiele organisieren darf, erhofft sich die bayerische Landeshauptstadt auch in anderer Hinsicht Impulse – nämlich für den Bau von dringend benötigten Infrastrukturmaßnahmen. Aber das ist nicht die vorrangige Botschaft an diesem Mittwoch, wie den Worten des Münchner Kindls Sina Hochreiter zu entnehmen ist: „München ist bereit für Olympia!“