Wegen Frage an Selenskyj
Aktualisiert am 26.08.2026, 14:58 Uhr

Die russische Polizei sucht nach einem deutschen Journalisten. (Symbolbild)
© Russian Look/IMAGO/Shatokhina Natalia
Ein Gericht in Moskau geht juristisch gegen einen deutschen Auslandskorrespondenten vor. Der Vorwurf wiegt schwer – im Fall einer Verurteilung drohen dem Reporter mehrere Jahre Haft.
Moskau hat nach russischen Agenturberichten einen Journalisten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) international zur Fahndung ausgeschrieben. Ein Gericht in Moskau erließ gegen den Korrespondenten einen Haftbefehl, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Ihm werde „Anstiftung zu Hass oder Feindseligkeit“ vorgeworfen. Zuvor war der Reporter bereits in Russland auf die Fahndungsliste des Innenministeriums gesetzt worden.
Bei Interpol, dem internationalen Zusammenschluss von Polizeibehörden, war zunächst kein Eintrag zu dem Balkan-Korrespondenten der „FAZ“ zu finden. Ein Eintrag kann zumindest zu längeren Kontrollen bei Grenzübertritten führen. Unklar ist, ob das bislang als russlandfreundlich geltende Serbien – eine Arbeitsregion des Journalisten – das Moskauer Fahndungsgesuch beachten würde.

Aktualisiert
am 26.08.2026, 08:49 Uhr
Die russische zivile Flugzeugflotte steckt in Schwierigkeiten. Der Passagierjet MC-21 sollte eigentlich die ganze Flotte ersetzen. Dafür werden aber nicht genug Flugzeuge gebaut.
Journalistenfrage in Serbien löst russische Strafverfolgung aus
Anlass für die Maßnahme der russischen Behörden ist eine Frage, die der „FAZ“-Journalist dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor gut zwei Wochen bei dessen Besuch in der serbischen Hauptstadt Belgrad gestellt hatte. Er hatte nach Angaben der russischen Staatsagentur Tass Selenskyj gefragt, was europäische Länder tun könnten, um „dazu beizutragen, dass mehr Russen getötet werden“. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete dies als Aufruf zur Tötung von Russen. Das sei „unzulässig“ und „kriminell“.
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Die „FAZ“ erklärte daraufhin, die Frage sei missverständlich formuliert gewesen. „Wir haben dies klargestellt und die Formulierung bedauert“, hieß es in der Erklärung. Nach russischem Recht drohen dem „FAZ“-Journalisten bis zu sechs Jahre Haft.
Russland führt seit Februar 2022 Krieg gegen die benachbarte Ukraine. Kiew wird in seinem Abwehrkampf von europäischen Staaten unterstützt. (dpa/bearbeitet von phs)