Sanktionen sollen verhindern, dass Russland weiter aufrüstet. Dokumente deuten nun darauf hin, dass über China wohl trotzdem Produkte von Siemens in das Land geliefert wurden – und welche Verbindungen es zu einer Firma in Schleswig-Holstein gibt.

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Artikelzusammenfassung

In Neumünster zeigt Priminer seine Maschinen wie auf einer Industrie-Bühne. Beim »Späneflugtag« inszeniert sich der deutsch-chinesische Werkzeugmaschinenbauer mit Bratwurst, Bohrern und Business-Coolness als globaler Hidden Champion, doch hinter dem Messeglanz zeichnet sich laut internen Dokumenten ein deutlich düstereres Bild ab: Lieferungen nach Russland, mutmaßlich auch an sanktionierte Rüstungsfirmen, teils mit Siemens-Steuerung. Die Recherche verfolgt dann die Ownership-Strukturen von Schleswig-Holstein über Dongguan bis nach Odinzowo, wo aus Priminer Russland nach US-Sanktionen per Rebranding kurzerhand »Hochpräzisions-Technologien« und für Kunden sogar die Marke »Evolution« wurde – ein Naming-Trick, so elegant wie dreist. Siemens verweist auf Endverbleibserklärungen und Compliance-Prozesse, Priminer bestreitet Rechtsverstöße und betont die formale Trennung zwischen deutscher, chinesischer und russischer Sphäre; Sanktionsrechtler halten diese Firewall allerdings für fragil bis folkloristisch. Am Ende bleibt ein Lehrstück über die Schattenseiten globalisierter Wertschöpfung, in der deutsches Know-how, chinesische Fertigung und russische Kriegswirtschaft eine toxische Supply Chain bilden – und ausgerechnet die Präzisionsmaschine zum Symbol moralischer Unschärfe wird.

Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.

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Maschinenexporte nach Russland: Ein russischer Kampfpanzer im Einsatz. Für die Waffenschmieden braucht Wladimir Putin Know-how aus dem Westen.

Ein russischer Kampfpanzer im Einsatz. Für die Waffenschmieden braucht Wladimir Putin Know-how aus dem Westen.
© Alexander Polegenko/​Zuma/​Imago

Was passiert, wenn chinesischer Geschäftssinn und deutsche Wertarbeit zusammenkommen, kann man Ende Juni im schleswig-holsteinischen Neumünster besichtigen. Das deutsch-chinesische Unternehmen Priminer hat zum »Späneflugtag« geladen, so nennt der Werkzeugmaschinenbauer seine Firmenmesse. Vor der Montagehalle steht ein Grill, es gibt Bratwurst und Nudelsalat. Drinnen werden die mächtigen Maschinen des Unternehmens zur Schau gestellt. Sie sehen aus wie gigantische Backöfen, durch ihre Fenster hindurch kann man dabei zusehen, wie Bohrer Formen in Metall fräsen, wobei die silbernen Späne durch das Gehäuse fliegen.