Stand: 26.08.2026 17:18 Uhr

Drei Jahre haben Annika Neumann, Clara Müller, Laura Hantschel und Lukas Hort an „Map Map“ gearbeitet. Jetzt präsentiert das junge Hamburger Studio sein erstes Spiel auf der Gamescom. Die weltweit größte Spielemesse läuft bis zum 30. August.

von Danny Marques Marçalo

In Köln startet die größte Videospielmesse der Welt. Dort kommen die großen Player aus den USA und aus Japan zusammen. Ebenso viele Unternehmen, die gerade erst gestartet sind. Dazu gehört Pipapo Games aus der Hamburger-Neustadt. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind um die 30 Jahre alt und seit kurzem mit ihrem ersten Spiel auf dem Markt.

„Map Map“ ist ein Spiel, in dem man Landkarten erstellt

„Map Map“ heißt das erste Spiel von Pipapo Games. Man läuft mit seiner Figur über eine unbekannte Insel und versucht eine Landkarte davon zu erstellen. In quietschbunter Optik, für Spieler von acht bis 88 Jahren. Ausgedacht haben sich das Annika, Clara, Laura und Lukas. „Wir haben uns alle im Gamesmaster der HAW Hamburg kennengelernt. Da haben wir geschaut, wer alles Lust hat zu gründen.Wir arbeiten insgesamt schon seit vier Jahren zusammen. Drei Jahre davon haben wir jetzt an „Map Map“ gearbeitet.“

Spiel hat drei Jahre Entwicklung gekostet

Das Unternehmen haben sie also bereits während des Studiums gegründet. Alle müssen noch ihre Masterarbeit fertig schreiben. Das Spiel kann man aber bereits kaufen. Drei Jahre Entwicklung, das bedeutet auch drei Jahre immer wieder sehr kleinteilige Arbeitsschritte zu machen, ohne sich sicher sein zu können, das man Erfolg haben wird.

Mehrere Figuren ausgedruckt auf einem Blatt Papier, das an eine Wand gepinnt ist.

Innerhalb von drei Jahren mussten sie immer wieder viele kleinteilige Arbeitsschritte machen.

Aber Zweifel hatten sie nicht, weil sie das Spiel schon früh Leuten gezeigt haben, sagt Clara. „Die fanden das immer cool und das hat uns immer sehr viel positives Feedback gegeben.“ Dadurch haben sie daran geglaubt, dass es gut läuft. „Aber es ist nach drei Jahren auch schön, das Spiel jetzt mal niederzulegen.“

Problem für junges Startup: Geld

Hamburg ist eine Spielestadt. Über die Hamburger Kreativgesellschaft und der angeschlossenen „Game City“ wird die Gamesbranche gefördert. Auch Pipapo Games haben Fördermittel erhalten und an Events wie der regelmäßigen Games Play Test Night teilgenommen. Ein Abend im alten Saturn in der Mönckebergstraße, bei den Hamburger Entwicklerteams ihre Spieler zeigen und Feedback einsammeln.

Drei Frauen und ein Mann sitzen und stehen in einem Raum am Schreibtisch und schauen in die Kamera.

Die vier Hamburger haben bereits während ihres Studiums das Spiel entwickelt.

Das größte Problem für junge Startups ist aber Geld. Denn zunächst entwickelt man das Spiel und dann erst kommt das Geld rein, sagt Clara. „Diese Entwicklungszeit haben wir vor allem mit Förderung, also der Game City überstanden. Aber wir haben auch eine Vier-Tage-Woche, wo wir am fünften Tag alle einen Nebenjob haben, um uns finanziell über Wasser zu halten.“

Spiele entwickeln und designen ist viel Handarbeit

Eine junge Frau sitzt vor einem PC, auf einem Bildschirm ist eine kleine animierte Figur zu sehen.

Spiele designen ist kleinteilig, da muss jeder Strich sitzen.

Spiele designen ist kleinteilig. In ihrem engen Büro, an dem sie alle vier an einer Arbeitsinsel sitzen – in einem Raum, den sie sich mit einer anderen Firma aus Kostengründen teilen, zeichnet Laura am PC Linien auf die Heldin von Map Map. „Ich mache gerade die Textur von unserer Hauptfigur. Textur ist, als wenn ich unsere Hauptfigur anmale. Aber auf einem 3D Modell.“ Vieles ihrer Arbeit ist Handarbeit, wie in einem Zeichentrickstudio.

Jetzt treffen Pipapo bei der Gamescom auf die Branchenriesen, können sich Tausenden Besuchern vor Ort und Millionen online präsentieren. Annika und ihr Team freuen sich darauf, sie wollen Reichweite bekommen und Feedback sammeln, schließlich sind viele Menschen bei der Gamescom und können das Spiel spielen, sagt Annika. „Dadurch kriegen wir einen anderen Eindruck, als wenn wir Leute online spielen lassen.“

Mit „Map Map“ ist das erste Spiel von Pipapo draußen in der Welt. Die Entwicklung am zweiten startet im Oktober – nach der Gamescom und der Masterarbeit.

Eine Frau mit Kopfhörern sitzt vor einem Gaming-PC und spielt ein Videospiel

Computerspieldesign-Dozent Ralf Hebecker über KI, Kunstgeschichte als Schlüsselkompetenz und die Zukunft der Games-Branche.

Das Team AG.AL hält den Pokal der Esports World Cup im Grand Palais in Paris in die Höhe.

„Esports World Cup“

In Paris ist der „Esports World Cup“ zu Ende gegangen. Es ist das weltweit größte Multi-E-Sport-Event, veranstaltet von der saudi-arabischen „Esports Foundation“. CEO Reichert im SWR MIxTalk über den Einfluss des Events auf die Branche und den Vorwurf des Sportswashings.

Junge mit lockigem Haar sitzt seitlich an einem Schreibtisch vor einem Gaming-PC mit blauer LED-Beleuchtung, streckt sich mit über den Kopf verschränkten Armen, trägt ein Headset, im Hintergrund ein Fenster mit Jalousien.

Vor der Gamescom

Am Mittwoch beginnt die weltweit größte Spielemesse Gamescom. Im Vorfeld äußern sich Forschende allerdings besorgt über die große Zahl angeblich kostenlos spielbarer Titel – die weitestgehend unreguliert sind.

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