Ein Hinweisschild mit Bundesadler und der Aufschrift Bundesgerichtshof, aufgenommen vor dem Bundesgerichtshof (BGH).

Stand: 26.08.2026 19:41 Uhr

Der Bundesgerichtshof (BGH) will sich Anfang 2027 mit dem Freispruch eines im Fall „Maddie“ verdächtigen Mannes beschäftigen. In dem Revisionsverfahren geht es um den Vorwurf schwerer Sexualstraftaten.

Das Landgericht Braunschweig hatte den mehrfach vorbestraften Christian B. im Oktober 2024 vom Vorwurf dreier Vergewaltigungen und zwei Fällen sexuellen Kindesmissbrauchs freigesprochen. Die Richter hatten keine ausreichenden Beweise für eine Verurteilung gesehen. Die Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung gefordert. Der BGH will das Urteil auf Rechtsfehler prüfen. Wie das Gericht mitteilte, könnte das Revisionsverfahren am 11. Januar starten. Zuvor hatte die „Braunschweiger Zeitung“ berichtet.

Christian B. ist auf freiem Fuß

Der Prozess stand damals im Fokus internationaler Medien, weil Christian B. im Fall der 2007 aus einer portugiesischen Ferienanlage verschwundenen Madeleine „Maddie“ McCann unter Mordverdacht steht. Eine Anklage gibt es nicht. Es gilt die Unschuldsvermutung. Christian B. war 2019 vom Landgericht Braunschweig wegen schwerer Vergewaltigung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Nach Verbüßung der Strafe kam B. im September 2025 gegen Auflagen frei. Er muss eine elektronische Fußfessel tragen und sich regelmäßig bei einem Bewährungshelfer melden

Der Angeklagte Christian B. kommt zu Prozessbeginn in den Gerichtssaal im Landgericht Braunschweig.

Zuvor war ein Verlängerungsantrag abgelehnt worden. Nun hat das Oberlandesgericht einer Beschwerde der Polizei stattgegeben.

Der Angeklagte Christian B. steht im Gerichtssaal im Landgericht Braunschweig.

Sie fordert ein neues Verfahren in Göttingen. Christian B. wurde in Braunschweig vom Vorwurf mehrerer Sexualstraftaten entlastet.

Ein Mann trägt eine Fußfessel.

Neben B. überwachen Experten bundesweit rund 190 Menschen per elektronischer Fußfessel. Und das rund um die Uhr.

Der im Fall "Maddie" verdächtige Christian B. steht mit Handschellen im Landgericht Braunschweig.

Die Staatsanwaltschaft legte sich früh auf ihn fest. Doch auch nach fünf Jahren wird er nicht angeklagt – sondern freigelassen.

Polizisten stoppen einen Fotografen, als ein schwarzer Audi in Begleitung von Fahrzeugen der Polizei die Justizvollzugsanstalt Sehnde verlässt.

B. hat die JVA Sehnde im Auto seines Anwalts verlassen. Die Polizei eskortierte die Limousine mit den getönten Scheiben.

Eine Kerze und ein Foto von Madeleine McCann stehen zum Gedenken vor einer Wand.

2007 verschwand die Dreijährige im Portugal-Urlaub. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt noch heute in dem Fall.

Der Angeklagte Christian B. steht zwischen seinen Verteidigern im Gerichtssaal in Braunschweig.

Dem 47-Jährigen waren in Braunschweig mehrere Sexualstraftaten vorgeworfen worden. Er gilt auch im Fall „Maddie“ als verdächtig.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.08.2026 | 19:00 Uhr