KI-generiertAuf die jungen Teilnehmer des IT-Festes „Level IT up“ in Dresden warten hybride Abenteuer. Visualisierung KI generiert: ChatGPT, Prompt: Heiko Weckbrodt
„Level IT up 2.0“: 6 Dresdner Firmen wollen mit Rennbahnen, Python-Workshops und hybriden Abenteuern mindestens 200 Schüler für IT-Karrieren begeistern
Dresden, 26.08.26. Ein heimtückischer Virus infiltriert einen Fluchtraum voller Zivilisten. Cybergangster kapern eine Autorennbahn. Derweil knacken Computer-Kinder verschlüsselte Daten in der Rechnerwolke. Nein, das ist nicht der Tag des digitalen Super-Gaus, sondern Teil des Programms für den langen Nachmittag der Informatik-Asse im September: Sechs namhafte Unternehmen haben für Schüler ab der Klassenstufe 7 allerlei KI-Rätsel, hybride „Escape Rooms“, Programmier-Workshops und andere digitale Herausforderungen ausgeknobelt. Damit wollen sie die Ingenieurinnen, Software-Cracks und KI-Spezialisten von übermorgen zu einer informationstechnologischen („IT“) Karriere animieren. Die Veranstalter rechnen mit rund 200 jungen Teilnehmern bei der zweiten Runde von „Level IT up“.
„Auch in der Energieversorgung spielen IT und Digitalisierung eine wachsende Rolle.“
Jenny Wätzig, Sachsenenergie
Frauenanteil in der IT-Szene wächst – hat aber noch Luft nach oben
„Viele junge Leute kennen uns gar nicht“, hat René Wohllebe von der Dresdner Niederlassung von SAP festgestellt – immerhin einer der weltweit führenden Konzerne für Unternehmens-Software. „Wir sehen Level IT up auch gar nicht als direkte Azubis-Akquise, sondern eher als Berufsorientierung, deren Früchte wir vielleicht erst nach Jahren ernten.“ Dabei wolle SAP ausdrücklich auch Mädchen ansprechen: Die Frauenquote in Sachsen steigt zwar, ist aber noch ein gutes Stück von der 50-Prozent-Marke entfernt.
„Beim 1. Level IT up lag der Mädchenanteil bei etwa 30 %.“
René Wohlleben, SAP
Laden junge Dresdner zum „LevelITup“-Tag 2026 ein (von links nach rechts): Friedemann Höller (Eigenbetrieb IT Landeshauptstadt Dresden), Andreas Stieger (AWS Development Center Germany – hier mit Linux-Pinguin), Frank Bösenberg (Silicon Saxony – hier mit Augmented-Reality-Brille), Jenny Wätzig (Sachsenenergie), Anne-Sophie Graf (Communardo) und René Wohlleben (SAP – hier mit Datenbrille für den virtuellen Escape Room). Foto: Heiko Weckbrodt
(Bisher) kein Job-Kahlschlag durch KI in Sachsen
Der Fachkräfte- und Nachwuchsbedarf in hiesigen Softwareschmieden sei weiter hoch – trotz aller Schlagzeilen aus Amerika, wo gerade Hunderttausende Programmierer ihre Jobs an „Künstliche Intelligenzen“ (KIs) verlieren, betont Geschäftsführer Frank Bösenberg vom Branchenverband „Silicon Saxony.“ „Die Branche befindet sich tatsächlich im Wandel, die gewünschten Profile verändern sich“, räumt er ein. „Aber dieses Narrativ, dass durch KI bald alle IT-Arbeitsplätze wegfallen, teilen wir in Sachsen überhaupt nicht.“ Immerhin fast die Hälfte der rund 82.500 Stellen in den „Silicon Saxony“-Firmen entfalle auf die Softwarebranche, Tendenz: eher steigend. „Wenn ich mir so die Stellenanzeigen unserer Mitglieder anschaue, dann wird deutlich, wie viele KI-Experten, Software-Spezialisten für eingebettete Systeme, Firmware-Entwickler und dergleichen gesucht werden. Mal andersherum gesagt: Wenn es uns gelingt, dass wir hier KIs nicht nur nutzen, sondern auch selbst entwickeln, ist mir um unsere Software-Branche nicht bange.“
„Durch Themen wie Cybersicherheit sind wir in den letzten Jahren personell gewachsen. Dadurch nehmen auch unsere Azubi-Zahlen zu.“
Friedemann Höller vom IT-Eigenbetrieb der Stadt Dresden
Um Oberschüler und Gymnasiasten ab etwa 13 Jahren auf den Geschmack zu bringen, haben sich die Auskenner von SAP, der Amazon-Tochter AWS, Communardo, aus dem städtischen IT-Eigenbetrieb, Zeiss und Sachsenenergie für den Freitagnachmittag am 11. September ein attraktives Programm ausgedacht. Dazu gehören virtuell-analoge „Escape Room“-Abenteuern samt digitaler Schnitzeljagden, Cyberabwehr auf einer Carrera-Rennbahn, Python-Programmierkurse, Entschlüsselungskünste, die Installation eines Linux-Betriebssystems und dergleichen mehr.
„Wir investieren in die nächste Generation von IT-Talenten in Dresden.“
Andreas Stieger, AWS Dresden
Ein Workshop vom „Level IT up“-Premierenjahr 2025. Foto: Ann-Christin Böttger für Silicon Saxony
Über 200 Jugendliche erwartet
Zur Premiere von „Level IT up“ im vergangenen Jahr waren rund 200 Jugendliche in Dresdens Softwareschmieden gekommen. Für dieses Jahr rechnen die Initiatoren mit mindestens ebenso vielen Mädchen und Jungen. Da der lange Dresdner Informatiknachmittag – anders als etwa die Wissenschaftsnacht – komplett privat finanziert wird, setzt eigentlich nur die Zahl der teilnehmenden Firmen die Limits. „Silicon Saxony“ jedenfalls liebäugelt bereits mit dem nächsten Schritt: „Wenn dort genug Unternehmen mitmachen, kann man sich das Gleiche auch für Chemnitz und Leipzig vorstellen“, sinniert Bösenberg.
-> So können man und frau mitmachen:
Die Teilnahme an „Level IT up“ ist für die Jugendlichen gratis. Wer mitmachen will, muss sich vorher anmelden: bis zum 8. September über die Adresse levelitup.mobi. Das hybride Programm beginnt am 11. September gegen 13 Uhr.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Silicon Saxony, SAP, Wirtschaftsförderung Dresden, AWS, Sachsenenergie, Zeiss, Communardo, IT-EB, Wikipedia, Oiger.de