Der Mitgründer von Microsoft, Bill Gates, hat vor den gesellschaftlichen Risiken künstlicher Intelligenz (KI) gewarnt. Bislang habe niemand einen konkreten Plan, wie sich die Gefahren der Technologie begrenzen ließen, schrieb Gates in einem Blogbeitrag. Er forderte, bestimmte Tätigkeiten auch dann Menschen vorzubehalten, wenn KI sie deutlich schneller erledigen könne.

»KI wird entweder der größte Gleichmacher sein, der je erfunden wurde, oder die schlimmste Quelle von Ungerechtigkeit«, schrieb der 70‑Jährige. Gates warnte dabei besonders vor dem Verlust von Arbeitsplätzen. Vor allem junge Menschen könnten es künftig schwer haben, überhaupt eine Stelle zu finden.

Darüber hinaus schlug der Unternehmer in seinem Essay eine Steuer auf Roboter vor. Arbeitgeber zahlten Lohnsteuer, wenn sie Menschen beschäftigten. Kauften sie dagegen einen Roboter, könnten sie dessen Kosten in der Regel sofort als Betriebsausgabe absetzen, schrieb Gates. »Das Steuersystem drängt Sie geradezu dazu, Menschen durch Maschinen zu ersetzen.«

Bereits Ende Juli forderten mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führender KI-Firmen eine Pause bei der Entwicklung von KI. Sie warnten vor einem Kontrollverlust und appellierten an die US-Regierung, sich an internationalen Bemühungen für Regulierungsmaßnahmen zur Steuerung des Entwicklungstempos zu beteiligen. US-Präsident Donald Trump will dagegen die Technologie weitgehend unreguliert lassen – auch um im Konkurrenzkampf mit China mithalten zu können.