Bielefeld. Wenn in Oldtimerkreisen von der „Göttin“ die Rede ist, weiß jeder, um welches Fahrzeug es sich handelt. Warum der Citroën DS so genannt wird, ist jedoch nicht jedem klar. Vielleicht weil man auf den weichen Polstern göttlich sitzt, wie auf Omas Sofa? Zum ersten Mal wurde bei den D-Modellen ein hydraulisches System für Federung, Bremsen und Schaltung eingesetzt. Deshalb lässt sich das Heck mit einem Hebel absenken. Den Spitznamen erhielt das Fahrzeug, weil die Modellbezeichnung „DS“ genau wie das französische Wort für Göttin „déesse“ klingt.

Für manchen Liebhaber war sie tatsächlich göttlich, alleine ihre einzigartige, elegante Form mutete damals futuristisch an. „Ich habe den Wagen vor drei Jahren bei einem Händler in Borgholzhausen gekauft“, sagt Frank Strellmann. Zwar sei das Fahrzeug 1968 gebaut worden, im Inneren sei jedoch ein älteres „Jaeger-Tableau“ eingebaut. Dies sei ein begehrtes Sonder-Armaturenbrett der 60er-Jahre. Auffällig seien dabei die klassischen Rundinstrumente.

Da das alte Leder sehr in die Jahre gekommen und rissig gewesen sei, habe er sich dazu entschlossen, die Sitze neu zu beziehen. Die sogenannte Pallas-Ausstattung Vendee für den „DS“ stehe für gehobenen Komfort und edles Design.

Sanftes Fahren in einer Limousine

Der Oldtimer weise noch die originale Lackierung in der Farbe Gris Palladium auf. „Dank der Hydropneumatik ist es ein sanftes Fahren in einer Limousine“, schwärmt Strellmann, der insgesamt bislang 2.000 Kilometer mit seiner Französin zurückgelegt hat. Wie viele Vorbesitzer den Kultwagen bislang gesteuert haben und wie viele Kilometer er insgesamt gelaufen ist, lasse sich heute nicht mehr herausbekommen. Der Geschäftsführer einer Gebäudetechnik-Firma ist sich jedoch sicher, dass in dem 58 Jahre alten Veteranen immer noch der erste Motor eingebaut ist.

×

Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail zur Bestätigung Ihrer Anmeldung.

Erst danach ist diese abgeschlossen.

Bitte prüfen Sie auch den Spam-Ordner.

×

Sie haben bisher Ihre E-Mail-Adresse noch nicht bestätigt.

Erst danach ist diese abgeschlossen.

Bitte prüfen Sie auch den Spam-Ordner.

×

Es ist einen Fehler aufgetreten

Bei Fragen hilft unser Newsletter-Support

Newsletter

Update zum Abend

Informiert bleiben mit täglichen News aus Bielefeld, OWL und der Welt.

Jetzt anmelden

Mit der Halbautomatik lasse er sich ohne Kupplungspedal schalten. Der Gang werde per Hebel eingelegt. Unter der Motorhaube des 6-Zylinders schlummern 100 PS. „Er fährt 160, ab Tempo 120 macht es aber keinen Spaß mehr, weil er dann zu laut ist“, sagt Strellmann. Dafür sei es ein gemütliches und bequemes Fahren. Rund zehn Liter Super verbrauche das Kultauto. Probleme habe er mit seiner Göttin noch nicht gehabt. Wenn ein Hinterrad platt sei, müsse nur eine Schraube am Kotflügel gelöst werden. „Das ist alles sehr durchdacht“, findet der 57-Jährige.


Das Design gibt dem 58 Jahre alten Fahrzeug ein exklusives Aussehen. - © Barbara Franke

Das Design gibt dem 58 Jahre alten Fahrzeug ein exklusives Aussehen.
| © Barbara Franke

Eine Besonderheit seien die mechanisch mitlenkenden Fernscheinwerfer. Bei Kurvenfahrten schwenken sie mit und würden für eine bessere Ausleuchtung der Straße sorgen. Zudem sei das Fahrzeug noch mit sehr vielen Chromteilen ausgestattet.

Auch mit geplatzten Reifen noch fahrbereit

Ersatzteile seien für den Wagen relativ einfach zu beschaffen. Es gebe auch mehrere Clubs mit einem regen Vereinsleben. Da Frank Strellmann noch einen goldenen Citroën SM, Baujahr 1973 besitzt, der mit einem Maserati-Motor ausgestattet ist, habe er sich für den Club des Sportwagens entschieden. „Die Autos fahren beide toll“, sagt der Braker. Jeder, der einen „SM“ habe, besitze meistens auch eine „Göttin“. Allerdings sei der SM sehr selten. Zwischen 1970 und 1975 sei er nur rund 12.900 Mal gebaut worden.

Fotogalerie
„Legenden auf Rädern“, Citroën DS – Die Göttin

25. August 2026


Mehr Bildergalerien

Für seinen Klassiker habe er ein Wertgutachten anfertigen lassen. Benotet sei er mit einer 2 bis 3 worden. Der Oldtimer-Fan schätzt, dass sein Fahrzeug damit rund 30.000 Euro wert ist. Verkaufen würde er es aber nicht. „Die Göttin fährt auch auf drei Rädern weiter“, sagt er und erinnert an ein geschichtliches Ereignis, das sich vor 64 Jahren ereignet hat. So habe der französische Präsident Charles de Gaulle den „DS“ ab 1958 als offizielles Dienstfahrzeug genutzt. Die hydropneumatische Federung rettete dem General im August 1962 das Leben bei einem Attentat, da der Wagen trotz zweier geplatzter Reifen noch steuerbar blieb.

📱 News direkt aufs Smartphone: Hier finden Sie den kostenlosen Whatsapp-Kanal der NW-Bielefeld