In harten, rhythmischen Schlägen treffen seine Fäuste auf den Boxsack. Alles in Alex Alselos Kopf schweigt, wenn er boxt. Nichts um ihn herum spiele dann noch eine Rolle.

Der Karlsruher Boxer Alex Alselo beim Training.

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Der Karlsruher Boxer Alex Alselo beim Training.
Foto: Thomas Riedel

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Der Karlsruher Boxer Alex Alselo beim Training.
Foto: Thomas Riedel

Karlsruher Profiboxer startete erst mit 18 ins Training

„Boxing is my therapy“ steht in großen Buchstaben auf der Brust des Karlsruhers geschrieben. Doch für Alex ist der Sport keineswegs nur ein Ausgleich zum stressigen Alltag. „Boxen ist mein Leben“, sagt der 25-Jährige im Gespräch mit ka-news am 24. August. „Ich finde meinen Frieden darin.“

Der Karlsruher Boxer Alex Alselo im Gespräch mit ka-news am 24. August 2026.

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Der Karlsruher Boxer Alex Alselo im Gespräch mit ka-news am 24. August 2026.
Foto: Thomas Riedel

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Der Karlsruher Boxer Alex Alselo im Gespräch mit ka-news am 24. August 2026.
Foto: Thomas Riedel

Es habe ihn positiv verändert, ein Ziel im Leben gegeben. Er wisse nicht, wo er heute wäre, hätte ihn der Boxsport nicht gefunden. Denn sein Weg zum Profiboxer ist alles andere als gewöhnlich. „Für den professionellen Sport habe ich eigentlich viel zu spät angefangen“, verrät Alex. Erst mit 18 Jahren absolvierte er sein erstes Training – obwohl er schon vom Boxen träumt, seit er denken kann.

Alex wird von Jürgen Lutz entdeckt

Schon als kleiner Junge schaute er die Kämpfe von Muhammad Ali oder Mike Tyson und ist beeindruckt. Die Gelegenheit selbst zu boxen, ergab sich für ihn nicht. 2014 kamen er und seine Familie von Syrien nach Deutschland. Mit erst 14 Jahren begann für Alex dadurch ein komplett neues Leben: neues Land, neue Stadt, neue Sprache, neue Schule, neue Freunde. Sein Traum vom Boxen rückte dadurch in den Hintergrund.

Der Karlsruher Boxer Alex Alselo beim Training.

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Foto: Thomas Riedel

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Der Karlsruher Boxer Alex Alselo beim Training.
Foto: Thomas Riedel

Nach seinem Schulabschluss fühlte er sich orientierungslos. „Ich wusste nicht wirklich, was ich will“, erinnert er sich. Durch Zufall begegnete er dem Boxmanager Jürgen Lutz – der auch Boxlegende Regina Halmich entdeckt und trainiert hatte. Dieser drängte ihn dazu, in sein Studio zu kommen und zu trainieren. Schnell stellte sich raus: Alex hat Talent – das habe ihm sogar Regina Halmich selbst gesagt. „Und ich dachte mir, wenn sie das sagt, muss das stimmen“, sagt Alex und lacht.

„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“

Nach 7 Monaten absolvierte er seinen ersten Amateurkampf, den er prompt verlor. Doch Aufgeben war für ihn keine Option. Sein Motto: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Alex trainierte weiter, verbesserte sich stetig und gewann seine nächsten Kämpfe. Im Jahr 2022 wechselte er schließlich in den Profibereich.

Karlsruher Boxer Alex Alselo siegreich nach einem Boxwettkampf.

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Karlsruher Boxer Alex Alselo siegreich nach einem Boxwettkampf.
Foto: Alex Alselo

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Karlsruher Boxer Alex Alselo siegreich nach einem Boxwettkampf.
Foto: Alex Alselo

Schon ein Jahr später wurde er Deutscher Meister des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB). 2025 gewann er den Junioren-Weltmeistertitel der World Boxing Organization (WBO), den er in diesem Jahr erfolgreich verteidigte.

Ein anderer Titel bedeutet dem Boxer allerdings besonders viel: 2023 wurde er zum Karlsruher Sportler des Jahres gewählt – als erster männlicher Boxer seit 1950. „Ich konnte es erst nicht glauben“, sagt er und muss bei der Erinnerung daran lächeln. In keiner Stadt fühle er sich so wohl wie in Karlsruhe. „Hier ist meine Heimat, mein Zuhause.“ Das Karlsruher Schloss hat er sich sogar auf sein Bein tätowieren lassen.

Der Karlsruher Boxer Alex Alselo beim Training.

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Foto: Thomas Riedel

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Der Karlsruher Boxer Alex Alselo beim Training.
Foto: Thomas Riedel

Kinder und Jugendlichen finden durch Boxtraining neue Perspektiven

Neben seiner Arbeit als Profiboxer unterrichtet Alex auch Kinder und Jugendliche im Boxen. Ihnen seine Werte wie Disziplin, Zielstrebigkeit, Durchhaltevermögen und Respekt zu vermitteln mache ihn besonders stolz. Schon einige seiner Schüler seien durch den Sport „auf die richtige Bahn“ gelenkt worden – also haben beispielsweise gelernt, ihre Wut auf gesunde Weise herauszulassen. Denn: Wer sich in der Schule oder anderweitig danebenbenimmt, darf nicht mehr am Training teilnehmen. Zudem besuche er ehrenamtlich Schulen, um dort Boxstunden zu geben. „Diese Arbeit hat für mich mehr wert als jeder Titel“, sagt er.

Karlsruher Boxer Alex Alselo bei einem Boxkampf.

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Karlsruher Boxer Alex Alselo bei einem Boxkampf.
Foto: Alex Alselo

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Karlsruher Boxer Alex Alselo bei einem Boxkampf.
Foto: Alex Alselo

Alex hat große Ziele

Die Titel jagt Alex aber natürlich trotzdem. Sein Ziel ist es, mindestens einen Weltmeisterschaftstitel der fünf großen Verbände (WBA, WBC, IBF, WBO, The Ring) zu gewinnen. Dafür trainiert er hart: jeden Tag zwei Sporteinheiten à 90 bis 120 Minuten aus Cardio, Krafttraining oder Boxen. „Ich will dafür sorgen, dass Karlsruhe auch durch mich in die Boxgeschichte eingeht“, sagt er.

Der Karlsruher Boxer Alex Alselo beim Training.

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Der Karlsruher Boxer Alex Alselo beim Training.
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Der Karlsruher Boxer Alex Alselo beim Training.
Foto: Thomas Riedel

Nach Trainingscamp in England, nächster Kampf in Karlsruhe

Als Vorbereitung auf seinen nächsten großen Kampf absolviert er im September ein Trainingscamp in England. Am 31. Oktober steigt er schließlich in seiner Heimat zu einem Acht-Runden-Kampf in den Ring. Wer sein Gegner sein wird, stehe bisher nicht fest.