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Lyon – Die letzten vier Startplätze in der Champions League sind vergeben – doch rund um Fenerbahçes Weiterkommen gegen Olympique Lyon gerät der Fußball am Ende völlig in den Hintergrund. Dabei steht Fenerbahçe Istanbul erstmals seit 15 Jahren wieder in der Königsklasse und sicherte sich eines der letzten vier Tickets für die Ligaphase. Nach dem 1:1 im Hinspiel gewannen die Türken das Rückspiel in Lyon mit 2:1. Besonders bitter für die Franzosen: Gleich zweimal jubelte Lyon anschließend über den vermeintlichen Ausgleich – beide Treffer zum 2:2 wurden jedoch nach VAR-Eingriffen wieder einkassiert.

Hier zu sehen: Ordner versuchen den Kabinentunnel zu sperren

Hier zu sehen: Ordner versuchen den Kabinentunnel zu sperren

Foto: Privat

Nach dem Schlusspfiff eskalierte die ohnehin aufgeheizte Stimmung dann völlig. Zunächst kam es auf dem Rasen zu Rangeleien zwischen Spielern beider Mannschaften, die schließlich in einer heftigen Schlägerei im Spielertunnel mündeten.

Mittendrin: Fenerbahçes früherer Bundesliga-Profi Mattéo Guendouzi (27), der einst für Hertha BSC spielte. Beim Gang vom Platz soll er nach Provokationen von Lyons Torwarttrainer António Ferreira (47) attackiert worden sein. Doch vor allem die heimischen Fans attackierten den Fenerbahçe-Profi. Anschließend verlagerte sich die Auseinandersetzung in den Tunnel. Videos in den sozialen Netzwerken zeigen, wie dort die Fäuste fliegen. Zahlreiche Sicherheitskräfte mussten eingreifen, um die Beteiligten voneinander zu trennen. Gleichzeitig versuchten Ordner, aufgebrachte Lyon-Anhänger davon abzuhalten, in den Tunnel und den Kabinentrakt vorzudringen. Bereits zuvor war Guendouzi auf dem Rasen von Heimfans angegangen worden.

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Der Franzose, der in der Vergangenheit für Lyons Erzrivalen Olympique Marseille gespielt hatte, hatte die Stimmung zusätzlich angeheizt, indem er Gesänge seines früheren Klubs anstimmte. Schon während der Partie mussten wütende Lyon-Fans mehrfach durch Absperrungen und Ordner davon abgehalten werden, sich dem Spielfeld zu nähern.

Guendouzi steht mit Fenerbahçe in der Champions League

Guendouzi steht mit Fenerbahçe in der Champions League

Foto: Getty Images

Nach dem Spiel erklärte Guendouzi laut türkischen Medien: „Wenn schon vor Spielbeginn 60.000 Menschen eurer Familie, eurer Mutter, euren Kindern beleidigende Dinge zurufen und weder die Schiedsrichter noch andere Offizielle im Stadion auch nur ein Wort dagegen sagen. In Frankreich würden sie in solchen Fällen mit den Fans sprechen und ihnen befehlen, damit aufzuhören, andernfalls würden sie das Spiel abbrechen. Aber hier haben sie über mehr als 90 Minuten hinweg, einschließlich der Aufwärmphase, meiner Familie, meiner Frau, meinen Kindern Beleidigungen hinterhergerufen. Das hat mich tief getroffen, es hat mich wirklich erschüttert. Für mich war das pure Respektlosigkeit.“

Sportlich darf Fenerbahçe trotz des Chaos feiern. Damit ist das Teilnehmerfeld für die Champions-League-Auslosung am Donnerstag (18 Uhr) komplett. Aus Deutschland sind der FC Bayern, Borussia Dortmund, RB Leipzig und der VfB Stuttgart dabei.