Meta hat sich bereit erklärt, einen Rechtsstreit beizulegen, in dem dem Konzern vorgeworfen wird, seine Plattformen machten junge Menschen abhängig.

Meta hat sich bereit erklärt, einen Rechtsstreit beizulegen, in dem dem Konzern vorgeworfen wird, seine Plattformen machten junge Menschen abhängig.

Kevin Dietsch/Getty Images

Meta hat am Mittwoch einem Vergleich über bis zu 18 Milliarden Dollar (rund 15,4 Milliarden Euro) in einem Verfahren zur Social-Media-Sucht bei Jugendlichen zugestimmt.

US-Bundesstaaten hatten dem Konzern 2023 vorgeworfen, seine Plattformen gezielt so gestaltet zu haben, dass sie junge Menschen abhängig machen.

In den USA will Meta unter anderem ein tägliches Zeitlimit von zwei Stunden und eine nächtliche Sperre für minderjährige Nutzer einführen.

Für minderjährige Nutzer der Meta-Plattformen stehen einige Änderungen bevor – zumindest in den USA.

Der Mutterkonzern von Facebook und Instagram stimmte am Mittwoch einem Vergleich über bis zu 18 Milliarden Dollar (rund 15,4 Milliarden Euro) zu. In der Klage wird Meta vorgeworfen, seine Plattformen so gestaltet zu haben, dass sie junge Menschen abhängig machen. Das geht aus Gerichtsunterlagen und einem Blogbeitrag von Meta hervor.

Der Vergleich sieht mehrere neue Vorgaben und Einschränkungen für minderjährige Nutzer der Meta-Plattformen vor. Dazu gehören ein tägliches Zeitlimit von zwei Stunden und eine standardmäßig aktivierte Sperre für die nächtliche Nutzung.

Neue Regeln für minderjährige Nutzer

Vorbehaltlich der US-gerichtlichen Genehmigung sollen die Schutzmaßnahmen und Kontrollen laut Meta automatisch für alle unter 18-Jährigen auf Instagram und Facebook gelten. Der zuständige US-Bundesrichter hat dem Vergleich bislang nicht zugestimmt. Meta und die Kläger haben sich jedoch bereits auf die Bedingungen geeinigt.

„Sicherzustellen, dass Teenager auf unseren Plattformen eine sichere und produktive Erfahrung machen, hat für Meta höchste Priorität“, schrieb das Unternehmen. „Wir wollen es für Eltern und Teenager richtig machen. Deshalb haben wir mit den Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten zusammengearbeitet, um einen neuen Branchenstandard zu setzen.“

Mehr als fünf Milliarden Dollar (rund 4,3 Milliarden Euro) der Vergleichssumme sind Meta zufolge daran geknüpft, dass Youtube und Tiktok jeweils etwa fünf Milliarden Dollar (rund 4,3 Milliarden Euro) zahlen und ähnliche Einschränkungen für minderjährige Nutzer einführen.

Vertreter von Youtube und Tiktok reagierten am Mittwochmorgen nicht unmittelbar auf Anfragen von BUSINESS INSIDER (BI).

Das Geld aus dem Vergleich soll an 47 US-Bundesstaaten, den District of Columbia und mehrere US-Territorien fließen.

„Wir haben mit Meta einen Vergleich erreicht, der soziale Medien für unsere Kinder weniger gefährlich machen und für Kinder und ihre Familien einen entscheidenden Unterschied bewirken wird“, erklärte der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta in einer Pressemitteilung.

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Die bislang höchste Strafe für eine Social-Media-Plattform

Der Vergleich in Milliardenhöhe stelle „die bislang höchste Strafe für eine Social-Media-Plattform“ dar, sagte Kate Winick, leitende Analystin beim Marktforschungsunternehmen Forrester.

Die Meta-Aktie gab unmittelbar nach Bekanntwerden der Einigung um weniger als ein Prozent nach.

„Der heutige Vergleich ist bedeutsam, nicht nur wegen der Summe, sondern auch, weil er darauf hindeutet, dass Meta verstanden hat, dass seine Argumente vor Gericht nicht gut ankommen“, sagte Minda Smiley, leitende Analystin bei Emarketer.

Die Änderungen für Nutzer unter 18 Jahren wirkten allerdings nicht besonders drastisch, fügte Smiley hinzu. Viele davon seien optional. Kritiker würden daher vermutlich argumentieren, dass sie nicht weit genug gingen. In dieser Hinsicht sei der Vergleich ein Erfolg für Meta.

Das sind die im Vergleich vorgesehenen Einschränkungen und so sollen sie funktionieren:

1. Tägliches Zeitlimit

US-Nutzer von Instagram und Facebook, die jünger als 18 Jahre sind, sollen laut Gerichtsunterlagen ein tägliches Zeitlimit von zwei Stunden erhalten. Nur ein Elternteil kann dieses Limit aufheben.

Stimmen auch Youtube und Tiktok vergleichbaren Bedingungen zu, soll das tägliche Zeitlimit auf eine Stunde sinken, erklärte Bonta.

Das Limit gilt den Gerichtsunterlagen zufolge nicht für längere Inhalte oder die Nutzung der Messaging-Dienste von Meta. Es wird jeden Tag um Mitternacht zurückgesetzt.

Die auf Facebook und Instagram verbrachte Zeit wird zusammengerechnet und auf das zweistündige Limit angerechnet. Meta will dabei auch die Nutzungsdauer über mehrere Konten hinweg erfassen. Zuletzt war die auf Instagram verbrachte Zeit deutlich gestiegen.

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2. Nächtliche Sperre

Meta will für Nutzer unter 18 Jahren zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens standardmäßig eine Sperre für Instagram und Facebook einrichten.

„Das bedeutet beispielsweise, dass Teenager keine Beiträge veröffentlichen und weder ihren Feed noch Stories, den Explore-Bereich oder Reels ansehen können“, schrieb das Unternehmen in seinem Blogbeitrag.

Zwischen 22 und sieben Uhr sollen außerdem alle Push-Benachrichtigungen deaktiviert werden, die nicht die Sicherheit des Nutzers oder des Geräts betreffen.

Stimmen weitere Social-Media-Plattformen ähnlichen Bedingungen zu, soll die nächtliche Sperre künftig von 22 bis sieben Uhr gelten.

3. Schulmodus

Zwischen acht und 15 Uhr sollen die Push-Benachrichtigungen der Meta-Plattformen ausgesetzt werden.

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Metas turbulentes Jahr vor Gericht

Die Klage wurde 2023 eingereicht. Die Kläger warfen Meta vor, seine Plattformen so gestaltet zu haben, dass sie junge Menschen zu einer übermäßigen Nutzung verleiteten. Außerdem soll der Konzern Daten von Nutzern unter 13 Jahren rechtswidrig gesammelt und verwendet haben.

Damit habe Meta unter anderem gegen das US-Gesetz zum Schutz der Online-Privatsphäre von Kindern verstoßen, erklärten die Kläger.

Meta-CEO Mark Zuckerberg sagte in dem Prozess, der am 18. August begann, nicht aus. Durch den Vergleich muss er nun auch künftig nicht in den Zeugenstand treten. Einen Tag vor Bekanntgabe der Einigung hatte Instagram-Chef Adam Mosseri vor Gericht ausgesagt.

Es ist nicht Metas erster großer Gerichtsprozess in diesem Jahr.

Im März verurteilte eine Jury in New Mexico Meta in einem weiteren Verfahren zur Sicherheit von Kindern auf seinen Plattformen zu einer Zahlung von 375 Millionen Dollar (rund 321 Millionen Euro). Einige Monate später ordnete der Richter eine zusätzliche Zahlung von 567 Millionen Dollar (rund 486 Millionen Euro) an. Damit stieg die Gesamtsumme auf 942 Millionen Dollar (rund 807 Millionen Euro).

Meta und die zu Alphabet gehörende Videoplattform Youtube mussten sich außerdem vor dem Superior Court in Los Angeles verantworten. Eine Jury kam zu dem Ergebnis, dass beide Unternehmen fahrlässig gehandelt hätten.

Meta wurde zu einer Zahlung von 4,2 Millionen Dollar (rund 3,6 Millionen Euro) an die Klägerin verurteilt, Youtube zu 1,8 Millionen Dollar (rund 1,5 Millionen Euro). Tiktok und Snapchat hatten sich bereits vor Prozessbeginn mit der Klägerin geeinigt.

Meta kündigte an, sowohl gegen das Urteil aus New Mexico als auch gegen die Entscheidung aus Los Angeles Berufung einzulegen.

Bereits ein Jahr zuvor, 2025, hatte sich Meta in einem bedeutenden Kartellverfahren mit der US-Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission auseinandersetzen müssen. Der Prozess hätte zur Zerschlagung des Tech-Konzerns führen können. Letztlich entschied ein Bundesrichter jedoch, dass Meta kein Monopolist sei.

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