Gleich zu Beginn der XXL-Ausgabe „Bares für Rares“ im August wurde es für Düsseldorfer Kunstfreunde interessant. Die Cousinen Carla Blome und Susanne Siepe-Ludwig aus dem Sauerland hatten zwei leuchtend blaue Acrylgemälde des italienischen Künstlers Tino Stefanoni mitgebracht. Blome hatte die Arbeiten 1992 bei einer Vernissage in Düsseldorf gekauft – für zusammen 14.000 D-Mark.

Bei „Bares für Rares“ bringen Privatleute Antiquitäten, Schmuck, Kunst oder kuriose Fundstücke mit. Experten ordnen die Stücke ein und schätzen ihren Wert. Sind die Verkäufer mit der Einschätzung zufrieden, erhalten sie von Moderator Horst Lichter die Händlerkarte. Erst dann dürfen sie ihre Rarität im Händlerraum anbieten, wo mehrere Händler gegeneinander bieten.

Die beiden Werke stammen aus dem Jahr 1988 und sind auf der Rückseite signiert. Eines zeigt einen Turm, einen Baum und einen alten Silospeicher in der Toskana, das andere eine Veranda unter einem Nachthimmel mit einem Blumenstrauß. Die reduzierten Motive, kräftigen Farben und schwarzen Trennungslinien seien typisch für Stefanoni, erklärte Experte Detlev Kümmel. Der 1937 geborene und 2017 gestorbene Künstler gilt als Vertreter der zeitgenössischen italienischen Kunst.

Einen kleinen Makel entdeckte Kümmel dennoch: Auf einem der Bilder befindet sich ein heller Kratzer. Dieser lasse sich aber gut kaschieren. Ansonsten seien die Gemälde in einem sehr guten Zustand. Auch die schlichten Schattenfugenrahmen passten zu den minimalistischen Arbeiten.

Den Düsseldorfer Bezug lieferte ein Vermerk auf der Rückseite: Die Bilder stammen aus der Galerie Hans Mayer – damals am Grabbeplatz. Für Kümmel ein wichtiges Zeichen ihrer Herkunft. Das Haus sei eine „bedeutende Galerie aus Düsseldorf“. Wenn der 2022 verstorbene Galerist Hans Mayer einen Künstler ausgestellt habe, habe das in der Kunstwelt etwas zu bedeuten. Die Galerie widmet sich seit 1965 moderner und zeitgenössischer Kunst und zeigte im Laufe ihrer Geschichte unter anderem Werke von Andy Warhol, Roy Lichtenstein und Robert Rauschenberg.

Carla Blome und Susanne Siepe-Ludwig wünschten sich 9000 Euro für beide Bilder. Kümmel setzte deutlich höher an: Er schätzte jedes Werk auf 6000 bis 8000 Euro, zusammen also für 12.000 bis 16.000 Euro. Im Händlerraum begann David Suppes mit 4000 Euro. Danach stiegen die Gebote schnell. Bei 14.000 Euro war Schluss und Suppes gewann. „Oh mein Gott, ich bin so aufgeregt“, sagte er, als er den Cousinen 3000 Euro in Bar anzahlte. Den Rest wollte er überweisen.