Schiffbauer arbeiten von einer Hubbühne aus an einem Schiffsantrieb.

AUDIO: IG Metall Schiffbauumfrage – Stellenaufbau (1 Min)

Stand: 27.08.2026 13:01 Uhr

Auf den Werften in Norddeutschland sind derzeit 17.000 Menschen beschäftigt – so viele wie seit sechs Jahren nicht mehr. Die Gewerkschaft IG Metall warnt davor, sich zu abhängig vom militärischen Schiffbau zu machen.

Allein im vergangenen Jahr sind mehr als 1.000 neue Jobs dazugekommen, so die aktuelle Schiffbauumfrage der Gewerkschaft IG Metall Küste. Allein in Hamburg arbeiten auf den Werften rund 500 Menschen mehr als 2022. In ganz Norddeutschland will die Hälfte der Unternehmen in den kommenden Monaten zusätzliche Jobs schaffen.

Marineschiffe lassen Schiffbau boomen

Aktuell machen militärische Aufträge mehr als die Hälfte der Schiffbauer aus. Allerdings hat der Rheinmetall-Konzern, der in Hamburg unter anderem die Werft Blohm+Voss betreibt, den geplanten größeren Stellenaufbau erstmal auf Eis gelegt, so Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Es fehlt der erhoffte große Auftrag für eine neue Fregattenserie, die F126, die der Bund nach mehreren Kostensteigerungen und Verzögerungen gestoppt hat, sagt Friedrich. Dennoch ist die Werft bis zum kommenden Jahr ausgelastet.

Deutschland dürfe seine maritime Industrie nicht einseitig auf den Marineschiffbau ausrichten, sagt Friedrich. Er warnt davor, dass der zivile Schiffbau vernachlässigt werden würde. Es brauche auch „langfristige Perspektiven für den zivilen Schiffbau, für Offshore-Energie und klimafreundliche maritime Technologie“, erklärte Friedrich.

Ihm zufolge kommt es jetzt darauf an, „ausreichend Fachkräfte zu gewinnen und die Ausbildung weiter auszubauen“. Fachkräftemangel ist laut Umfrage weiterhin eines der größten Probleme der Branche. „Wer dauerhaft Fachkräfte sucht, muss Perspektiven schaffen. Dazu gehören Tarifbindung, gute Arbeitsbedingungen und die Übernahme von Leiharbeitsbeschäftigten in reguläre Beschäftigung“, mahnte Friedrich.

Im IGA-Park in Rostock liegen am 2. Februar 2007 das Betonschiff "Capella" (vorn) und das 1956/1957 auf der Warnowwerft in Rostock-Warnemünde gebaute "Traditionsschiff Typ Frieden", heute Sitz des Schiffbau- und Schifffahrtsmuseums der Hansestadt.

Auch der Standort Deutschland profitiert vom weltweiten Schiffbau-Boom. Der Verband VSM sieht den Aufschwung bedroht – auch durch die AfD.