Schon lange hat Ann-Kathrin Gabka die Vision von Café Inge. Einem Ort, an dem Jung und Alt zusammenkommen sollen. An dem es Kaffee, Kuchen und Mittagstisch gibt. Aber auch Workshops.
Ein Ort, an dem verschiedene Generationen voneinander lernen und ganz allgemein ins Gespräch kommen können. Und genau diesen Ort möchte sie gemeinsam mit Nicole und Anne in Braunschweig schaffen. Über ihre Idee hat sie mit News38 gesprochen.
Braunschweig: Frauen planen Café gegen Alters-Einsamkeit
Es ist schon etliche Jahre her, da hat Ann-Kathrin die Vox-Sendung „Höhle der Löwen“ geschaut und von einer Idee erfahren, die ihr seither nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist. Das Start-Up „Kuchentratsch“ stellte sich 2018 in der TV-Sendung vor. Mit im Gepäck? Eine Idee, die zu Herzen ging. Denn dem zugrunde lag der Wunsch, Menschen aus der Einsamkeit im Alter zu holen. Seniorinnen und Senioren sollte dort die Möglichkeit geboten werden, zu backen. Nach den alten, klassischen Rezepten. Und den Kunden somit die Chance auf „Kuchen von Oma“ zu geben.
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„Ich saß vorm Fernseher und war total begeistert von der Idee“, erinnert sich Ann-Kathrin im Gespräch mit News38 zurück. Damals sei die heute 28-Jährige allerdings noch zu jung gewesen. Dennoch hatte sich die Idee festgesetzt, so etwas auch auf die Beine zu stellen. „Auch wenn es das jetzt in München vielleicht schon gibt. ich möchte das in den Norden von Deutschland holen, das Konzept einfach ähnlich weitertragen“, sagt sie.
Gründungswerkstatt bringt Projekt richtig ins Rollen
Zwischen dem ersten Gedanken und heute ist dann so einiges passiert. Neben ihrem Studium an der Ostfalia in Wolfenbüttel hat sie beispielsweise einiges an Gastronomie-Erfahrung gesammelt. In ihrem Studiengang Personalmanagement hat sie dann außerdem einiges an Wissen angehäuft, was sie in ihrer angestrebten Selbstständigkeit nutzen kann. Nach dem Studium dann habe sie eine Gründung von einer gemeinnützigen Organisation mitbegleitet. „Was mir dann auch den letzten Mut gegeben hat, auch selbst den Schritt zu wagen in die Gründung, in die Selbstständigkeit“, sagt die 28-Jährige.
Und ganz alleine muss sie diesen Schritt nicht gehen. Nicole und Anne sind an ihrer Seite. Im Laufe dieses Jahres habe sie Nicole als Verbündete auf ihrem Weg gefunden. Beide kennen sich noch von früher, haben auch zusammen Abitur gemacht. Und Anne kam dann noch als unterstützende Kraft dazu. Gemeinsam haben die drei bei der Gründungswerkstatt in Braunschweig teilgenommen – und seither gewinnt die Vision immer mehr an Klarheit. Und rückt immer weiter in die Realität.
Es seien viele Anfragen zu Kooperationen ins Postfach eingetrudelt. Ebenso wie Ideen und mögliche Räumlichkeiten, die genutzt werden könnten. Dinge, um die sich die drei Frauen nun in der kommenden Zeit kümmern wollen. Mit dem Wunsch, in der ersten Jahreshälfte 2027 das Café Inge in Braunschweig zu eröffnen. Dabei betont Ann-Kathrin im Gespräch mit News38, dass auch weiterhin Ideen, Anregungen und anderes gerne an sie gerichtet werden können.
Bei der Gründungswerkstatt Braunschweig kam das Konzept gut an. Foto: Braunschweig Zukunft GmbH/Philipp Ziebart.Das steckt hinter dem Namen „Café Inge“
Doch warum eigentlich Café Inge – und was erwartet Kunden künftig dort? Der Name ist inspiriert von Ann-Kathrins mittlerweile verstorbener Oma. „Ich möchte ihr Andenken hochhalten“, sagt die 28-Jährige, „und ich selber hätte gerne noch eine Oma, die ich fragen kann, wie eine feste Masche funktioniert oder wie man einen Schal häkelt, weil ich aus diesen Youtube-Anleitungen nicht schlau werden.
Und dass ich es schön fänd, sich das gemeinsam zu erarbeiten. Und ich glaube, es gibt eben viele junge Menschen, die sich das wünschen. Und eben auf der anderen Seite die alten Menschen, die auch Lust haben, etwas Neues zu lernen und in Kontakt nach Außen zu gehen mit jungen Menschen.“
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In dem Café soll es künftig also Workshops geben. Stichwort: Skillsharing. Also Workshops zu Themen, bei denen die unterschiedlichen Generationen voneinander lernen können. Aber das ist noch nicht alles. Es soll auch einen ganz klassischen Gastro-Betrieb geben. Mit Frühstück, Kaffee und Kuchen, einem wechselnden Mittagstisch. „Der Unterschied liegt aber darin, dass die Speisen von Senioren zubereitet werden“, sagt Ann-Kathrin.
Sie sollen generell fester Bestandteil des ganzen Konzepts sein. In der Hoffnung, so ein bisschen gegen die Einsamkeit im Alter steuern zu können und auch den „älteren Menschen wieder Sichtbarkeit zu schaffen in der Gesellschaft.“