Der Pokal beginnt für Borussia Düsseldorf mit einem Kracher. Nach drei Siegen zum Start der Bundesliga wartet beim ersten Grand Opening in Nürnberg mit den TTF Liebherr Ochsenhausen gleich ein Gegner aus dem Kreis der Favoriten.
Die Reise ist Teil des Plans: Borussia Düsseldorf hat die ungewöhnlich kurze Vorbereitung auf das neue Pokal Grand Opening in Nürnberg auch als Gelegenheit zum Teambuilding genutzt. Nach dem 3:0-Erfolg beim SV Werder Bremen am Mittwochabend ging es für die Mannschaft von Trainer Danny Heister nicht zurück nach Düsseldorf, sondern am Donnerstag gemeinsam mit dem Zug weiter nach Nürnberg. Heisters Idee dahinter: möglichst viel Zeit miteinander verbringen, sich besser kennenlernen und ein Gefühl füreinander entwickeln. Gerade mit Zugang Fan Zhendong ist das nicht unwichtig.
Drei Spiele, drei Siege: Sportlich könnte die Stimmung bei der Borussia kaum besser sein. Der Rekordmeister ist mit drei Siegen in die Bundesliga-Saison gestartet und setzte sich zuletzt auch beim hoch eingeschätzten SV Werder Bremen souverän mit 3:0 durch. Damit reist Düsseldorf mit Rückenwind nach Nürnberg – allerdings auch mit der Gewissheit, dass der Pokal noch einmal andere Gesetze hat.
Der erste Gegner ist gleich ein Brocken: Am Samstag um 11 Uhr wartet in der Nürnberger Arena mit TTF Ochsenhausen der Deutsche Meister von 2025. Die junge Mannschaft aus Oberschwaben ist ebenfalls perfekt in die Bundesliga gestartet. Angeführt wird sie vom Japaner Shunsuke Togami, der als Nummer 14 der Weltrangliste zur absoluten Weltspitze gehört.
„Es hätte ein Tick einfacher sein können“: Dang Qiu macht aus der Schwierigkeit der Aufgabe keinen Hehl. „Wir haben ein schwieriges Los gezogen. Es hätte schon ein Tick einfacher sein können“, sagt der Düsseldorfer. Ochsenhausen erreichte in der vergangenen Saison zudem das Pokal-Halbfinale. „Sollten wir das gewinnen, ist unser potenzieller Gegner Fulda, die waren sogar im Finale“, sagt Qiu. Seine Schlussfolgerung: „Das ist der Pokal. Und wenn man den Titel gewinnen oder zumindest als ersten Schritt das Final Four erreichen will, dann muss man gegen alle erfolgreich sein und kann sich nicht verstecken.“
Togami gegen Fan, Qiu und Co.: Ochsenhausen hat neben Togami eine ausgesprochen junge Mannschaft. Iulian Chirita, Darius Movileanu, Daniel Berzosa und Tiago Abiodun sind zwischen 18 und 21 Jahre alt. Düsseldorf setzt dagegen auf eine Mischung aus Erfahrung, Weltklasse und Tiefe: Fan Zhendong, Dang Qiu, Anton Källberg, Kanak Jha und Li Yongyin stehen im Kader von Danny Heister.
Fan Zhendong bleibt der Blickfang: Der chinesische Olympiasieger ist einer der großen Stars des gesamten Wochenendes. Nach seinem viel beachteten Bundesliga-Debüt gegen Bad Königshofen und dem Einsatz in Bremen steht für Fan nun der erste Pokalauftritt im Trikot der Borussia an. In Nürnberg treffen damit einige der besten Spieler der Welt an einem Ort aufeinander. Neben Fan und Qiu gehören unter anderem Hugo Calderano und Patrick Franziska von Titelverteidiger 1. FC Saarbrücken, Dimitrij Ovtcharov von Fulda-Maberzell und Togami zu den großen Namen.
Ein neues Pokalgefühl: Der Wettbewerb funktioniert in dieser Saison anders als bisher. Zum ersten Mal werden Achtel- und Viertelfinale an einem einzigen Wochenende und an einem zentralen Ort ausgetragen. 16 Mannschaften kämpfen in Nürnberg um vier Plätze beim Pokal-Final-Four. Wer am Samstag verliert, ist raus. Wer gewinnt, muss bereits am Sonntag wieder an den Tisch.
Vier Tische, acht Spiele, null Zeit zum Durchatmen: Am Samstag beginnen die Achtelfinals um 11 Uhr. Vier Partien werden parallel an vier Tischen ausgetragen. Ab 15 Uhr folgen die vier übrigen Achtelfinals. Am Sonntag geht es mit den vier Viertelfinals weiter, diesmal jeweils an zwei Tischen. Damit bietet das Grand Opening nicht nur sportlich einen neuen Modus, sondern auch für Zuschauer eine ungewöhnliche Konzentration von Spitzentischtennis.
Der Weg der Borussia: Für Düsseldorf ist der Weg ins Final-Fou klar vorgezeichnet. Gewinnt die Borussia gegen Ochsenhausen, wartet am Sonntag ab 15 Uhr der Sieger des Duells zwischen dem SV Union Velbert und dem TTC Fulda-Maberzell. Mit Dimitrij Ovtcharov könnte damit bereits im Viertelfinale der nächste Weltklassespieler warten.
Fulda wäre der nächste schwere Brocken: Union Velbert ist zwar ein ambitionierter Gegner, die Favoritenrolle im zweiten Achtelfinale liegt aber klar bei Fulda-Maberzell. Ovtcharov und seine Mannschaft haben damit die Chance, am Sonntag auf die Borussia zu treffen. Für Düsseldorf wäre das eine besondere Konstellation: Zwei Siege in Nürnberg würden reichen, um das Final4 zu erreichen – der Weg dorthin könnte aber über Ochsenhausen und Fulda führen.
Auch auf der anderen Seite lauern Favoriten: Im anderen Viertelfinalzweig treffen die Sieger von Borussia Dortmund gegen TTC Grenzau sowie TTC OE Bad Homburg gegen TSV Bad Königshofen aufeinander. Am anderen Ende des Turnierbaums kämpfen am Samstagabend Bietigheim-Bissingen gegen den 1. FC Saarbrücken sowie Grünwettersbach gegen Mühlhausen um den Einzug in die Runde der letzten acht. Titelverteidiger Saarbrücken muss damit ebenfalls bereits im Achtelfinale liefern.
Der Favoritenkreis ist groß: Düsseldorf gehört mit Fan Zhendong, Dang Qiu, Anton Källberg und Kanak Jha zweifellos zu den Mannschaften mit den größten Ambitionen. Titelverteidiger Saarbrücken bringt mit Hugo Calderano und Patrick Franziska ebenfalls enorme Qualität mit. Fulda hat Ovtcharov, Ochsenhausen Togami – und auch Mannschaften wie Grünwettersbach oder Mühlhausen sind im K.-o.-Modus unangenehm.
Der Pokal kennt keine Schonzeit: Genau das macht das neue Format so reizvoll. In der Bundesliga kann eine Mannschaft einen schlechten Start noch korrigieren. In Nürnberg gibt es diese Möglichkeit nicht. Ein verlorenes Achtelfinale beendet das Pokalwochenende sofort. Deshalb kommt der Teamchemie besondere Bedeutung zu. Heister nutzt die gemeinsame Reise und die zwei Tage in Nürnberg bewusst, um aus seinem neu zusammengestellten Kader noch schneller eine Einheit zu formen.
16 Teams, zwei Tage, vier Final-Four-Tickets: Zwölf Bundesligisten und vier Mannschaften aus der Pokal-Vorrunde bilden das Premierenfeld. Inzwischen steht es komplett fest: Als letzter Qualifikant setzte sich Grünwettersbach II durch und trifft am Samstag auf Union Velbert II. Damit sind alle acht Achtelfinals besetzt.
Samstag geht es für Borussia sofort um alles: 29. August, 11 Uhr, Arena Nürnberg: Borussia Düsseldorf gegen TTF Ochsenhausen. Viel schwerer hätte der Einstieg in das neue Pokalformat kaum sein können. Doch genau darin liegt auch die Chance. Besteht die Borussia die erste Prüfung, ist der Weg zum Final-Four nur noch einen Sieg entfernt.
Das Ziel ist klar: Vier Mannschaften schaffen es aus Nürnberg zum Pokal-Final-Four. Für Borussia Düsseldorf beginnt der Weg dorthin mit einem Gegner, der selbst zu den Favoriten gehört. Viel Zeit zum Eingewöhnen bleibt also nicht. Dafür hatte Danny Heister ja bereits auf der Zugfahrt nach Nürnberg eine Idee.