Nur weil wir in der Überschrift etwas von Lara Croft und „Uncharted“ schreiben, ist das Spiel kein billiger Abklatsch von bereits vorhandenen Spielen, sondern bringt auch abseits vom „Plague Tale“-Kosmos genug Eigenständigkeit mit. Das gleich mal zum Anfang – hier muss niemand abgeschreckt sein. Es sei denn, man mochte die ersten beiden Teile von „A Plague Tale“ total, dann könnte es schwierig werden.

Mit „Resonance: A Plague Tale Legacy“, das seit dem 27. August 2026 für PC, Playstation 5 und Xbox Series X/S erhältlich ist, erzählt Asobo Studio eine neue Geschichte mit einer Figur, die wir bisher nur am Rande kannten. Sophia, die junge Plünderin aus dem zweiten Teil, bekommt hier nicht nur ihr eigenes Abenteuer – zum ersten Mal in der „Plague Tale“-Spielgeschichte wechselt das Gameplay vom Ducken und Schleichen zum action-reichen Schwertgeschwinge und zur rätselreichen Schatzsuche.

Optisch ist das Spiel ein Fest. Die Landschaft der griechischen Insel Kreta, die alten minoischen Ruinen, das Spiel mit Licht und Schatten, der Weitblick auf die Piratenschiffe, die in der Bucht vor Anker gehen, ja, selbst die tiefen Stollen mit den grauenhaften Wänden in den Bergen der Insel sehen nicht nur wegen der Schrecken atemberaubend aus. Aber was kann das Spiel selbst? Ist es die Weiterentwicklung, die sich so viele Spielerinnen und Spieler gewünscht haben? Das haben wir getestet.

Worum geht’s in „Resonance: A Plague Tale Legacy“?


In manchen Rätseln erinnert uns das Spiel an "Tomb Raider" zu den besten Zeiten. - © Asobo Studio

In manchen Rätseln erinnert uns das Spiel an „Tomb Raider“ zu den besten Zeiten.
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„Resonance: A Plague Tale Legacy“ spielt 15 Jahre vor „A Plague Tale: Requiem“ und folgt Sophia, einer jungen, toughen Frau, die von Flashbacks und Visionen geplagt wird. Sie ist auf der Flucht und versucht, die Geheimnisse ihrer Vergangenheit zu lüften. Dabei stolpert sie in ein Abenteuer, das sie von den dunklen Gassen des mittelalterlichen Europas bis in die antiken Ruinen der frühesten europäischen Hochkultur der Bronzezeit führt, nämlich der minoischen Kultur. Die hatte ihre Blütezeit in den Jahren von 3000 bis 1400 v. Chr. auf Kreta. Wer schon einmal auf der griechischen Insel Urlaub gemacht hat, dem sagt vermutlich der Palast des Knossos etwas. Auch der gehört zu dieser minoischen Kultur.

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Das Besondere: Sophia kann mit einer gestohlenen minoischen Kugel das Licht manipulieren. Damit können wir vor allem verborgene Mechanismen aktivieren, die einst vom berühmten Dädalus (ihr wisst schon: das ist der, dessen Sohn mit den Wachsflügeln der Sonne zu nah kam) im Inneren der Insel angefertigt wurden.

Das Spiel wechselt zwischen zwei Zeitebenen: Zum einen spielen wir Sophia in ihrer mittelalterlichen Gegenwart, zum anderen sind wir in der alten minoischen Ära unterwegs. In beiden Zeitaltern müssen wir narrative und spielerische Puzzles lösen.

Sophia ist dabei eine sympathische Heldin, mit der wir schnell eins werden. Sie ist schlagfertig, agil, kann klettern und springen und hat einen Enterhaken, der es ihr erlaubt, sich über große Lücken zu schwingen oder in die Höhe zu klettern. Die Entwickler haben bewusst darauf geachtet, dass wir mehr Freiheiten haben als in den Vorgängern. Trotzdem gibt es Grenzen für uns. Schwimmen zum Beispiel können wir nicht, und das Spiel ist auch keine Open World.

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Was hat uns gefallen?


Mitunter ist das Spiel auch ganz schön gruselig, wie in dieser Szene. - © Asobo Studio

Mitunter ist das Spiel auch ganz schön gruselig, wie in dieser Szene.
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Zunächst einmal: Wie toll sieht bitte dieses Spiel aus! Die visuellen Details sind in weiten Teilen der Knaller – das haben wir so nicht erwartet. Und die Atmosphäre ist richtig gut gelungen; wir fühlten uns von Minute eins in das Spiel hineingezogen. Und zwar nicht nur wegen der Geschichte, sondern auch wegen der erstaunlichen handwerklichen Qualität.

Dazu gehört auch, dass die Erzählweise bis in die Nebengespräche hinein hervorragend ist. Sophia wird von ihrer cleveren und witzigen Freundin Leni begleitet, und die beiden führen zum Teil sehr lustige Gespräche. Sophia erzählt Leni aber auch von ihren belastenden Visionen. Das ist so natürlich mit der Geschichte verwoben, dass es sich nicht anfühlt wie der Versuch, bestimmte Passagen mit Gequassel zu überbrücken.


Mit unserer Lichtkugel können wir das Licht teilen und mit den Strahlen Mechanismen in Gang setzen. Das sieht in diesem Beispiel einfach aus, ist aber manchmal ganz schön knifflig, weil man die richtigen Knotenpunkte erst finden muss. Hat man sie erwischt, strahlen sie wie hier. - © Asobo Studio

Mit unserer Lichtkugel können wir das Licht teilen und mit den Strahlen Mechanismen in Gang setzen. Das sieht in diesem Beispiel einfach aus, ist aber manchmal ganz schön knifflig, weil man die richtigen Knotenpunkte erst finden muss. Hat man sie erwischt, strahlen sie wie hier.
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Auch die Mischung aus „Uncharted“-ähnlicher Erkundung und „Tomb Raider“-artigen Rätseln funktioniert überraschend gut. „Resonance: A Plague Tale Legacy“ erfindet hier nichts neu, und trotzdem reizt es uns, immer weiter und weiter in die Geschichte einzusteigen. Wir klettern durch Ruinen, lösen Licht-Puzzles, machen neue Wege frei, entkommen, furchterregenden Monstern, die das Licht scheuen, zwängen uns durch enge Spalten und kämpfen gegen Schatzräuber, die uns auf den Fersen sind. Dieses Spiel hat einfach einen Charme, der an die großen Action-Adventures der vergangenen Jahre erinnert. Und trotzdem ist es kein billiger Abklatsch, sondern erzählt eine erwachsene, eigene Geschichte.

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Die Rätsel sind übrigens ziemlich clever gestaltet. Wir werden zum Teil ordentlich gefordert, aber wenig frustriert. Die Lösung bringt jedes Mal einen Aha-Moment und ein geradezu erlösendes Gefühl. Leni darf Hinweise geben, wenn wir sie dazu auffordern. Wir können den Dingen aber auch ganz alleine auf den Grund gehen. Als wir zum Beispiel in einer großen Höhle Spiegel so verstellen mussten, dass Lichtstrahlen quer durch den Raum schießen, bot uns Leni immer wieder ihre Hilfe an (wortlos; es blendet sich dann ein Symbol ein), aber wir wollten es unbedingt selber schaffen. Es hat ehrlicherweise etwas gedauert, bis uns auffiel, dass wir einen Spiegel völlig übersehen hatten – und dann fluppte es.

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Was hat uns nicht gefallen?


Hauptfigur Sophia kämpft sich in „Resonance: A Plague Tale Legacy“ actionreich durch die gefährlichen Ruinen Kretas. Die Kämpfe sind außerordentlich fordernd. - © Asobo Studio

Hauptfigur Sophia kämpft sich in „Resonance: A Plague Tale Legacy“ actionreich durch die gefährlichen Ruinen Kretas. Die Kämpfe sind außerordentlich fordernd.
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Leider ist jedoch nicht alles so schön, wie es scheint. Auf Kreta gibt es Licht und Schatten, und in dem Spiel gibt es die auch. Zum Beispiel: Das Spiel ist keine Open World. Das muss es auch gar nicht sein. Aber wir hätten gerne vorher gewusst, dass wir in die Bereiche nicht zurückkehren können, wenn wir uns erstmal durch eine enge Passage in den nächsten Bereich gequetscht haben.

So sind uns am Anfang ein paar Entdeckungen flöten gegangen. Unterwegs sammeln wir nämlich unter anderem sogenannte Resonanzpunkte ein, mit denen wir unseren Fähigkeiten aufwerten können. Sobald man weiß, dass man in bestimmte Bereiche nicht zurückkommen kann, durchsucht man die Szenerie anders – und findet natürlich auch mehr. Aber es unterbricht auch ein wenig den Flow, denn eigentlich wollen wir weiter die Geschichte verfolgen, müssen aber erst noch checken, ob nicht hinter dem nächsten Felsvorsprung noch ein Resonanzpunkt versteckt ist.

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Das führt uns zu den Kämpfen und dem Fähigkeitenbaum. Die Kämpfe fühlen sich extrem herausfordernd an, was prinzipiell ja gut ist. Aber wenn wir nach und nach mehr Resonanzpunkte im eher kleinen Fähigkeitenbaum ausgeben, haben wir nicht das Gefühl, dass wir dadurch einen wirklichen Vorteil bekommen. Im vierten Kapitel haben wir die Schwierigkeit vorübergehend auf „leicht“ umgestellt, weil wir wirklich Probleme hatten, gegen die Übermacht an Feinden anzukommen – trotz Parierens und Ausweichens.

Ein weiterer Punkt: Warum sind Kisten, Fässer und Amphoren manchmal zerstörbar und manchmal nicht? Das will uns nicht in den Kopf und lähmt auch die Entdeckerlust, dabei werden natürlich in manchen kaputtbaren Behältnissen kleine Schätze versteckt. Man würde wohl häufiger suchen, wenn Dinge wirklich zerstörbar wären und nicht nur, wenn was drin ist. So fühlt es sich manchmal an, als würde man wahllos auf alles einschlagen, in der Hoffnung, dass irgendwas passiert. Und meist ist das eher enttäuschend.

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Unser Fazit zu „Resonance: A Plague Tale Legacy“

„Resonance: A Plague Tale Legacy“ hat uns im Sturm erobert. Wir hatten große Bedenken wegen der Änderungen von Stealth auf Action, aber Asobo Studio hat genau die richtige Mischung gefunden, um die Spielreihe in die Zukunft zu führen. Optisch ist das Spiel ein Fest, die Geschichte ist fesselnd erzählt, und die Rätsel sind toll.

Ja, die Kämpfe können ganz schön frustrierend sein, aber: hey, es gibt immerhin unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Das Gefühl, dass man bestimmte Bereiche im Spiel verpasst, weil es kein Zurück gibt, trübt anfangs den Eindruck, wird aber ab der Mitte des Spiels vom Gesamteindruck minimiert.

Asobo Studio ist bereit, neue Wege zu gehen und auf die Kritik der Spielerinnen und Spieler zu hören. So ist „Resonance: A Plague Tale Legacy“ entstanden. Für uns sieht das nach dem goldenen Weg aus. Ganz sicher wird dieses Spiel diskutiert werden – und das ist ja mit das beste, was einer Neuausrichtung passieren kann.

„Resonance: A Plague Tale Legacy“ ist seit dem 27. August 2026 für PC, Playstation 5 und Xbox Series X/S erhältlich und kostet rund 60 Euro. Das Spiel ist freigegeben ab 16 Jahren.

Transparenzhinweis: Für den Test wurde uns vom Publisher ein kostenloses Review-Exemplar zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf unsere Wertung. Wir haben das Spiel auf der PS5 Pro getestet.

Teilwertungen:

Gameplay: 8/10

Story / Präsentation: 9/10

Technik: 9/10

Umfang / Content: 7/10

Innovation: 8/10

Gesamtbewertung: 9/10

INFORMATION

Kaufempfehlung

Für wen lohnt sich „Resonance: A Plague Tale Legacy“?

Fans von „A Plague Tale“: Wer die ersten beiden Teile mochte, muss sich auf einen deutlichen Kurswechsel einstellen. Statt vor allem zu schleichen, kämpft Sophia wesentlich häufiger mit dem Schwert und erkundet die Welt deutlich freier. Wer genau diese Weiterentwicklung spannend findet, bekommt hier ein starkes neues Kapitel.

Fans von „Tomb Raider“ und „Uncharted“: Klettern, Schatzsuche, antike Ruinen, Licht-Rätsel und spektakuläre Kulissen – „Resonance“ bedient viele bekannte Zutaten klassischer Action-Adventures. Es kopiert diese Spiele aber nicht einfach, sondern verbindet sie mit der eigenen „A Plague Tale“-Welt.

Rätsel-Fans: Die Rätsel sind abwechslungsreich, nachvollziehbar und sorgen immer wieder für schöne Aha-Momente. Wer gerne selbst tüftelt, ohne dabei stundenlang an einer Lösung festzuhängen, kommt hier auf seine Kosten.

Story-Spieler: Die Geschichte um Sophia, ihre Vergangenheit und ihre Visionen ist emotional erzählt und wird von starken Figuren und gelungenen Dialogen getragen. Wer Spiele vor allem wegen ihrer Atmosphäre und Inszenierung spielt, dürfte sich auf Kreta schnell verlieren.

Eher nichts für: Spieler, die eine offene Spielwelt oder besonders freie Erkundung erwarten. Auch die teils überraschend harten Kämpfe können frustrieren. Wer außerdem unbedingt das langsame Stealth-Gameplay der ersten beiden „A Plague Tale“-Teile zurückhaben möchte, könnte mit der Neuausrichtung weniger glücklich werden.