Pressemeldung

Der stellvertretende CDU Gemeindeverbandsvorsitzende Frank Denecke fordert vollständige Zahlen und warnt vor auslaufenden Zinsbindungen

Die SPD bezeichnet die Cremlinger Wohnungsbau GmbH als Erfolgsgeschichte und möchte weitere Projekte über die Gesellschaft verwirklichen. Der stellvertretende Vorsitzende des CDU Gemeindeverbandes Cremlingen, Frank Denecke, hält diese Darstellung für gewagt. Die veröffentlichten Zahlen zeigen Verluste, hohe Verbindlichkeiten und ein Ergebnis, das kaum Spielraum für steigende Kosten lässt.

„Bezahlbarer Wohnraum ist wichtig. Darüber gibt es keinen Streit“, sagt Denecke. „Wer aber von einer wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte spricht, muss diese Aussage auch mit Zahlen belegen können. Genau das gelingt der SPD nicht.“

Das Stammkapital der CWG beträgt 5,805 Millionen Euro. Für 2024 weist die Gesellschaft einen Jahresüberschuss von lediglich 2.184,84 Euro aus. Bezogen auf das eingesetzte Kapital sind das weniger als 0,04 Prozent.

Auch die Ergebnisse der Vorjahre passen kaum zum Bild einer Erfolgsgeschichte. 2021 stand ein Minus von 45.404 Euro, 2022 ein weiteres Minus von 94.015 Euro. Im Jahr 2023 folgte ein Überschuss von 37.619 Euro. 2024 blieben noch 2.185 Euro. Zusammen ergibt das innerhalb von vier Jahren einen Verlust von knapp 100.000 Euro.

„Diese Zahlen kann man nicht einfach mit ein paar schönen Sätzen überdecken“, sagt Denecke. „Knapp sechs Millionen Euro Stammkapital stehen einem Jahresüberschuss von gut 2.000 Euro gegenüber. Wer das als wirtschaftlichen Erfolg verkauft, legt die Messlatte schon sehr tief.“

Die Bilanz zum 31. Dezember 2024 weist eine Summe von rund 20,9 Millionen Euro aus. Davon entfallen etwa 19 Millionen Euro auf Sachanlagen. Dem stehen Verbindlichkeiten von rund 15,4 Millionen Euro gegenüber. Die liquiden Mittel lagen bei gut 526.000 Euro.

Nach Angaben der SPD wurden bislang 102 Wohnungen gebaut. Ursprünglich geplant waren 133 Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von rund 22,5 Millionen Euro.

Besonders kritisch sieht Denecke die künftige Finanzierung. Aus den öffentlich zugänglichen Unterlagen geht nicht hervor, wie lange die einzelnen Zinsbindungen laufen, welche Tilgungen vereinbart wurden und wann größere Darlehen neu finanziert werden müssen.

Ein Rechenbeispiel macht das Risiko sichtbar. Ein zusätzlicher Prozentpunkt Zinsen auf die aktuell ausgewiesenen Verbindlichkeiten entspräche rund 154.000 Euro im Jahr. Das wäre etwa das Siebzigfache des Jahresüberschusses von 2024.

„Natürlich werden nicht sämtliche Kredite am selben Tag neu abgeschlossen“, erklärt Denecke. „Die Rechnung zeigt trotzdem, wie dünn die finanzielle Decke ist. Schon deutlich kleinere Mehrbelastungen könnten den Jahresüberschuss vollständig aufzehren und die Gesellschaft wieder tief in die roten Zahlen drücken.“

Vor weiteren Projekten müssten deshalb alle Zahlen auf den Tisch. „Wir müssen wissen, wann welche Zinsbindungen auslaufen und welche Belastungen in den kommenden Jahren zu erwarten sind. Ohne diese Angaben kann niemand seriös beurteilen, welches Risiko die Gemeinde mit weiteren Investitionen eingeht“, so Denecke.

Für 2024 wurde öffentlich nur eine verkürzte Bilanz hinterlegt. Eine Gewinn- und Verlustrechnung mit Angaben zu Umsätzen, Mieteinnahmen, Zinsaufwand und laufenden Kosten ist dort nicht zu finden. Der Abschluss für 2024 wurde am 18. September 2025 veröffentlicht. Der Abschluss für 2023 folgte am 7. März 2025.

„Die SPD fordert gerne Transparenz. Bei einer Gesellschaft, in der Millionen Euro kommunales Kapital stecken, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, sie selbst zu liefern“, sagt Denecke. „Die Bürgerinnen und Bürger sollten erfahren, was die Wohnungen einbringen, was Verwaltung und Instandhaltung kosten und welche finanziellen Verpflichtungen noch vor uns liegen.“

Die CDU schließt kommunalen Wohnungsbau für die Zukunft nicht aus. Weitere Investitionen müssten jedoch solide gerechnet und für die Gemeinde dauerhaft tragbar sein.

„102 Wohnungen sind entstanden. Das erkennen wir an“, betont Denecke. „Zu einer ehrlichen Bilanz gehören aber auch die Verluste der vergangenen Jahre und mehr als 15 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Wer diesen Teil weglässt, erzählt keine Erfolgsgeschichte, sondern Wahlkampf.“

Bevor die CWG weitere Projekte übernimmt, fordert Denecke eine vollständige wirtschaftliche Betrachtung. Dazu gehören die tatsächlichen Mieteinnahmen, mögliche Leerstände, Kosten für Verwaltung und Instandhaltung sowie die Risiken nach dem Ende der Zinsbindungen.

„Bei einem Jahresüberschuss von gut 2.000 Euro braucht es nicht viel, um aus einer angeblichen Erfolgsgeschichte ein finanzielles Problem zu machen“, warnt Denecke. „Wenn die Finanzierungskosten steigen und die Gesellschaft ihre Belastungen nicht mehr aus eigener Kraft tragen kann, wird die Gemeinde handeln müssen. Dann kann die CWG schnell ein großes Loch in den ohnehin angespannten Gemeindehaushalt reißen.“

Foto: Der stellvertretende CDU-Gemeindeverbandvorsitzender Cremlingen, Frank Denecke