Neukölln – Wie dreist und empathielos sind die Linken? Die Hauptstadt bangte am Mittwochabend, dass die Entschärfung einer Weltkriegsbombe glimpflich über die Bühne geht. Die Linke nutzte die Situation für Wahlkampf.

5600 Haushalte wurden vorsorglich evakuiert. Das Bezirksamt brachte etwa 200 Betroffene in der Adolf-Reichwein-Schule unter, solange Entschärfung und Evakuierung dauerten. Dank des gemeinsamen Einsatzes von THW, DRK, Polizei und Ordnungsamt funktionierte alles sehr gut.

Was die Helfer jedoch empörte: Die Linke Neukölln hatte ausgerechnet in dieser Situation offenkundig nur das Thema Wahlkampf im Kopf. Selbst auf dem Gelände der Notunterkunft sollen Flyer verteilt worden sein, berichten Zeugen. Davor baute die Partei einen Infostand auf!

Wahlkampf vor der Notunterkunft: der umstrittene Neuköllner Bürgermeisterkandidat Ahmed Abed von der Linken (mit Basecap)

Wahlkampf vor der Notunterkunft: der umstrittene Neuköllner Bürgermeisterkandidat Ahmed Abed von der Linken (mit Basecap)

Foto: Privat

Mit dabei der umstrittene Neuköllner Bürgermeisterkandidat Ahmed Abed (Linke). Er sei mittels Hausrecht vom Gelände verwiesen worden, heißt es aus dem Bezirksamt. Sozialstadtrat Hannes Rehfeldt (CDU) ist vom Verhalten der SED-Erben entsetzt. „Das ist unanständig und auf niedrigster moralischer Stufe“, so der Politiker zur B.Z.: „Die Linke Neukölln hat damit in einer sehr fordernden Lage für alle Beteiligten wertvolle Ressourcen gebunden und den Einsatz des Bezirksamtes behindert.“

Die Linke Neukölln ließ eine Anfrage der B.Z. unbeantwortet.

100 Kilo schwerer Sprengsatz

Die Bombe wurde am Vormittag bei Kanalarbeiten im Neuköllner Schifffahrtskanal gefunden. Der 100 Kilogramm schwere Sprengsatz wurde zur Entschärfung ans Ufer gebracht. Mit einer Hochdruckwasserschneidanlage wurde der Zünder herausgeschnitten. Ein Transport zu einem Sprengplatz war laut Polizei zu riskant.

Der Kampfmittelräumdienst war gegen 23 Uhr mit der Entschärfung fertig. Kurz vor Mitternacht konnten die Menschen zurück in ihre Wohnungen.

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