Auf der Ruhmesleiter hat die Ostmoderne eine weitere Stufe erklommen. Am Donnerstag eröffnet die Berlinische Galerie die Ausstellung „Josef Kaiser. Bauen für die DDR“.
Für die West-Gründung, die seit mehr als 50 Jahren Ehrenhalle der von dieser Metropole inspirierten Kunst sein will, ist es die erste ausgewachsene Werkschau eines an Ost-Berlin arbeitenden Architekten. Leben und Werk des Architekten wurden zwar hin und wieder verhandelt – aber immer nur „unter anderem“. Das ändert sich jetzt.
Die Präsentation ist opulent: Pläne, Modelle, Nutzererfahrungen, fünf künstlerische Auseinandersetzungen, neue Fotografien und die suggestiven Original-Illustrationen von Dieter Urbach. Letztere sind auch der Grund, warum Kaisers Nachlass vor 14 Monaten bei der Berlinischen Galerie landete. Das Kuratorium hatte sich bereits vor mehr als zehn Jahren durch das Familienarchiv gewühlt.