Handball-Bundesliga
Stand: 27.08.2026 22:16 Uhr
Perfekter Saisonstart für den THW Kiel! Der deutsche Handball-Rekordmeister setzte sich am Donnerstagabend im Eröffnungsspiel der neuen Bundesliga-Saison zu Hause gegen den TBV Lemgo Lippe mit 35:27 (17:15) durch. Es war der erste Erfolg unter dem neuen Trainer Börge Lund.
Für das Publikum in der Ostseehalle war es ein Saisonauftakt ohne Zittern. Schon weit vor der Schlusssirene stand fest, dass die „Zebras“ gegen den Fünftplatzierten der vergangenen Spielzeit nicht stolpern würden. Klares Saisonziel der Schleswig-Holsteiner ist die Rückkehr in den internationalen Wettbewerb. Unter Filip Jicha, dem Vorgänger des Norwegers Lund, hatten sich die Kieler erstmals seit 33 Jahren nicht für den Europapokal qualifizieren können.
Es hat richtig Bock gemacht, in die Halle einzulaufen.“
THW-Zugang Julian Köster
Ein erster Schritt auf dem langen Weg ist durch den Sieg gegen den TBV somit gemacht. Nationalspieler Julian Köster, der im Sommer vom VfL Gummersbach an die Kieler Förde gekommen war, feierte nicht nur den erhofften Erfolg beim Pflichtspieldebüt für den THW, er genoss auch die besonderen Momente. „Die Halle hat richtig Spaß gemacht – also dass sie nicht gegen mich war, sondern für mich. Und als ich hier stand, da hat es richtig Bock gemacht, in die Halle einzulaufen“, sagte der Nationalspieler im Interview mit dem NDR.
Auch sein Teamkollege Lukas Zerbe, mit sieben Toren erfolgreichster THW-Profi, war mit der Vorstellung des Teams im ersten Saisonspiel hochzufrieden. „Wir hatten uns vorgenommen, mit Energie, mit hundert Prozent Leidenschaft auf die Platte zu gehen, die Fans mitzunehmen. Es hat heute nicht alles funktioniert. Aber ich bin stolz auf die Mannschaft, die auch in schwierigen Phasen cool geblieben ist“, sagte der 30-Jährige.
Zerbe sorgt für das erste Saisontor
Die „Zebras“ begannen vor 9.975 Zuschauern gegen Lemgo Lippe mit Elias Ellefsen á Skipagötu auf der Mitte, der vom Champions-League-Sieger FC Barcelona gekommene slowenische Nationalspieler Domen Makuc nahm zunächst auf der Ersatzbank Platz. 49 Sekunden dauerte es, bis Zerbe für das erste Saisontor sorgte. Köster verpasste dagegen nach acht Minuten die Top-Chance, sich erstmals als Torschütze in der THW-Statistik zu verewigen. Der Nationalspieler scheiterte beim Stand von 4:2 nach einem Tempo-Gegenstoß an TBV-Torhüter Constantin Möstl.
Kieler kommen gut in die Partie
Während THW-Coach Lund in der fünfwöchigen Vorbereitung in der Abwehr gerne mal auf ein 3-2-1-System gesetzt hatte, agierten die Norddeutschen gegen das Team von TBV-Coach Florian Kehrmann zu Beginn in einer 6-0-Deckung. Und das ging zunächst ganz gut: Linksaußen Rune Dahmke sorgte für die erste Vier-Tore-Führung (7:3, 10.). Nur: So lief es nicht weiter. In der Offensive kamen Pässe nicht an, und hinten taten sich nun einige Lücken auf – wie etwa beim 9:9 durch Joël Willecke (15.).

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In der 18. Minute brachte Lund dann Makuc ins Spiel, und nur Sekunden später erzielte Köster sein erstes Tor im THW-Trikot – 12:10. Kurz darauf kam auch der dänische Linkshänder Emil Madsen nach seiner schweren Knieverletzung und 330 Tagen Leidenszeit endlich zu seinem Comeback. Lund verteilte weiterhin die Aufgaben auf vielen Schultern. In der 26. Minute kam der 19 Jahre alte Rasmus Ankermann, der von Ex-Trainer Filip Jicha stark gefördert wurde, in die Partie. Er deckte im Abwehrzentrum und nicht wie bei Jicha auf Halblinks.
THW-Keeper Andreas Wolff, der vom Anpfiff an zwischen den Pfosten gestanden hatte, sorgte mit einem Wurf ins leere Tor wieder für eine Drei-Tore-Führung (16:13, 28.). Zur Pause lag Kiel mit 17:15 vorne.
THW setzt sich nach der Pause entscheidend ab
Sieben Minuten nach Wiederbeginn trug sich dann auch Makuc erstmals als Torschütze in die Statistik ein. Zerbe sorgte wenig später erneut für eine Vier-Tore-Führung (22:18, 40.). Und nachdem Wolff zunächst einen Siebenmeter von Samuel Zehnder und dann auch noch einen freien Wurf von Hendrik Wagner abwehrt hatte, waren die Kieler erstmals mit sechs Treffern vorne (24:18). Und das war schon der entscheidende Schritt auf dem Weg zum Gewinn der ersten beiden Punkte in dieser Saison.
Tore Kiel: Zerbe (7/5 Siebenmeter), Makuc (6), Ellefsen á Skipagötu (4), Köster (4), Johansson (4), Dahmke (3), Nacinovic (3), Reinkind (2), Szilagyi (1), Wolff (1)
Tore Lemgo Lippe: Willecke (8/1), Suton (4), S. Zehnder (4/1), Valkovskis (3), Wanner (3), Hutecek (1), Nyfäll (1), O’Sullivan (1), Versteijnen (1), Wagner (1)
Zuschauer: 9.955.
Letztlich wurde es eine sehr stimmungsvolle Angelegenheit, wozu auch Wolff mit einem weiteren gehaltenen Siebenmeter gegen Zehnder seinen Beitrag leistete. Am Ende war es ein überraschend deutlicher Erfolg für das auf einigen Positionen veränderte THW-Team.

Handball-Bundesliga
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„Reset“ beim Rekordmeister
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