Es soll geprüft werden, welche Möglichkeiten es zur Eindämmung der Verschmutzungen gibt. Schließlich sei durch den Vogel-Kot nicht nur die Aufenthaltsqualität rund um den belebten Durlacher Bahnhof stark beeinträchtigt, er berge auch gesundheitliche Risiken. Auch wollte die FDP daher die entsprechende Reinigungsfrequenz in diesem Bereich wissen.
Saatkrähen stehen unter besonderem Schutz
Bei den Krähen, die besonders in der Brutzeit durch ihre Rufe und den Kot auffallen, handelt es sich um einheimische Saatkrähen, so das Umweltamt der Stadt: „Diese finden sich zum Brüten in Kolonien zusammen, so zum Beispiel am Bahnhof Durlach aber auch in anderen Stadtteilen. Die einheimischen Rabenkrähen brüten dagegen nicht in Gruppen, sondern paarweise allein. Sie fallen daher weit weniger auf.“ Beide Krähenarten seien nach der europäischen Vogelschutzrichtline geschützt. Dies bedeute, dass, neben den Krähen selbst, auch deren Eier (als Entwicklungsform) und Nester (als Fortpflanzungs- und Ruhestätte) von dem besonderen Schutz umfasst seien.
Vergrämung kaum möglich
Die Krähen am Durlacher Bahnhof könnten aufgrund ihres gesetzlichen Schutzes und des Fehlens wirksamer Vergrämungsmethoden derzeit nicht wesentlich aus dem Bereich des Bahnhofs Durlach verdrängt werden, informiert das Umweltamt: Eine Bejagung von Saatkrähen sei nicht erlaubt, da sie nicht dem Jagdrecht unterliegen. „Im Gegensatz dazu unterliegen Rabenkrähen dem Jagdrecht und können zwar außerhalb der Brutzeit bejagt werden, dies ist jedoch in den dicht besiedelten Stadtteilen in Karlsruhe nicht möglich.“ Vergrämungsmaßnahmen, mit denen eine echte Reduktion der Population erreicht werde und nicht bloß eine Verlagerung des Problems, seien aufgrund der Intelligenz der Tiere nur schwer umzusetzen: „Häufig bilden sich dadurch neue sogenannten Splitterkolonien“.
Da sich die Vögel aufgrund der Nahrungssuche oft in Städte zurückziehen, bestehe oftmals der Eindruck, dass die Krähenbestände insgesamt zugenommen hätten, doch dem sei nicht so: „Insgesamt sind die Brutpopulationen in Europa um über 30 Prozent zurückgegangen.“
Reinigung beseitigt nur die Folgen
Doch am Bahnhof Durlach seien der Verwaltung keine Fütterungen oder besondere Probleme mit Mülleimern als Futterquelle von Krähen bekannt. Vielmehr würden die großen Platanengruppen dort ideale Nistmöglichkeiten für Koloniebrüter bieten. Doch gebe es aktuell keine wirksamen und umsetzbaren Mittel, die Ansiedlungen der Krähen in Durlach wesentlich zu beeinflussen. Die Verschmutzungen durch Vogelkot würden im Rahmen der normalen wöchentlichen Straßenreinigung – manuell und maschinell – von Stadt und Verkehrsbetriebe beseitigt. Eine spezielle Sonderreinigung der betroffenen Flächen würde zwar temporär zu einer Verringerung der Verschmutzung führen, die Ursache jedoch nicht beseitigen.
Da es in anderen Bundesländern Möglichkeiten gibt, hofft die FDP, dass die Stadt das Thema weiterverfolge, um die Population einzudämmen oder zu vergrämen.