Immer wieder kommt es in Düsseldorf zu schweren Unfällen, weil Autofahrer verbotenerweise nach links abbiegen oder wenden wollen. Besonders schlimm können die Folgen sein, wenn dabei Gleise der Rheinbahn überquert werden und es zu einem Zusammenstoß zwischen einer herannahenden Bahn und dem Auto kommt. Noch in diesem Jahr soll ein Pilotversuch auf der Kaiserswerther Straße starten, der durch eine Abtrennung der Fahrbahnen für mehr Sicherheit sorgen soll. Der Verkehrsausschuss soll den Pilotversuch am Mittwoch beschließen.
Kostenpflichtiger Inhalt Zuletzt hat eine Unfallserie auf der Grafenberger Allee Stadt und Rheinbahn intensiv beschäftigt. Stadtauswärts versuchen dort Autofahrer immer wieder, direkt nach links in die Simrockstraße abzubiegen. In zweieinhalb Jahren gab es dort fast 70 Unfälle mit insgesamt 37 Verletzten. Oft waren Straßenbahnen beteiligt, die Fahrerinnen und Fahrer der Rheinbahn aber in keinem Fall Unfallverursacher. Inzwischen fahren die Bahnen an der Stelle langsamer. Nirgendwo sonst in der Stadt kracht es so oft zwischen Autos und Straßenbahnen.
Auf der Grafenberger Allee stehen zehn Plastikpoller, die Autofahrer vom falschen Abbiegen oder Wenden abhalten sollen. Beim Pilotversuch auf der Kaiserswerther Straße sollen zwischen Reeser Platz und Golzheimer Platz nun Trennelemente zwischen die beiden Straßenbahngleise auf die Fahrbahn gesetzt werden. Die Knotenpunkte Kaiserswerther Straße/Uerdinger Straße und Kaiserswerther Straße/Karl-Arnold-Platz/Golzheimer Platz bleiben allerdings frei von den Kunststoffaufsätzen.
Die Elemente sind 8,5 Zentimeter hoch, so dass Rettungsfahrzeuge über sie hinwegfahren können. Die Höhe wurde zwischen Rheinbahn und Fachverwaltung abgestimmt. Zur besseren Sichtbarkeit im Winter – auch für den Fall, dass es mal schneit –, sollen die Trennelemente alle 25 Meter aufgesetzte flexible Poller, die 40 Zentimeter hoch sind, erhalten. Außerdem sind teils zusätzlich Reflektoren vorgesehen.
Kostenpflichtiger Inhalt In der Bezirksvertretung 1 wurde der einjährige Pilotversuch im Juni kritisch diskutiert, aber schließlich abgesegnet. Die Entscheidungsgewalt liegt nun ohnehin bei den Fachpolitikern des Stadtrates. Einen Starttermin kann die Verwaltung erst nach dem Beschluss und der Ausschreibung nennen. Grob ist das Jahresende oder der Jahresanfang 2027 angepeilt. Die Kosten von rund 160.000 Euro übernimmt die Rheinbahn. Ob die bauliche Mitteltrennung bleibt, wird nach einem Jahr entschieden, ebenso, ob sie an anderen Unfallschwerpunkten wie an der Grafenberger Allee zum Einsatz kommt.