Mit ihrem Hund spaziert Model Anna Hiltrop gerne in der Nähe des Rheins entlang. Erst kürzlich hat sie bei einer solchen Gassi-Runde erlebt, welche Gefahren auch für Tiere von herumliegendem Müll ausgehen. „Ben ist in ein Kaugummi getreten, in das sich viele kleine Steine gemischt hatten“, sagt die Düsseldorferin. Die klebrige Masse sei so tief in die Pfote eingedrungen, dass sie von einem Tierarzt entfernt werden musste. Damit es zu solchen Situationen nicht kommt und der Fluss insgesamt von Unrat befreit wird, ist Hiltrop als Botschafterin des Rhine-Clean-Ups im Einsatz.

Jährlich treffen sich an dem Aktionstag Tausende Freiwillige in Düsseldorf, um Müll zu sammeln. Aktuell laufen die Vorbereitungen für den nächsten Termin am Samstag, 12. September. Die Plakate sind bereits gedruckt. Darauf sind Fische zu sehen, die auf einem weiteren Foto durch Plastikflaschen ersetzt werden. „Heute Fisch. Morgen Plastik“ lautet der Slogan. Ergänzt wird dieser durch ein „Wir ändern das!“

Mehr als 53.000 Müllteile treiben in Richtung Nordsee

Wie wichtig das Engagement ist, betonten beim Pressetermin am Donnerstag durchweg alle Organisatoren und Sponsoren. „Das Thema Nachhaltigkeit darf auch bei den Krisen dieser Welt nicht in den Hintergrund rücken“, so Hiltrop. Und Rhine-Clean-Up-Gründer Joachim Umbach stellte eine Studie vor, die von den Universitäten Tübingen und Bonn in Kooperation mit der Kölner Organisation „Krake“ durchgeführt wurde. „Herausgekommen sind gigantische Zahlen, die uns erschreckt haben“, sagt Umbach.

An der Kölner Zoobrücke wurde für die Erhebung eine sogenannte „Rheinfalle“ installiert, um Abfall abzufangen. „Die Müllmenge, die durch den Rhein fließt, ist deutlich größer als angenommen“, erklärt Umbach. Die Studie hat demnach ergeben, dass täglich rund 53.000 Teile die Domstadt passieren und auch über Düsseldorf in Richtung Nordsee fließen. Überwiegend bestehen diese aus Kunststoff, Müll von privaten Verbrauchern und aus der Industrie ist darunter.

Gruppen und Einzelpersonen können sich anmelden

In Düsseldorf sind bei vergangenen Rhine-Clean-Up-Einsätzen jeweils mehr als 20 Tonnen Abfall zusammengekommen. Etwa 7000 Menschen beteiligten sich allein 2025 und waren am Ufer des Stroms unterwegs. „Ich bin guter Dinge, dass wir an den Erfolg aus den Vorjahren anknüpfen können“, sagt Joachim Umbach. Bislang haben sich in der Landeshauptstadt 30 Gruppen für die Aktion 2026 angemeldet. Weitere können sich noch bis Mittwoch, 9. September, registrieren. Bis Ende August muss zudem Sammelmaterial (Müllsäcke, Handschuhe und Greifer) beantragt werden, damit ein zuverlässiger Versand garantiert werden kann. In Ausnahmefällen und nach Absprache ist es auch möglich, dafür ins Rhine-Clean-Up-Büro an der Luisenstraße zu kommen.

Einzelpersonen können am 12. September auch direkt die Oberkasseler Rheinwiesen ansteuern. Dort ist bis 13 Uhr eine Materialausgabestelle eingerichtet. Auch hierfür wird allerdings um eine Anmeldung gebeten unter rhinecleanup.org/de. Bereits um 10 Uhr findet am Ufer im Linksrheinischen außerdem die offizielle Eröffnung durch Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) und NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) statt.

Niedrigwasser sorgt für Gefahren

Durch das Niedrigwasser ist der Rhein ja zuletzt in den Fokus gerückt“, sagt Julia Siegers von „Immofinanz“. „Ich hoffe, dass das dem Rhine-Clean-Up einen weiteren Schub verleiht.“ Das Unternehmen gehört zu den Unterstützern des Aktionstages. Hauptsponsor ist die Postcode-Lotterie, der Anbieter „Naturstrom“ hat neue Holz-Greifer angeschafft. Und die Awista sammelt den Müll schließlich an unterschiedlichen Stellen im Stadtgebiet ein.

Aufmerksam machen werde man alle Beteiligten auf neue Gefahren, die sich durch das Niedrigwasser ergeben, sagt Rhine-Clean-Up-Geschäftsführerin Mirjam Schenke. „Gruppen mit Kindern sollten sich zum Beispiel nicht im freigelegten Flussbett aufhalten“, betont sie. Besondere Vorsicht sei auch bei Funden geboten, bei denen es sich um Rückstände aus dem Zweiten Weltkrieg handeln könnte. Bei einem solchen Verdacht sollten sofort der Kampfmittelräumdienst, Feuerwehr oder Polizei kontaktiert werden. Kostenpflichtiger Inhalt In den vergangenen Wochen hatte der niedrige Rheinpegel etwa eine Granate freigelegt. Mittlerweile ist der Wasserstand im Fluss aber wieder angestiegen.