Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Russland greift Kiew stundenlang mit Raketen und Drohnen an

Aktualisiert am 28.08.2026 – 07:30 UhrLesedauer: 18 Min.

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Rauch über Kiew: Russland überzieht die ukrainische Hauptstadt über Stunden mit Angriffen. (Quelle: IMAGO/Ukrinform/ABACA/imago)

Russland greift Kiew massiv an. Trump spricht mit Putin. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Stundenlanger russischer Luftangriff erschüttert Kiew

Russland hat Kiew am Donnerstag über viele Stunden hinweg mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen. Explosionen und Flugabwehrfeuer waren nach Angaben des „Kyiv Independent“ vom frühen Morgen bis in den Abend zu hören. Mindestens vier Menschen wurden verletzt. Trümmer beschädigten unter anderem zwei Schulen, eine Sportanlage und ein Wohnhaus.

Bei den Angriffen setzte Russland auch strahlgetriebene Drohnen auf Basis des iranischen Shahed-Modells ein. Sie sind deutlich schneller als herkömmliche Drohnen und stellen die ukrainische Flugabwehr vor große Probleme. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden landesweit sieben ballistische Raketen, ein Onyx-Flugkörper, drei Banderol-Marschflugkörper sowie 222 Drohnen abgefangen. Auch aus Odessa und Saporischschja wurden Explosionen gemeldet.

Russland soll Indonesier rekrutieren

Der ukrainische Auslandsgeheimdienst SZRU hat nach eigenen Angaben Beweise dafür erhalten, dass Russland gezielt Bürger Indonesiens für den Krieg gegen die Ukraine anwirbt. Das teilte der Dienst über seinen Telegram-Kanal mit, wie die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet.

Der SZRU erklärte, dem Dienst lägen Dokumente zu mindestens acht indonesischen Staatsbürgern vor, die rekrutiert worden seien.

Nach Angaben des Geheimdienstes geht Russland dabei nach einem bereits erprobten Muster vor: Ausländern werde eine hohe Bezahlung, angeblich ungefährliche Tätigkeiten abseits der Kampfhandlungen, eine beschleunigte russische Staatsbürgerschaft sowie diverse soziale Vergünstigungen in Aussicht gestellt.

Drohnen sollen Wohnhaus auf der Krim getroffen haben

In Sewastopol, auf der von Russland kontrollierten Halbinsel Krim, haben Drohnen nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden Öldepots sowie ein fünfstöckiges Wohnhaus getroffen. Dies melden russische Nachrichtenagenturen

Cherson: Gouverneur ruft zu Evakuierung auf

Angesichts der zunehmenden russischen Angriffe auf Cherson haben die Behörden die Einwohner der südukrainischen Stadt zur Evakuierung aufgerufen. „Ich wende mich erneut an die Einwohner von Cherson, insbesondere an Familien mit Kindern und ältere Menschen: Wenn Sie die Möglichkeit haben (…), bitte verlassen Sie die Stadt“, schrieb der Gouverneur der Region Cherson, Oleksandr Prokudin, am Donnerstag im Onlinedienst Telegram. Aufgrund der russischen Angriffe bestehe die Gefahr, dass die Strom- und Wärmeversorgung in der Stadt für längere Zeit ausfallen könnte.

Zwei ukrainische Soldaten stehen neben einem Schild mit der Aufschrift "Gebiet Cherson".Vergrößern des BildesZwei ukrainische Soldaten stehen neben einem Schild mit der Aufschrift „Gebiet Cherson“. (Quelle: Bernat Armangue)

Prokudin sprach von einer „äußerst schwierigen Sicherheitslage“ in Cherson. Russland intensiviere „täglich seine Angriffe auf die kritische Infrastruktur in der Region“. In der Nacht zum Donnerstag habe die russische Armee „erneut das Fernwärmekraftwerk von Cherson mit Gleitbomben angegriffen“. Die Anlage sei dabei stark beschädigt worden.