Steigende Temperaturen durch den Klimawandel stellen auch Netzbetreiber vor neue Herausforderungen. Um die Versorgungssicherheit in Duisburg auch an heißen Sommertagen zu gewährleisten, haben die Netze Duisburg GmbH in den vergangenen Jahren gezielt in die Klimatisierung ihrer Umspannwerke sowie in den Austausch temperaturabhängiger Kabelsysteme investiert. Das teilte die Stadtwerke-Tochter jetzt mit.
„Die Hitze macht auch vor unserer Technik nicht halt. Besonders in den Sommermonaten kann es in unseren Betriebsräumen zur Überhitzung kommen, was Störungen zur Folge haben kann“, erklärt Andreas Massing, Geschäftsführer der Netze Duisburg GmbH. Seit 2020 seien daher zwölf Umspannwerke nachträglich mit Klimaanlagen ausgestattet worden. Dafür wurden bislang rund 350.000 Euro investiert. Weitere Standorte sollen nach Angaben des Netzbetreibers in den kommenden Jahren folgen.
Die Erfahrungen aus den extremen Hitzeperioden zeigten jedoch, dass herkömmliche Klimaanlagen bei Außentemperaturen um 40 Grad teilweise an ihre Leistungsgrenzen stoßen. Derzeit werde deshalb geprüft, ob zukünftige Anlagen leistungsstärker oder anders dimensioniert werden müssen.
Ein weiterer Schwerpunkt sei die schrittweise Erneuerung älterer, massenisolierter Kabel, die bis etwa 1990 standardmäßig im Mittelspannungsnetz verlegt wurden. Bei lang anhaltend hohen Temperaturen könnten sich die Materialeigenschaften der Isolierung verändern – die Isoliermasse wird flüssig und kann abfließen, besonders an Endverschlüssen oder höher gelegenen Leitungsabschnitten. Dies erhöhe das Risiko von technischen Störungen.
Um dem entgegenzuwirken, tauschen die Netze Duisburg diese Kabel im Rahmen ihrer regulären Erneuerungsprogramme gegen moderne, temperaturbeständigere Systeme aus. Im Durchschnitt würden so pro Jahr rund 20 Kilometer Mittelspannungs- und 37 Kilometer Niederspannungskabel erneuert.
Aktuell umfasst das Stromnetz der Netze Duisburg insgesamt ca. 3350 Kilometer im Niederspannungsbereich, davon noch rund 430 Kilometer mit massenisolierter Ausführung. Im Mittelspannungsnetz sind es ca. 1400 Kilometer, wovon noch etwa 900 Kilometer über die ältere Technologie verfügen.
„Wir modernisieren unser Netz kontinuierlich und machen es Schritt für Schritt widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels – damit Duisburg auch künftig zuverlässig mit Strom versorgt ist“, so Massing.