Am 20. September 2025 war der heißeste Oktoberfesttag seit Beginn der Messungen 1879. Laut dem Deutschen Wetterdienst wurden 30,7 Grad gemessen. Zuvor lag der Rekord bei 29,7 Grad aus dem Jahr 1993. Doch es gab auch das andere Extrem: 1936 fand die Wiesn bei -2,5 Grad statt, und 1995 mussten Zelte und Fahrgeschäfte sogar unter Schnee aufgebaut werden. Während es 1986 kein einziges Mal regnete, fiel das Oktoberfest 2022 sprichwörtlich ins Wasser: Es war kalt und es regnete fast jeden Tag.

Während der Übergang von September zu Oktober einiges zu bieten hat, hat er – vor allem mit Blick auf die Münchner Wiesn – auch eine Schwäche: das launische Wetter. Bekommt man einen goldenen September, in dem man im Dirndl und in Lederhosen über das Festgelände schlendert? Oder sitzt man am Ende doch lieber in Gummistiefeln statt in Haferlschuhen im Bierzelt? Das lässt sich zum aktuellen Stand über die Wetteraussichten sagen, wenn am Samstag, dem 19. September 2026, die Bierzelte auf der Wiesn öffnen.

Laut wetter.com weisen die Langzeitdaten darauf hin, dass das Wetter zum Start der Wiesn sommerlich warm und nicht allzu nass ausfallen könnte. Ähnliches zeigen die Witterung vorhersagen der dpa. In der Woche vom 14. bis 20. September 2026 ist am ehesten mit normalen bis leicht überdurchschnittlichen Temperaturen im Vergleich zum Jahresmittel der Jahre 2006 bis 2025 zu rechnen. In der Woche 21. bis 27. September 2026 spricht mehr dafür, dass es in München eher wärmer als üblich wird. Beides bleibt jedoch ein Trend und keine Garantie.

Der Meteorologe Johannes Habermehl von Meteored Deutschland betont: „Eine seriöse Detailprognose für die Wiesn ist erst rund eine Woche vorher möglich – bis dahin hilft nur die Klimatologie, und die heißt Ende September: mit allem rechnen, von spätsommerlichen 25 Grad bis zu den ersten kühlen Herbstnächten mit einstelligen Werten.“ Dennoch gebe es im September eine klassische Wetterlage, erklärt er auf Anfrage unserer Redaktion.

Mit dem Föhn kann warme, trockene Luft nach München getragen werden

Laut Habermehl kann das typische Wiesn-Wetter im frühen Herbst vor allem durch zwei Dinge geprägt sein. Einerseits spielt der Föhn eine wichtige Rolle: ein warmer, trockener Fallwind aus Süden, bei dem die Luft über die Alpen strömt und nördlich davon absinkt. Bekannt dafür, dass er oft klare Sicht bis in die Berge ermöglicht und bringt er meist milde, trockene Luft nach München – für Wiesn-Besucherinnen und -Besucher wären das also angenehm warme und trockene Bedingungen.

Gleichzeitig kann der Föhn aber auch seine Schattenseite haben: Er geht häufig mit kräftigen, böigen Winden einher, und nicht selten folgt anschließend eine Kaltfront, die einen spürbaren Wetterumschwung mit sich bringt. Zusätzlich sind für den frühen Herbst klassisch der Altweibersommer beziehungsweise ein „goldener Oktober“ typisch – also stabile Hochdruckphasen mit sonnigen, ruhigen Tagen, so Habermehl. Außerdem treten häufiger morgendliche Nebelfelder auf, die sich teils bis in den Vormittag halten und den Start in den Tag kühl und feucht machen können.

Besonders Gewitter sind auf dem Oktoberfest ein Sicherheitsrisiko

Dass es während der Wiesn irgendwann auch zu schlechterem Wetter kommt, ist allerdings realistisch. Davor warnt der Meteorologe: Gewitter mit kräftigen Böen, teils sogar sturmartige Entwicklungen, sind nach warmen Septembertagen weiterhin möglich und zählen für Zelte, Fahrgeschäfte und Aufbauten zu den größten Sicherheitsthemen. Auch Starkregen kann den Wiesnbesuch schnell vermiesen, wenn große Wassermengen das Gelände in kurzer Zeit stark belasten.

Sein Tipp: mit ausgeprägten Temperaturschwankungen rechnen – auf der einen Seite warme, teils schwüle Tag , auf der anderen kühle bis kalte Abende und im Zweifel schon ein erster Herbsteinbruch. Frühe Wintereinbrüche mit Schnee sind im Münchner Flachland Ende September seien aber sehr selten.