
AUDIO: Prozess in Braunschweig: Wer haftet für den Germanwings-Absturz? (1 Min)
Stand: 28.08.2026 02:00 Uhr
Der Absturz einer Germanwings-Maschine vor mehr als elf Jahren wird heute erneut vor Gericht verhandelt. 30 Angehörige der Verstorbenen klagen auf Schadenersatz. Sie sehen den Bund in der Verantwortung.
Aus Sicht der Angehörigen hat das Luftfahrt-Bundesamt mit Sitz in Braunschweig die Flugtauglichkeit des für den Absturz verantwortlichen Co-Piloten nicht ausreichend überwacht. So seien die durchgeführten flugmedizinischen Untersuchungen gerade auf mögliche psychiatrische Erkrankungen nicht weitreichend genug gewesen, teilte das Landgericht Braunschweig deren Sicht mit. Die 30 Klägerinnen und Kläger fordern Schadenersatz von 500 Euro bis 110.000 Euro. Das Zivilverfahren wird am Landgericht Braunschweig verhandelt, weil das Luftfahrt-Bundesamt dort seinen Sitz hat. Die Verhandlung soll um 10 Uhr beginnen.

Bei dem Absturz vor elf Jahren starben 150 Menschen. Im Prozess geht es um möglichen Schadenersatz für 30 Angehörige.
Bund nach erster Einschätzung nicht schadenersatzpflichtig
Die Klage wurde schon Anfang Juli 2023 eingereicht. Ein Sprecher des Landgerichts sagte dem NDR Niedersachsen, dass der Fall sehr umfangreich sei und unter anderem deswegen erst ab Freitag verhandelt werde. Da es an diesem Tag keine Beweisaufnahme geben wird, vermutet der Sprecher, dass die Verhandlung sich über mehrere Tage oder auch Wochen ziehen könnte. Das Landgericht hält es nach einer ersten Einschätzung für unwahrscheinlich, dass der Staat Schadenersatz zahlen muss. Betroffene könnten die Entschädigung stattdessen von der Fluggesellschaft verlangen.
Gerichte sehen Bund verantwortlich
Angehörige waren in den vergangenen Jahren mit Schadenersatz-Forderungen gegen die Lufthansa als Muttergesellschaft von Germanwings gescheitert. So verneinten die Richter am Oberlandesgericht in Hamm und am Landgericht Frankfurt die Ansprüche gegen die Fluggesellschaft. Nicht die Lufthansa sei für die flugmedizinische Beurteilung des psychisch kranken Co-Piloten verantwortlich, sondern das Luftfahrt-Bundesamt. „Die medizinische Überwachungspflicht ist Aufgabe des Staates“, lautete die Entscheidung der Gerichte. Die Klagen hatten sich gegen die Flugschule der Lufthansa in den USA gerichtet.
150 Menschen sterben bei Flugzeugabsturz in den Alpen
Der Germanwings-Flug 4U9525 war am 24. März 2015 von Barcelona nach Düsseldorf unterwegs, als der Co-Pilot Andreas Lubitz Ermittlungen zufolge das Flugzeug in den französischen Alpen gegen ein Bergmassiv steuerte. 144 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.

Am 24. März 2015 zerschellt ein Germanwings-Flugzeug in den Alpen, 150 Menschen sterben. 11KM erzählt zehn Jahre nach dem Absturz, warum für viele Angehörige die Frage der Verantwortung noch immer nicht vollständig geklärt ist.

10 Jahre nach Germanwings-Absturz
Zehn Jahre nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine in den französischen Alpen sind Angehörige der Opfer in der Nähe des Unglücksorts zusammengekommen. 150 Menschen starben damals. Die Trauer ist noch immer groß. Von Julia Borutta.

Am 24. März 2015 stürzte die Germanwings 4U9525 in den Alpen ab. Und die Journalisten in den Wohnort des Piloten ein. Zum 5. Jahrestag der Reupload unseres damaligen Beitrags über den Medienrummel.