Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie aus der Redaktion der Weltwoche, dem Haus der schweizerischen Neutralität, zur Schweizer Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig. Kritisch, gut gelaunt und zuversichtlich am Freitag, dem 28. August 2026, kämpfen wir für die schweizerische Neutralität. Neutralität stärken, Weltwoche lesen, Weltwoche abonnieren und es gibt auch die Möglichkeit, dieses Weltwoche-Neutralitäts-Polo-Shirt zu bestellen. www.weltwoche.ch Schrägstrich neutral. Dann können Sie sich so ein ikonisches Leibchen sichern. Die Weltwoche, unser Logo, unser Titel, unsere Marke und darunter mit der Original-Weltwoche-Titelschrift Schweizer Neutralität. An den Ärmeln dann das Schweizer Kreuz und 1291 das Gründungsjahr unserer Eidgenossenschaft. Das ist übrigens auch die… limitierte Höchstzahl dieser Poloshirts im Zeichen des schweizerischen Neutralitätspatriotismus. Eine unerlässliche, eine unverzichtbare Staatssäule, ein Pfeiler unserer Schweiz. Und leider, nichts ist schwerer zu ertragen als eine Folge von guten Tagen, ist eben diese Neutralität heute auch wieder ins Wanken gekommen. Und darum muss man mit verschärfter Dringlichkeit dieses Thema wieder ins Bewusstsein rufen und auch erklären. Zuvor jedoch ein Live-Read, eine Werbeanzeige in gesprochener Form. Höchstens 26 Grad, so warm soll es nach dem Willen des Lehrerverbandes in Schweizer Schulzimmern künftig noch werden. Auch in Mietwohnungen wird die Hitze zunehmend zum Thema. Laut der Berner Zeitung diskutiert der Mieterverband bereits darüber, über wann eine überhitzte Wohnung als Mietmangel gilt und eine Mietzinsreduktion. rechtfertigen kann. Doch wie hält man Räume kühl, ohne immer mehr Energie für Klimaanlagen zu verbrauchen? Der Basler Gebäudetechnik-Ingenieur und SIA-Vizepräsident Marco Waldhauser bringt es auf den Punkt. Viel wirksamer ist es, die Sonneneinstrahlung gar nicht ins Gebäude zu lassen, als die entstandene Wärme später wieder hinauszukühlen. Denn die direkte Sonneneinstrahlung ist die Hauptursache für überhitzte Räume. Genau hier setzt der Tageslicht-Rollladen Rufaluk. des Schweizer Unternehmens Rufalex an. Statt die Folgen der Hitze mit immer mehr Technik zu bekämpfen, wird ihre Ursache direkt am Fenster angegangen. Rufalex reflektiert bis zu 95% der Wärmestrahlung, gleichzeitig gelangen bis zu 92% des Tageslichts als blendfreies Cool Light in den Raum. Das Ergebnis, helle Räume, weniger Überhitzung und ein deutlich geringerer Kühlbedarf. Doch Rufalex… löst nicht nur das Hitzeproblem, der Rollladen schützt gleichzeitig vor Sturm, Hagel und Einbruch. Er ist robust, wartungsarm und auf eine lange Lebensdauer ausgelegt. Mit anderen Worten, Ihr Gebäude ist safe und cool, sicher und kühl und mit einem wirksamen Sonnenschutz und einem zusätzlichen Schutzschild ausgestattet. Weniger Hitze, weniger Kühlbedarf, mehr Sicherheit oder anders gesagt, die beste Klimaanlage ist vielleicht jene, die man gar nicht braucht. braucht. Mehr Informationen finden Sie unter rufalex.ch und in der aktuellen Weltwoche ist auch eine Broschüre beigelegt, die diese Vorteile handlich, übersichtlich auf den Punkt bringt. Ende des Live-Reads, Ende der gesprochenen Werbeanzeige. Ja, meine Damen und Herren, die Schweiz ist nicht mehr neutral, auch wenn man sich das in Bern zu Recht lügt und zu Recht biegt. Der Bundesrat ist eingeknickt im Februar 2022 nach vier Tagen. Vier Tage lang war unsere Regierung bestrebt, die Neutralität, die strenge Neutralität, auch im Ukraine-Krieg aufrechtzuerhalten. Man war sich der Tatsache noch bewusst, dass eben die Übernahme von Wirtschaftssanktionen die Schweiz natürlich aus ihrer neutralen Stellung herausrückt Und… in die Schusslinie bringt gegen eine der Kriegsparteien, namentlich gegen Russland. Und Russland ist eine Grossmacht mit sehr vielen Atomsprengköpfen. Und das hat es in der Schweizer Geschichte noch nie gegeben. Das ist ein absolut einzigartiger Sonderfall, dass wir uns als unabhängiges Land dermassen in einen Krieg haben hineinziehen lassen. Und es ist auch ein Bruch mit unserer Russland-Politik, wenn man als Vergleichsmaßstab das Jahr 2014 nimmt. Damals ist ja die Krim unabhängig geworden zuerst, so haben das die Krim-Russen empfunden und dargestellt. Man hat sich losgelöst aus dem aufgewühlten Zustand, in dem sich die Ukraine befand und dann haben sich die Krimbewohner Russland angeschlossen. In der westlichen Wahrnehmung wird das als Annexion interpretiert, in der russischen Sichtweise wird das als Sezession interpretiert. Da stehen sich die Streithähne auch schon bei der Deutung unversöhnlich gegenüber. Aber der Fall lässt sich vergleichen, damals mit dem Auseinanderbrechen Jugoslawiens. Damals wollte der Kosovo oder das Kosovo… sich lösen von Serbien, von Jugoslawien und die westliche Seite ist da gleich beigesprungen, hat gesagt, wir unterstützen die Unabhängigkeitsbestrebungen und genauso argumentieren die Russen. Jetzt kann man nächtelang darüber streiten, wer jetzt hier Recht hat und wer nicht. Tatsache ist, wir haben Krieg, im Krieg geht es um Leben und Tod und die Schweiz hat ihre Neutralität aufgegeben. nach vier Tagen Widerstand. Und das ist ja hochinteressant. Warum eigentlich ist die Schweiz eingeknickt? Und sie ist damals eingeknickt, nicht zuletzt auch auf Verlangen der schweizerischen Banken. Das ist bekannt. Sie haben dem Bundesrat gesagt, wir haben Hitze aus den USA, damals noch die Regierung Biden. Man hat uns gesagt, wenn ihr nicht die russischen Kunden, das sind sehr wohlhabende Kunden zum Teil, wenn ihr die nicht alle rausschmeisst, die Vermögenswerte entsprechend da einfriert, Dann haben wir… ein Problem mit euch, dann werden wir euch angreifen, dann kommen die Schweizer Banken an die Kasse und da hat man dem Bundesrat um Unterstützung gebeten und man hat gefragt, könnt ihr nicht die EU-Sanktionen übernehmen und uns befehlen, diese Massnahmen zu ergreifen, dann ergreifen wir sie nämlich nicht in eigener Verantwortung als Schweizer Banken, sozusagen auf politischen Druck der Amerikaner, nein, dann müssen wir es ja tun, weil wir nicht dem Bundesrat bzw. seinen gesetzlichen Verordnungen widersprechen können. Also das ist hier der tiefere Grund des Einknickens der Preisgabe der Neutralität. Und diese Preisgabe der Neutralität ist den Leuten nicht so bewusst, weil erstens dieser Krieg in der Ukraine subjektiv noch ziemlich weit entfernt ist und zweitens natürlich, weil in der Schweiz die geistige, die politische Unterstützung für die angegriffene Ukraine natürlich überwältigend ist. und das ist auch Nachvollziehbar und verständlich, dass man sich da nicht auf die Seite des Angreifers, des Invasoren stellt. Die Feinheiten, die Differenziertheiten einer Kriegsursache, die sind den meisten Leuten nicht so geläufig. Also diese Emotionalität, diese Empörung, die ist absolut nachvollziehbar. Das ist auch klassische schweizerische Nicht-Gesinnungsneutralität, auch in früheren Jahrhunderten. Wenn der Staat neutral war, hiess das nicht, dass die Bürger… keine Meinung haben konnten. Ich lese ja jetzt diese Berichte und Depeschen aus dem Zweiten Weltkrieg, vor dem Zweiten Weltkrieg und da stellt der Bundesrat immer wieder fest, trotz der strikten Neutralität der Schweiz gegenüber Deutschland, gegenüber den Alliierten damals im Zweiten Weltkrieg, sei die überwältigende Stimmung im Schweizer Volk gegen Deutschland gerichtet und für die westliche, für die alliierte Seite. Und das brachte den Bundesrat damals natürlich auch in Schwierigkeiten, weil die Deutschen, die waren an der Landesgrenze der Schweiz und die haben das… nicht gerne gesehen, dass unsere Zeitungen, unsere Medien dermassen Stimmung gemacht haben. Das wurde im Bundesrat stets als Verletzung, als potenzielle Verletzung, als Übertreiben und eben Verletzung der Neutralität als ein Übertreiben empfunden. Und das ist sehr, sehr eindrücklich, wenn Sie diese Berichte lesen, wie damals die Aussenpolitiker der Schweiz, die Diplomaten der Schweiz, der Bundesrat, wie die von nur einem Gedanken besessen waren, nämlich die Unabhängigkeit und damit verbunden, wesensgemäss verbunden, die schweizerische Neutralität aufrechtzuerhalten und nichts zu tun, was diesen bis unter die Zähne bewaffneten Aggressoren einen Grund, einen Vorwand hätte liefern können, die schweizerische Neutralität zu verletzen. Und das ist heute ganz anders. Dieses Gefühl der existenziellen Dringlichkeit ist nach 80 Jahren Frieden verschwunden. Man fühlt sich sicher. Ja, man geht noch weiter, man glaubt die Neutralität wie einen alten Zopf abschneiden zu können, um sich stattdessen immer weiter anzunähern an die Europäische Union, an die NATO, an zwei… Bei Kriegsparteien, und je mehr sich die Schweiz mit diesen Parteien zusammentut, das ist meine feste Überzeugung, wird die Schweiz nicht sicherer, sondern im Gegenteil, sie wird immer mehr mit diesen Bündnissen, mit diesen Verbandelungen, mit diesen Assoziierungsversuchungen und Annäherungen, wird sie immer tiefer in diesen Krieg hineingezogen. Und die Haltung, dass uns das alles nicht schaden kann, Weil das ja noch weit von unserer Landesgrenze entfernt ist. Das ist einfach undiszipliniertes, oberflächliches, verantwortungsloses Denken, verantwortungsloses Reden. Aber das ist genau die Auffassung der Wortführer jener Kreise, die die Neutralität aufweichen, auflockern wollen, die dann aber betrügerisch, könnte man sagen, irreführend immer noch das Wort Neutralität für sich in Anspruch nehmen. Und das ist der Hintergrund. Unsere Auseinandersetzung mit der Neuen Zürcher Zeitung, dort der Chefredaktor Erik Guyer, der ja einst in internationalen Organisationen sass, mit sehr engen Bindungen an die NATO. Er ist ein NATO-Fan, er ist im Grunde geistig auch noch ein kalter Krieger, ein glänzender Journalist, ein auch brillanter Publizist, schreibt exzellent, aber man muss hier ausgewogen und auch kritisch bleiben. Von der schweizerischen Neutralität hat er keine Ahnung. sein führender Redaktor in Sachen Sicherheits- und Militärpolitik, das ist der Georg Hässler. Und der Georg Hässler ist auch einer jener Propagandisten, einer immer weitergehenden NATO-Annäherung. Und er hat es in einem Interview mit der Weltwoche einmal ganz deutlich gesagt. Er hat gesagt, solange der Krieg eben weit entfernt ist, können wir die Neutralität entsprechend flexibel gestalten. Wäre der Krieg an unserer Landesgrenze, dann müsste man natürlich so die Neutralität interpretieren, wie es damals die Schweizer getan haben. Und allen voran der frühere legendäre Chefredaktor der Neuen Zürcher Zeitung, Willy Bretscher, ein Internationalist, überhaupt kein Isolationist. Er sass im Europarat, er war ein Verfechter der weltoffenen Schweiz, er war ein Nazi-Gegner und er war auch konsequenterweise ein stolzer, ein erbitterter, ein schmallippiger Verteidiger. der schweizerischen Neutralität. Das hat die NZZ heute vergessen. Das hat sie nicht mehr im Bewusstsein. Darum rufe ich Ihnen zu. Neutralität stärken, Weltwoche abonnieren. Willy Brettscher ehren, Weltwoche abonnieren. Das ist die Situation. Er ist für uns im Haus der Neutralität hier bei der Weltwoche ein Schweizer Held. Einer von vielen Schweizer Helden in der damaligen Zeit. Also. Sie sehen, wir haben ein verlottertes Neutralitätsverständnis, auch und gerade in der Schweiz. Das wird so geografisch beliebig, situativ, schlaumeierisch definiert. Ja, wenn der Krieg weit weg ist, dann können wir uns natürlich etwas anbieten. Bei der NATO, bei der EU, da können wir ja nicht dagegenhalten, sonst gibt es da Nadelstiche. Aber sollte dann der Krieg näher rücken, dann müssen wir wieder neutralitätspolitische Musterschüler sein. Man merkt ja, jeder… Dass das hinten und vorne nicht aufgeht, das ist nicht glaubwürdig, das ist nicht seriös. Das ist eben genau die Bestätigung jener Trittbrettfahrer-Mentalität, die dann entsprechend im Ausland der Schweiz wieder vorgehalten wird, wie das der schwedische Politiker Karl Bildt unlängst tat, mit falschen Argumenten allerdings. Er hat der Schweiz vorgeworfen, sie leiste keinen solidarischen Beitrag zum Frieden in Europa. Das ist lächerlich, da muss man einfach entgegenhalten. Entschuldigung, Herr Bildt, die Schweiz. hat seit über 500 Jahren keinen Krieg mehr angefangen. Sie hat seit über 500 Jahren kein anderes Land mehr angegriffen. Also hören Sie auf, uns da Vorlesungen zu halten. Als Schweden im 17. Jahrhundert noch Grossmacht spielte, im Dreissigjährigen Krieg, als ihr eure militärischen Abenteuer auch gegen Russland entsprechend gefahren habt, als ihr deutsche Divisionen habt durchziehen lassen im Zweiten Weltkrieg. Also ihr müsst uns nicht erzählen von Neutralität und auch von Frieden. Aber eben… Wenn sich natürlich die Schweiz und unser Bundesrat selber zum Zwerg macht, dann muss man sich auch nicht wundern, wenn man wie ein Zwerg und wie eine Manövrier, wie eine Knetmasse behandelt wird. Die Neutralität ist das wichtigste Thema. Und jetzt kommen wir auf die Aktualität. Und das finde ich interessant. Die Schweiz ist nicht mehr neutral im umfassenden Sinne. Sie ist es nur noch teilweise. Der Krieg ist weit weg, aber wir bilden uns ein, wir sind immer noch neutral. Ungeachtet all dessen, dieser Restbestand der Neutralität und der Unabhängigkeit, den wir immer noch haben, Die zeigen sich im Alltag. Das fällt mir auf, wenn ich die Nachrichten anschaue, wenn ich sie lese. Im Moment haben wir keine besonders prickelnde Schweizer Nachrichtenlage. Wir beschäftigen uns mit den immer noch Bewältigungen des Hitzesommers, obwohl es jetzt draussen wieder regnet und kälter geworden ist. Wir schauen mit einem Schaudern, mit einem Entsetzen, aber auch mit einer Faszination angesichts dieser Naturgewalten. gemischten Gefühlen natürlich. Schauen wir jetzt auf diese Flutkatastrophe im Himalaya-Gebiet. Das sind ja gewaltige Mächte, die sich dort entfesseln. Wir haben andere Themen, die dann jeweils begutachtet werden. Wir schauen, was da der CIA-Direktor der Amerikaner in Moskau getan hat und so weiter. aber diese Schärfe, auch die Unmittelbarkeit. Der Kriegsentscheidungen. Schauen Sie mal deutsche Zeitungen an, schauen Sie mal italienische Zeitungen an, schauen Sie mal französische Zeitungen an, aber vor allem deutsche. Da ist dieser Ukraine-Krieg viel präsenter. Die Frage von Waffenlieferungen, die Frage jetzt auch der Eskalationsgefahr, der Eskalationsbedrohung. Und in der Schweiz sind wir so gesehen immer noch eine relative Insel der Glückseligen, weil wir wenigstens noch teilweise neutral sind, weil wir wenigstens noch teilweise unsere Unabhängigkeit behaupten, obwohl wir mit der Übernahme der EU-Sanktionen natürlich die Integration in die EU massiv vollzogen haben. Also diese Übernahme der EU-Sanktionen ist im Grunde der grösste aussenpolitische Integrationsschritt der Schweiz in die Europäische Union, seit es die Europäische Union gibt. Das ist die Übernahme der EU-Aussenpolitik im Ukraine-Krieg. Und es brannt gefährlich. Und das ist nur deshalb den Leuten nicht bewusst. Weil der Krieg noch weit weg ist, aber er ist akut eskalationsgefährdet. Und darauf möchte ich Sie hinweisen, meine Damen und Herren, wenn Sie die Schlagzeilen etwas verfolgt haben, das wird bei uns in den Medien eben nicht so hoch gefahren, auch deshalb nicht, weil man das gar nicht zur Kenntnis nehmen möchte. Meine Damen und Herren, das ist nämlich die Frage der Eskalation, das ist die Frage der Hochschaukelung der jeweiligen Kriegsanstrengungen. da laufen. Unheimliche Dinge, die Gefahr eines Zusammenstossens, eines noch direkteren Zusammenstossens zwischen der NATO und Russland, die wird beispielsweise in der Zeit in Hamburg, aber auch in vielen anderen deutschen Medien als steigend begriffen. Ich weiss nicht, ob man das bei uns zur Kenntnis nimmt. Koalition der Willigen, entscheidende Schritte, Drohungen wechseln sich da ab, weitere Unterstützung gelobt. Man möchte den Druck auf Moskau erhöhen, immer mehr militärische Unterstützung, Schläge nach Russland. Ja, bildet man sich denn ein, dass die Russen einfach däumchendrehend da sitzen wollen? Wir haben über diesen Vorfall in Leipzig gesprochen, mit dieser Drohne. Die Russen sagen, sie hätten nichts damit zu tun, so dilettantisch seien nicht einmal russische Spezialmanöver. Aber der Verdacht wird jetzt in Deutschland wachgehalten. Kanzler Merz hat sich da auch immer wieder raunend… geäussert, dass da eben die Russen dahinter stecken können und das wird als empörend empfunden. Das heisst, man ist sich natürlich auch da irgendwo überhaupt nicht bewusst, dass die Eskalation, die eben von der ukrainischen und auch von der westlichen Seite betrieben wird, das ist eine Eskalationspartei, das wird von Russland irgendwie beantwortet werden müssen. Und die Hoffnung, dass die Russen so schwach sind, dass sie da gar nicht antworten können, dass wir sie schon fast am Boden haben, da würde ich einfach warnen. Kurzum, diese trügerische Nachrichtenflaute, die wir da in der Schweiz, abgesehen von der Diskussion um die Neutralitätsinitiative, erleben, ist Ausdruck der Verschontheit unserer Schweiz. Aber ich möchte Ihnen sagen, dass diese Verschontheit auf sehr dünnem Eis sich bewegt. Das sind also zum Teil auch Illusionen, die man sich da macht. denn da draussen beobachten wir Einen eskalationsgefährdeten Krieg, einen Krieg, der immer laufend weiter eskaliert. Jeder legt da noch eine Schippe drauf. Alle fühlen sich im Recht und vor allem auch in der Europäischen Union auf der Seite eben unserer möglichen Allianzpartner, wo uns eben die Zeitungen, die NZZ etc. raten, sich da immer näher anzubinden, mit denen zusammenzutreten, mit denen zusammen Übungen zu machen. Das bringt nicht mehr Sicherheit, meine Damen und Herren, das bringt in der heutigen Situation mehr Gefahr. Und ich rate allen, lesen Sie die aktuelle Weltwoche, lesen Sie den Artikel von Philipp Gut über Willy Britscher und die NZZ. Jetzt nicht, weil da zwei Zeitungen in einer Debatte stehen, sondern weil die Neue Zürcher Zeitung Ausdruck des Denkens einflussreicher Kreise, weiter Kreise in unserem Establishment ist. so wie dort geschrieben wird. Denken Sie heute, und der Kontrast zu früher könnte nicht grösser sein, dass eine 180-Grad-Drehung, die da gemacht, die da vollzogen wurde, von den neuen NATO- und EU-hörigen Chefredaktionsmitgliedern, auch von einem Verwaltungsrat der Neuen Zürcher Zeitung, der komplett den Bezug verloren hat, nicht nur zur Schweiz in dieser Hinsicht, sondern auch zur Tradition der eigenen Zeitung, dass die NZZ heute Eine flexible Neutralität-Predigt, die gar keine Neutralität mehr ist, ist ein Bruch mit allem, was die Neue Zürcher Zeitung früher in Gestalt ihrer Chefredaktors Willy Bretscher vertreten hat. Ich meine, Bretscher, Sie müssen sich das mal vorstellen, der hat noch in der Zeit des Kalten Kriegs, ich glaube in den 50er Jahren, er war von 1933 bis 1967 Chefredaktor, hat der Wind bekommen davon, dass der Historiker Marcel Beck eine Rede halten würde. in der er die Neutralität kritisierte und für eine Öffnung zur NATO plädierte. Angestellte der Universität. Pritscher intervenierte beim Bildungsdirektor des Kantons Zürichs und sagte, den müsst ihr zurückpfeifen, der darf eine solche neutralitätswidrige Rede am 1. August nicht halten. Und tatsächlich hat die Bildungsdirektion damals interveniert. So ernst hat man die Neutralität damals genommen. Da sehen sie eben auch, dass das Andere Schweizer lebten noch viel stärker in der Wirklichkeit. Das heisst, sie waren Realisten, sie haben mit der Möglichkeit von Kriegen gerechnet. Und hört doch damit auf, jetzt die Kriege schönzureden und zu sagen, ja, nein, die Kriege heute, das ist eben etwas ganz anderes als früher. Ja, die Waffen haben sich verändert, die Methoden, die Anwendungen sind anders geworden. Die Plötzlichkeit, mit der es Kriege geben kann, die Informationslage ist eine andere. Natürlich die Waffensysteme etc., wir haben Atomraketen usw. Aber der Krieg ist seit zehntausenden von Jahren das gleiche unveränderte elementare Geschehen. Da geht es um Feindschaft, da geht es um Leben und Tod, da geht es um Sein oder Nichtsein, da geht es um Mitmachen oder Nichtmitmachen. Und an diesen Fragen hat sich überhaupt nichts verändert. Ob du von einer Atomrakete in die Luft gesprengt wirst, oder ob dir einer eine Keule auf den Schädel schlägt, ob dich einer mit einem Säbel filetiert, oder ob du von einem Sturmgewehr durchlöchert wirst, meine Damen und Herren, das sind nicht die essentiellen Unterschiede. Leben und Tod. Und die schweizerische Neutralität besagt, wir halten uns raus. Wir machen nicht mit. Und vor allem bleiben wir glaubwürdig und die Schweiz zerstört ihre Glaubwürdigkeit. Und es ist fahrlässig, es ist gefährlich, wenn wir glauben, uns diese Unglaubwürdigkeit leisten zu können. Wenn wir meinen, dass wenn dann dieser Krieg an unsere Landesgrenzen eskaliert ist, dass wir dann wieder zurückkehren können zur Neutralität. Vielleicht können wir das, vielleicht ist es aber auch schon zu spät. Aber es ist die Aufgabe von Politikern, die man ernst nehmen kann und auch von Publizisten. die man ernst nehmen kann, dass sie diese Fragen nicht einfach nur so situativ, leichtfertig, moralisierend «Ja, wir möchten ja auf der guten Seite stehen, wir möchten ja zeigen, dass wir gegen Russland sind, wir möchten zeigen, dass wir gute Demokraten sind, wir sind doch nicht gute Demokraten, wenn wir das Risiko durch unser Verhalten, durch unser Reden, durch unser Schreiben, durch unser Handeln in Kauf nehmen, dass die Schweiz angegriffen wird.» Also das ist das ganz entscheidende Thema. Und wenn sie heute gelangweilt sind… Beim Lesen der Zeitungen, wenn Sie denken, ja, ist eigentlich nicht so wahnsinnig viel los da, abgesehen von diesen Naturkatastrophen, all diesen Dingen, ja, dann seien Sie froh, dann seien Sie glücklich, dann danken Sie dem lieben Gott und vor allem auch der schweizerischen Restneutralität, dass wir uns den Luxus dieser Langeweile noch leisten können. Denn wenn wir so weitermachen, politisch, wenn unsere Medien, und das hat einen grossen Einfluss auf die Politik, Wenn unsere Medien weiterhin mit der Kettensäge an der Neutralität herumhantieren. Wenn man uns in die NATO, in die EU hineinschreibt, wenn unsere Bundesräte glauben, mit einer Vichy-Vachy-Gummi-Neutralität, mit einer opportunistischen Neutralität zum Ziel zu kommen, dann täuschen sie sich, dann ist das eben Wohlstandsnarkose, Wohlstandsverwahrlosung und nicht mehr die Seriosität der schweizerischen Politik, die eben die Voraussetzung bildet, letztlich für alles. für unsere Demokratie, für unsere Freiheit, für unseren Frieden und für unsere Wohlfahrt. Wir sind dermassen geblendet vom Erfolg unserer Vorfahren, dass wir gar nicht mehr sehen, was die Erfolgsfaktoren, die Grundlagen, die Pfeiler, die Säulen dieser Wohlfahrt sind. Und die wichtigste Säule, weil die existenziellste Säule, das ist die schweizerische Neutralität, da geht es wirklich um sein oder nicht sein unserer… Eidgenossenschaft. Und diese Schlaumeiereien, die jetzt zu Pragmatismus verklärt und hochgeredet werden, sind das Gegenteil. Es ist einfach der blanke Opportunismus. Es ist die Feigheit und die Unfähigkeit, zur Schweiz zu stehen, zur schweizerischen Neutralität. Aber das Gute, das Interessante daran ist, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, uns selber wieder zu vergewissern, wer wir sind. Und diese Krise, diese Neutralitätskrise, die wir jetzt erleben. Die führt dazu, dass wir uns jetzt endlich wieder vertieft mit existenzieller Dringlichkeit mit diesen Fragen zu beschäftigen haben und eben Spreu vom Weizen zu trennen. Und ich lobe hier ausdrücklich den Schweizer früheren Diplomaten Paul Wittmer, auch ein begnadeter Historiker und Autor, schreibt auch in der Weltwoche regelmässig Sternstunden der Diplomatie. Er ist ein Leuchtturm. in der aktuellen Wirklichkeit. Und da kann man jetzt auch etwas Positives sagen über die Neue Zürcher Zeitung, dass man diesem eminenten Interpreten und Kenner der schweizerischen Neutralität eine ganze Seite gegeben hat, kürzlich vor ein paar Tagen. Das spricht für die NZZ. Und ich hoffe, dass sie das nicht nur als Feigenblatt gemacht haben, sondern dass die Aussagen von Dr. Paul Wibmer innerhalb der NZZ-Redaktion auch einen Denkprozess ausgelöst haben. Und etwas vom Wichtigsten… Etwas vom Schäbigsten hat er auch angesprochen, was jetzt kursiert. Das himmeltraurigste Argument, dass jetzt diese Neutralitätsverweigerer, diese Antipatrioten, diese Unschweizer könnte man sagen, jetzt gegen die Patrioten, gegen die Neutralitätsverteidiger, unter anderem also auch gegen mich vorbringen, ist, ja, das ist die fünfte Kolonne von Putin. Das sind Agenten von Putin, die die Neutralität verteidigen. Und das weist Wittmer in klaren, scharfen Worten zurück. Diese Unterstellung ist inakzeptabel. Das ist, wie wenn man dem grossen Schweizer Aussenminister Giuseppe Motta, damals bei den katholisch-konservativen, einer der langjährigsten Aussenminister unseres Landes, der auch die Grösse hatte, nach seinen ursprünglichen Begeisterungen für die kollektive Sicherheit und für den Völkerbund, für die Preisgabe der Neutralität, die er glaubte, in Kauf nehmen zu müssen, dass er dann wieder Gegensteuer gegeben hat. seit Mitte der 30er Jahre und gesagt hat, wir müssen zurück zur absoluten Neutralität. Eine ganz grosse Figur, das ist das gleiche, wie wenn man Motta vorgeworfen hätte, er sei ein Mussolini oder ein Hitler-Anhänger gewesen, wie beispielsweise auch Willy Bretscher, einer der eben striktesten Verfechter der schweizerischen Neutralität. Also hier muss mit sehr viel Gerümpel aufgeräumt werden und wir deklarieren jetzt die Weltwoche unseren Redaktionssitz zum Haus der Freiheit. Wir haben diese schönen… Poloshirts und versuchen so mit allen Mitteln, auch etwas mit angenehmen Mitteln, die Wichtigkeit, die Dringlichkeit dieser Fragen nach vorne zu bringen. Und wer weiss, vielleicht machen wir hier auch bei der Weltwoche einen Neutralitätssalon für unsere Abonnenten. Da kann man sich anmelden, wird man eingeladen, ausgelost mit interessanten Gästen. Das ist ein Thema, das uns noch lange auch über diese Abstimmung hinaus… beschäftigen wird, nehmen wir diese Neutralitätsinitiativen-Abstimmung zum Anlass, um die schweizerische Neutralität unabhängig vom Ausgang dieser Abstimmung nach vorne zu bringen. Und zwar so, wie es die Schweizer, die noch Schweizer waren, gesehen haben, wie es dokumentiert ist in diesen grossartigen Zeugnissen von Edgar Bonjour, dem Neutralitätshistoriker. Diese Briefe, diese Lagebeschreibungen, diese Argumentationen. wie sich da die grossen Namen der damaligen Zeit, eben ein Stucki, ein Fröhlicher, ein Motta, wie die sich geäussert haben, oder das politische Departement der Schweiz, das eigentliche Aussenministerium, wie es mit differenzierten Betrachtungen zur Neutralität am Ausgang, am Anfang des Zweiten Weltkrieges, die Lage beschrieben hat, dass man eben dem Bundesrat ganz klar hier die strikte Einhaltung des neutralen Verhaltens immer wieder, dass man das bekräftigt hat. gleichzeitig zur Kenntnis nahm, dass die Schweizer eben nicht gesinnungsneutral waren, sondern gegen Deutschland und für den Westen, dass man aber gleichzeitig immer wieder schaute, dass man eben in den Augen aller Kriegsparteien neutral bleibt, auch neutral wahrgenommen wird. Das ist entscheidend. Was nützt mir das, wenn ich mir in den geschlossenen Abteilungen des Bundeshauses wie unser Außenminister Gassis einrede, wir sind also schon noch neutral, wenn dich weder die USA noch die Russen noch die Chinesen als neutral betrachten. Am ehesten noch die Chinesen, aber sicher nicht die Russen und die Amerikaner eben auch nicht. Joe Biden hat es ja damals in seiner State of the Union gesagt. Sogar die Schweiz, sogar die Schweiz Wir sind erwähnt worden, weil wir die Neutralität gebrochen haben. Das will man bei uns nicht zur Kenntnis nehmen. Wohlstandsnarkose. Aber das hat es immer wieder gegeben. Nicht verzweifeln, man muss dagegenhalten, argumentieren und Farbe bekennen. Partei ergreifen, aber nicht für Russland oder die Ukraine. sondern für die Schweiz und das heisst Parteiergreifen für die Nicht-Parteiergreifung für das Prinzip der schweizerischen Neutralität. Ich danke Ihnen. Eine etwas andere Morgensendung heute bei Weltwoche Daily. Aber ich habe es Ihnen ja gesagt, die Schlagzeilen des Tages, die können uns nicht beunruhigen. Das ist die entscheidende Frage. Was machen die Schweizer? Haben wir noch die Kraft, zur Schweiz und ihrer Neutralität zu stehen? Bis bald. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen. Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst… Niemand zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. Denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. 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