„Wir sind junge Menschen, die gegen die Wehrpflicht sind und für ein selbstbestimmtes Leben, für Freiheit und für Frieden stehen“, erklärt Konrad Schmitz seine und die Motivation seiner Mitstreiter und Mitstreiterinnen, sich mit einer Veranstaltung in Wuppertal an der bundesweiten Initiative „Schulstreik gegen die Wehrpflicht“ beteiligen und auf viele Unterstützerinnen und Unterstützer für diesen Tag hoffen. „Dazu haben wir einige tolle Reden und Infotische organisiert“, kündigt der 16-Jährige an.
Debatte über
die Bundeswehr
Er wirkt als Pressesprecher in dem Komitee mit, das es seit Mitte Februar in Wuppertal gibt. Es wurde gegründet, um den zweiten Schulstreik in Wuppertal zu organisieren, der Anfang März stattfand. Der erste dieser Art hatte Anfang Dezember vergangenen Jahres stattgefunden, damals noch ohne ein Orga-Komitee. Dieser Termin stand im Kontext der sicherheitspolitischen Debatte über die personelle Ausstattung der Bundeswehr sowie über mögliche neue Wehrdienstmodelle und war sozusagen auch die Geburtsstunde der Initiative auf Bundesebene, die sich seither gegen eine Reform oder mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland einsetzt. Sie geht von Schülern aus und organisiert ihre Aktionen in Form von Demonstrationen mit Schulstreiks, an denen Tausende junge Menschen in Deutschland teilnahmen.
„Mittlerweile sind wir zwischen 40 und 50 Personen, die mindestens einmal auf unserem Plenum waren“, berichtet Konrad Schmitz. Bei jedem Plenumstermin kommen weitere Personen hinzu, wie es der 16-jährige Realschüler schildert, der nach den Sommerferien in die zehnte Klasse kommt. „Ich bin im Moment in erster Linie dabei, den Schulstreik am 25. September zu planen, dafür zu werben und weitere Personen als Rednerinnen und Redner zu organisieren“, berichtet er. Zudem ist er damit beschäftigt, einzelne Schulstreikkomitees an verschiedenen Wuppertaler Schulen zu mobilisieren und künftig zu betreuen.
Sich persönlich für eine Sache und für andere Menschen einzusetzen, ist für ihn keine neue Sache. Er hilft auch an festen Tagen in der Woche bei der Tafel in Barmen aus und strampelt fleißig auf dem Lastenrad für Mampferando, eine ehrenamtliche Initiative in Wuppertal, die seit März 2020 warme Mahlzeiten und Getränke an Obdachlose und Bedürftige in der Elberfelder Innenstadt verteilt. Zum Schulstreik in der Elberfelder City in gut vier Wochen erwartet das Orga-Team bis zu 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Es wird sowohl bei der Auftaktkundgebung als auch bei der Endkundgebung, dem eigentlichen Streikfest (unserem Streikfest) einige tolle, interessante Redebeiträge geben. Zudem verpflegen wir die Streikenden mit Gratis-Snacks und Getränken“, wirbt Schmitz.
„Mehr Geld für Bildung
und für den Sozialbereich“
Es werden voraussichtlich auch Stände und Infotische der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend und der Internationalen Jugend aufgebaut sein, wo es dann auch Infomaterial von verschiedensten Friedensorganisationen gibt, sagt Schmitz. Er ist überzeugt: „Ich stehe für Frieden, bin für mehr Investitionen in Bildung und Sozialbereich und finde, dass jede Person selbst entscheiden sollte, ob sie zur Bundeswehr gehen möchte oder nicht. Es ist nicht in Ordnung, dass ältere Menschen das über die Köpfe der Jugend hinweg entscheiden.“