Stand: 28.08.2026 10:21 Uhr
Krabbenpulen, Pultstockspringen und Boßeln: Ein kleines Entwicklerstudio aus Aurich hat diese typisch ostfriesischen Aktivitäten als Videospiel programmiert. Ganz in Anlehnung an Retrospiele aus den 80ern.
Wer noch die erfolgreichen Videospielklassiker „Summer Games“ oder Hyper Olympics“ für die Commodore 64 kennt, der könnte sich beim Videospiel „Ostfriesland Games“ ganz in die Zeit von früher hineinversetzt fühlen. Denn das Spiel vom Entwickerstudio „m01n“ aus Aurich ist in genau dieser Pixel-Grafik entwickelt worden. „Also eigentlich ist es eine gepixelte Liebeserklärung an Ostfriesland“, erklärt Entwicker Tim Bruns. Die Idee entstand zusammen mit der Ostfriesischen Landschaft: typisch ostfriesische Sportarten als Videospiel umzusetzen.
Boßeln durch ganz Ostfriesland

Bei den „Ostfriesland Games“ kann man unter anderem mit einem Schaf die Disziplin Pultstockspringen spielen.
In verschiedenen Disziplinen kann man beim Spielen versuchen einen möglichst hohen Highscore zu erreichen. Beim Pultstockspringen steuert man eine Figur beispielsweise über den Bildschirm, muss dabei verschiedenen Hindernissen ausweichen und mit dem Pultstock über Gräben springen. Je weiter man kommt, desto mehr Punkte gibt es. Oder bei der Disziplin der Teezeremonie. „Da lernt man auch als nicht Ostfriese die richtige Reihenfolge. Wann kommt der Kluntje, wann der Tee, wann die Sahne.“, so Bruns. Außerdem gibt es die Disziplinen Boßeln, Krabbenpulen und Schlickschlittenrennen.
Spiel soll an Kindheit erinnern
Das Spiel designt hat Katrin Feddermann. Sie wollte die Erinnerungen aus ihrer Heimat in die Pixel-Grafik mit einfließen lassen, erzählt sie. „Wir haben uns so viel Mühe bei jedem einzelnen Motiv gegeben. Egal ob Hortensien, die Schmetterlinge oder halt die Kröten.“. Und auch viele Sehenswürdigkeiten finde man in dem Spiel. „Rein theoretisch könnte man jedes Gebäude wiedererkennen!“, sagt Feddermann. Damit will das Entwicklerteam die kulturelle Vielfalt aus Ostfriesland in die Welt hinaus tragen. „Ostfriesland Games“ könne man außerdem auf Hochdeutsch und auf Plattdeutsch spielen.
Für die Computerspielmesse Gamescom haben die Entwickler einen eigenen Arcade Automaten gebaut. Das komme auch bei den internationalen Gästen gut an. „Das war schon ganz witzig, weil wir schon auf englisch erklären mussten, was Pultstockspringen, Boßeln oder Krabbenpulen ist. Gar nicht so einfach!“, lacht Feddermann. Gefördert wurde das Spiel durch das Kooperationsprojekt „KulTur-Innovationen für Ostfriesland“ der Ostfriesischen Landschaft und Ostfriesland Tourismus, dem Land Niedersachsen und den Landkreisen Aurich, Leer, Wittmund in der Stadt Emden. Kosten soll das Spiel laut der Entwickler nichts.

Die Nordsee und die weite Landschaft prägen Ostfriesland. Urlauber können eine Region mit lebendiger Kultur entdecken.

Computerspieldesign-Dozent Ralf Hebecker über KI, Kunstgeschichte als Schlüsselkompetenz und die Zukunft der Games-Branche.

Vier Hamburger Kreative entwickeln ihr erstes Videospiel. Auf der weltweit größten Spielemesse hoffen sie auf Reichweite, Feedback – und neue Chancen.