Die Wuppertaler Bildhauerin Beate Schroedl-Baurmeister hat über Jahre den passenden Ort für ihre Skulptur „Momentum” gesucht. In Zusammenarbeit mit dem Barmer Verschönerungsverein konnte sie nun endlich in den Barmer Anlagen ein würdiges Zuhause dafür finden.

Am Donnerstagnachmittag wirkte es, als sei eine Lebensaufgabe vollendet. „Ich konnte letzte Nacht kaum schlafen, so aufgeregt war ich”, gibt Beate Schroedl-Baurmeister am Fuß der wunderschönen Lichtung zu, über die einst die Bergbahn durch die Barmer Anlagen fuhr. Heute erinnern lediglich aufgestellte Stelen an die Strecke der legendären Wuppertaler Bahn. In gewisser Weise weisen sie nun den Weg zu „Momentum”, der Skulptur der Wuppertaler Künstlerin, die seit über zehn Jahren einen geeigneten Ort für ihr Werk suchte. Der Titel bedeutet Aufbruch, Impuls und Bewegung – für Schroedl-Baurmeister stehen die sechs abstrakten, überlebensgroßen Bögen, die in unterschiedliche Richtungen weisen, jedoch auch für Begegnung.

Viele Überlegungen, noch mehr Schwierigkeiten

„Es geht ja immer auch um die Menschen, die aus allen Richtungen kommen und dann abends in alle Richtungen wieder verschwinden. Und da fand ich diesen Gedanken – die sechs Bögen, die die Stadtteile Wuppertals darstellen – einfach toll, dass die Skulptur praktisch einen Ort schafft, den mal wiedererkennt als Fremder, wo aber auch eine Identifikation stattfindet.” Ihr erster Gedanke im Jahr 2014 war, die Skulptur am neu gestalteten Hauptbahnhof zu positionieren. Fremde und die Einwohner der Stadt sollten dort von der Skulptur begrüßt werden. Jedoch war das Erdreich am Bahnhof nicht geeignet. Die fünf Meter hohe Skulptur aus Edelstahl hat ein enormes Gewicht – ein ausreichend festes Fundament ist daher zwingend notwendig. Auch am nächsten Wunschort, dem Wupperpark West, zwischen Köbo-Haus und Wall, scheiterte es am passenden Fundament. Zeit und etliche Gespräche mit Entscheidungsträgern der Stadt, unter anderem mit dem ehemaligen Oberbürgermeister Uwe Schneidewind, gingen ins Land, als sich die Künstlerin an eine Begegnung aus dem Jahr 2014 erinnerte. Andre Bovenkamp, stellvertretender Vorsitzender des Barmer Verschönerungsvereins, hatte ihr Werk immer schon mit großem Interesse verfolgt. Und es war Bovenkamp, der sie in die Barmer Anlagen eingeladen hat. Kurz danach begannen die ersten ernsthaften Überlegungen und Planungen und selbst ein Statiker wurde zurate gezogen. Mit Erfolg, denn endlich, nach vielen Jahren, steht die Skulptur an einem wunderschönen Ort, mitten in der Natur. Wenn die Sonne auf den Edelstahl scheint, wirkt die Skulptur wie ein magisches Element, dessen Bedeutung man sich erarbeiten muss.

Andre Bovenkamp und Peter Prange, der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins, könnten nicht glücklicher sein. „Wir haben immer mal wieder Kunst in den Barmer Anlagen gehabt, sogar schon eine Skulptur von Tony Cragg. ,Momentum‘ ist jedoch die erste, fest installierte Skulptur hier.

Es gab Überlegungen, sie als Dauerleihgabe zu verwenden, allerdings konnten wir uns mit der Künstlerin auf einen Kauf einigen. Hierfür suchen wir übrigens noch nach interessierten Spendern, die uns in der Kaufpreisfinanzierung unterstützen”, erklärt Bovenkamp. Für Beate Schroedl-Baurmeister endet eine lange Reise, auch wenn sie sich als Künstlerin immer in Bewegung wähnt. Im Momentum eben.

Spendenkontakt erhält man über die Website