Sonnensturm erreicht die Erde
Polarlichter über Kiel möglich – die entscheidenden Stunden
28.08.2026 – 14:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Polarlichter über der Ostsee (Archivbild): Ein Mann beobachtet vom Strand aus den Sternenhimmel. (Quelle: IMAGO/Fotostand / Voelker)
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Ein Sonnensturm könnte in der Nacht zum Samstag Polarlichter über Kiel bringen. Das beste Zeitfenster beginnt vor Mitternacht – falls das Wetter mitspielt.
Wer in Kiel am Freitagabend in den Himmel schaut, könnte mit etwas Glück ein seltenes Naturschauspiel erleben. Ein Sonnensturm erreicht die Erde – und ausgerechnet in der Nacht zu Samstag erwartet die US-Weltraumwetterbehörde NOAA die stärkste geomagnetische Aktivität der kommenden Tage.
Für den 28. und 29. August rechnet das Space Weather Prediction Center zeitweise mit einem geomagnetischen Sturm der Stärke G2. Der entscheidende Kp-Wert steigt dabei auf bis zu 5,67. Auslöser sind unter anderem Sonneneruptionen, deren Teilchen die Erde erreichen sollen.
Erst ab der Stufe G2 verlagern sich die Leuchterscheinungen von Skandinavien weiter nach Süden, sodass sie auch in Norddeutschland sichtbar sein können.
Zwischen 23 und 5 Uhr wird es interessant
Für Kiel ist vor allem das Zeitfenster in der Nacht zu Samstag spannend. Umgerechnet auf deutsche Sommerzeit prognostiziert NOAA zunächst zwischen etwa 23 und 2 Uhr einen Kp-Wert von 5,67. Auch zwischen 2 und 5 Uhr wird G2-Niveau erwartet. Anschließend soll die geomagnetische Aktivität wieder zurückgehen.
Eine Garantie für Polarlichter über Kiel ist das allerdings nicht. Wie weit südlich das Leuchten tatsächlich sichtbar wird, hängt von mehreren Faktoren ab, die sich teilweise erst kurzfristig zeigen. Die deutsche Seite Polarlicht-Vorhersage.de stufte die aktuelle Wahrscheinlichkeit am Freitagmorgen noch als „sehr gering“ ein. Die von NOAA erwartete stärkere Aktivität soll jedoch erst später einsetzen.
Ausgerechnet die Wolken könnten stören
Auch das Wetter macht die Sache in Kiel kompliziert. In der Nacht zu Samstag soll es in Schleswig-Holstein wechselnd bis stark bewölkt bleiben, stellenweise sind weiterhin Schauer möglich; anfängliche Gewitter sollen allmählich abklingen.
Damit dürften Wolkenlücken entscheidend werden. Wer einen Versuch wagen möchte, hat außerhalb stark beleuchteter Bereiche und mit möglichst freiem Blick Richtung Norden grundsätzlich bessere Bedingungen. Schwache Polarlichter sind mit Kamera oder Smartphone zudem häufig deutlicher zu erkennen als mit bloßem Auge.
