Es war nur eine kleine Änderung der rechtlichen Vorgaben für die Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen, die der CSU-Landtagsabgeordnete Thorsten Schwab aus dem Kreis Main-Spessart Anfang 2025 auf den Weg brachte. Doch die finanzielle Entlastung für viele Gemeinden in Bayern könnte jetzt nicht unerheblich sein: Weil sich nicht mehr jede Kommune selbst um den Kauf eines neuen Löschfahrzeugs kümmern muss, sondern sich einer Sammelbestellung anschließen kann, sei ein Kostenvorteil pro Fahrzeugbestellung von bis zu 25 Prozent möglich, hofft Schwab.
Laut Landesfeuerwehrverband Bayern (LFV), der die Sammelbestellung koordiniert, sind bis zum 31. Juli 2026 bereits 171 verbindliche Bestellungen für die Sammelbeschaffung eines Löschfahrzeugs des Typs LF10 eingegangen. Dies sei „die bisher größte Beschaffungsmaßnahme für Feuerwehrfahrzeuge in der Geschichte Bayerns“, erklärt der Verband. Die europaweite Ausschreibung läuft noch bis 25. September. Ende Oktober soll dann der Auftrag an den besten Anbieter erteilt werden. Die Auslieferung der neuen Fahrzeuge ist dann von Mitte 2027 bis 2029 geplant.
Durch Sammelbestellung sparen sich Kommunen auch teure Ausschreibungen
CSU-Mann Schwab hofft auf eine Einsparung von mindestens 25 Millionen Euro: Durch die Sammelbestellung sinke der Fahrzeugpreis von rund 600.000 auf maximal 500.000 Euro, rechnet er vor: Hinzu komme für die Kommunen ein durch die Sammelbestellung erhöhter Fördersatz des Freistaats „sowie der vollständige Wegfall der kostenintensiven individuellen Ausschreibungsverfahren, für die Kommunen bislang regelmäßig externe Büros beauftragen mussten“. Unter dem Strich ergebe dies eine Einsparung von rund 150.000 Euro pro Fahrzeugbestellung.
Damit stünden den 171 teilnehmenden Kommunen mehr als 25 Millionen Euro „zusätzlich für Schulen, Straßen und andere kommunale Aufgaben zur Verfügung“, sagt der CSU-Mann, der auch ehrenamtlicher Bürgermeister von Hafenlohr (Lkr. Main-Spessart) ist: „Gerade in Zeiten, in denen sich viele Kommunen finanziell am Limit sehen, ist dies ein großartiger Erfolg.“
Beim Feuerwehrverband möchte man noch nicht über mögliche Einsparsummen spekulieren: „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch keine konkreten Angaben zu einem möglichen Einsparpotenzial bei den Fahrzeugpreisen machen“, sagt Verbandschef Johann Eitzenberger auf Nachfrage: „Klar ist jedoch schon jetzt: durch die Sammelbeschaffung werden Kommunen deutlich entlastet, sowohl durch Einsparungen bei den Ausschreibungskosten als auch durch eine erhöhte staatliche Förderung.“
Bald mehr Sammelbestellungen für Bayerns Feuerwehren?
Die Idee, eine Sammelbestellung zu ermöglichen, war zunächst auf Skepsis gestoßen – sowohl beim Innen- und Finanzministerium in München, als auch bei den Feuerwehren. Dort gab es laut Schwab Bedenken, ob ein zentral bestelltes Standardmodell für die unterschiedlichen Ansprüche geeignet sein kann.
„Wir zwingen niemanden. Wer individuelle Lösungen benötigt, kann weiterhin eigenständig beschaffen“, betont Schwab. Die hohe Beteiligung zeige jedoch, dass die Sammelbestellung funktioniere – und auf weitere Fahrzeugtypen und Ausrüstungen der bayerischen Feuerwehren ausgeweitet werden könnte. Auch der LFV-Vorsitzende Eitzenberger ist offen für weitere Sammelbeschaffungen für die Feuerwehren: „Sollte sich das gemeinsame Vorgehen bewähren, bringen wir uns als LFV Bayern sehr gerne auch bei möglichen zukünftigen Beschaffungsprojekten ein.“