Die vergangene Woche war regnerisch im Augsburger Land. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte immer wieder vor Unwettern. Das Singoldsand-Festival in Schwabmünchen musste zum Beispiel evakuiert werden aufgrund einer Gewitter-Warnung. Im Landkreis Augsburg blitzt es jedes Jahr hunderte Male. Daten zeigen, in welchen Kommunen Blitze häufiger einschlagen, als andernorts. Was Alpennähe und Windparks damit zu tun haben.
Blitzdichte in Bayern ist hoch
Das „Austrian Lightning Detection & Information System“ (Aldis) registriert jeden Blitzeinschlag in Deutschland. Auf Basis der Aufzeichnungen von rund 170 Messstationen in Europa versorgt Aldis Wetterdienste, Energieunternehmen und Versicherungen mit Blitzdaten. Das Projekt zur Blitzortung und Blitzforschung mit Sitz in Österreich erfasst jene Blitze, die wirklich zum Boden gelangen.
Bereits jetzt hat es in Bayern so oft geblitzt wie im gesamten vergangenen Jahr 2025. Der Gesamtwert des Jahres 2025 liegt bei 30.096 Blitzen. Trotz des höheren Werts im Vergleich zu 2025 ist 2026 bislang eher ein blitzarmes Jahr. 2023 und 2024 wurden in Bayern 55.692 beziehungsweise 56.664 Blitzeinschläge registriert. 2021 sogar 101.961 Einschläge.
Im Landkreis Augsburg ist die Lage bei Blitzen vergleichsweise entspannt
2025 war die Stadt Kaufbeuren mit 52 Blitzen und einer Dichte von 1,23 pro Quadratkilometer Spitzenreiter in Bayern. Der Landkreis Landsberg am Lech mit 874 Blitzen und einer Dichte von 1,09 pro Quadratkilometer folgt auf Platz zwei vor Fürstenfeldbruck. Und wie sieht es im Landkreis Augsburg aus?
Das Zehn-Jahres-Mittel für den Landkreis Augsburg beträgt jährlich 1,11 Blitze pro Quadratkilometer. Im Jahr 2025 waren es 498 Blitzeinschläge im Kreisgebiet. Was einer Dichte von 0,46 pro Quadratkilometer entspricht. Im deutschsprachigen Raum treten die meisten Blitze in Alpennähe auf, während es in Richtung Norden weniger werden.
Windparks -wie in Bobingen geplant- können die Blitzzahlen erhöhen
Allerdings gibt es laut Wilhelm Amann von Aldis einen Faktor, der die Werte verzerren kann: die Zunahme an Windparks. „Solche hohen Objekte lösen Aufwärtsblitze aus, die von den Rotorblattspitzen ausgehen und der Wolke entgegenschreiten, im Gegensatz zu natürlichen Abwärtsblitzen, die in der Wolke beginnen und zum Boden fahren“, schildert er. Von diesen Aufwärtsblitzen würden viele durch die Messsysteme wahrgenommen, was zu einer lokalen Erhöhung der Blitzzahlen führen kann. Der geplante Windpark in Bobingen könnte so also die Blitzdichte im Landkreis erhöhen. An der Grenze des Wittelsbacher Lands gibt es dafür schon jetzt Anzeichen. Während die Blitzdichte in Adelzhausen bei 1,2 liegt, beträgt sie im nahegelegenen Windpark Brugger 1,6.(mit cgal)