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Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Russland schließt neue Verhandlungen vorerst aus. Kiew nimmt weiterhin Putins Ölraffinerien ins Visier. Der News-Ticker.
Update, 16:35 Uhr: Ein russischer Angriff hat am Donnerstag in der Oblast Saporischschja eine der größten Wodka-Fabriken der Ukraine zerstört, berichtet die Kyiv Independent. Die Khortytsia-Destillerie des Unternehmens Global Spirits sei viermal getroffen worden; anschließend habe ein rund dreistündiger Brand die Anlage nach Unternehmensangaben irreparabel beschädigt. Nach Angaben von Global Spirits wurden dabei etwa drei bis vier Millionen Flaschen Spirituosen vernichtet, für die bereits Verbrauchsteuern gezahlt worden seien. Die 2003 eröffnete Destillerie galt als eines der wichtigsten Werke des Unternehmens; bereits im Juli war ein Hauptlager von Global Spirits bei einem russischen Angriff schwer beschädigt worden.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Ukraine-Krieg aktuell: Erneut Angriffe nahe des AKW Saporischschja
Update, 15:58 Uhr: Das von Russland besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zuletzt mehrfach von Drohnen angegriffen worden. Die Strahlenmesswerte in der frontnahen Anlage seien weiterhin im Normbereich, hieß es am Freitag.
Die IAEA sei informiert worden, dass am Dienstag zwei AKW-Mitarbeiter verletzt worden seien, als eine Drohne in der Nähe des Kühlwasserteichs angegriffen habe, hieß es. Am Mittwoch detonierte ein weiteres Flugobjekt im Bereich eines Trockenlagers für Reaktorbrennstoff. Am selben Tag wurde demnach eine Sprinkleranlage von einer dritten Drohne getroffen. IAEA-Chef Rafael Grossi bezeichnete Angriffe auf Kernkraftwerke als inakzeptabel. Auf X rief er die Kriegsparteien erneut zu maximaler Zurückhaltung auf.
Russland zeigt kein Interesse an Ukraine-Verhandlungen
Update, 14:36 Uhr: Die Ukraine und Russland führen aktuell nach Angaben des Kremls keine Friedensgespräche. „Dieses Thema befindet sich gerade in einer tiefen Pause“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten. Es gebe keine neuen Ideen. Gleichzeitig kenne Kiew die russischen Forderungen „ausgezeichnet“. Tags zuvor hatte der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, gegenüber Journalisten die Wiederaufnahme von Gesprächen mit Russland im September nicht ausgeschlossen.
Ein Soldat der ukrainischen Streitkräfte steht vor dem Himmel und raucht eine Zigarette während eines Kampfeinsatzes im Sektor Oleksandrivka in der Region Dnipropetrowsk. (Archivfoto) © IMAGO/Dmytro Smolienko/NurPhotoUkraine-Krieg aktuell: Selenskyj berichtet von Treffer gegen russischen Bomber
Update, 13:33 Uhr: Ukrainische Kräfte haben am Freitag nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj einen russischen strategischen Bomber vom Typ Tu-95MS auf dem Luftwaffenstützpunkt Engels getroffen, berichtet die Ukrainska Pravda. Demnach war die Spezialeinheit „Alpha“ des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU an dem Angriff beteiligt. Russland nutzt Flugzeuge dieses Typs laut ukrainischem Militärgeheimdienst für Angriffe mit Marschflugkörpern auf die Ukraine. Die Angaben ließen sich unabhängig nicht überprüfen.
Ukraine attackiert nächste russische Ölraffinerie
Update, 11:56 Uhr: Bei ukrainischen Drohnenangriffen ist in der zentralrussischen Region Jaroslawl mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Weitere 27 seien unter anderem durch herabstürzende Drohnentrümmer verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets, Michail Jewrajew, bei Telegram mit. Die Einsatzkräfte hätten mehrere Brände unverzüglich gelöscht. Insgesamt wurden demnach 67 ukrainische Drohnen abgeschossen.
Der ukrainische Generalstab bestätigte die Drohnenangriffe in einer auf sozialen Netzwerken veröffentlichten Mitteilung. Ziel war demnach eine Ölraffinerie des Unternehmens Slavneft, auf deren Betriebsgelände ein Brand ausbrach. Jaroslawl liegt nordöstlich der russischen Hauptstadt Moskau und ist etwa 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland
Fotostrecke ansehenUkraine-Krieg aktuell: Grünen-Politiker fordert Maßnahmen gegen Putins Schattenflotte
Update vom 28. August, 10:32 Uhr: Anlässlich eines Treffens der Innenminister der Ostsee-Anrainerstaaten hat der Grünen-Sicherheitspolitiker Konstantin von Notz gemeinsame Maßnahmen gegen die sogenannte russische Schattenflotte gefordert. Es handele sich um „1300 Schiffe, die jeden Tag das Geld für diesen Krieg in Europa ranschaffen“, sagte von Notz am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“. Die Schattenflotte fahre jeden Tag durch die Ostsee. Die Innenminister müssten miteinander sprechen, „wie man da effektiv gegen vorgeht“.
„Man darf sich das nicht gefallen lassen“, sagte von Notz. „Diese Aggression richtet sich gegen Deutschland und Europa. Und wenn man darauf zahm und phlegmatisch reagiert, dann geht das immer so weiter.“ Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) trifft sich am Freitag mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus den Ostsee-Anrainerstaaten in Flensburg. Dabei soll es auch um eine bessere Abwehr hybrider Bedrohungen gehen.
Russland attackiert Ukraine mit 164 Drohnen
Erstmeldung: Die russischen Angriffe im Ukraine-Krieg halten weiter an. In der Nacht zum Freitag (28. August) hat Russland die Ukraine mit 164 Drohnen angegriffen, darunter mit Shahed-, Gerbera- und Parodija-Drohnen. Die Starts erfolgten nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe unter anderem aus Orjol, Brjansk und Millerowo in Russland sowie aus dem besetzten Donezk und Hwardijske auf der Krim, berichtet die Ukrainska Pravda.
Bis Freitagmorgen (Ortszeit) seien 137 russische Flugobjekte abgeschossen oder elektronisch gestört worden. Einschläge wurden demnach an 16 Orten registriert, Trümmer abgeschossener Ziele fielen an vier weiteren Orten nieder. Nach Angaben der Luftwaffe dauerte der Angriff zunächst an; rund zehn russische Drohnen befanden sich noch im ukrainischen Luftraum.
Ukraine-Krieg aktuell: Cherson-Gouverneur zur Evakuierung auf
Angesichts der zunehmenden russischen Angriffe im Ukraine-Krieg hatten die Behörden der Stadt Cherson die Einwohner bereits zur Evakuierung aufgerufen. „Ich wende mich erneut an die Einwohner von Cherson, insbesondere an Familien mit Kindern und ältere Menschen: Wenn Sie die Möglichkeit haben (…), bitte verlassen Sie die Stadt“, schrieb der Gouverneur der Region Cherson, Oleksandr Prokudin, am Donnerstagabend auf Telegram. Aufgrund der russischen Angriffe bestehe die Gefahr, dass die Strom- und Wärmeversorgung in der Stadt für längere Zeit ausfallen könnte.
Cherson, wo vor dem Ukraine-Krieg rund 280.000 Menschen lebten, stand von März bis November 2022 unter russischer Kontrolle und liegt nahe der Front. Im vergangenen Winter hatte die russische Armee immer wieder ukrainische Kraftwerke angegriffen und damit zeitweise Millionen Menschen in Kälte und Dunkelheit gestürzt. Auch in diesem Jahr werden russische Angriffe auf ukrainische Infrastruktur befürchtet, die schwere Konsequenzen für die Bevölkerung haben würden.
Ukraine-Krieg aktuell: Trump redet Berichte über Angriff auf NATO klein
US-Präsident Donald Trump hat sich derweil überzeugt davon gezeigt, dass Russland keine NATO‑Verbündeten attackieren wird. Das Wall Street Journal und das Magazin Politico hatten zuvor unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen berichtet, dass CIA-Chef John Ratcliffe bei seinem Besuch am Dienstag in Moskau vor einem Angriff auf NATO‑Verbündete gewarnt haben soll.
Auf eine Frage dazu, ob der russische Präsident Wladimir Putin zugestimmt oder sich verpflichtet habe, von einer solchen Offensive abzusehen, sagte er im Oval Office: „Ich hatte gute Gespräche mit ihm. Er wird kein NATO‑Territorium angreifen.“
Berichte über mögliche russische Vorbereitungen für einen Angriff auf NATO‑Verbündete wurden im Kreml als „Schauergeschichten“ zurückgewiesen. Vor dem russischen Einmarsch in die benachbarte Ukraine hatten Moskauer Vertreter ebenfalls westliche Medienberichte über die Kriegsvorbereitungen als „Schauermärchen“ abgetan. (red mit Agenturen)